Auch wenn es sich manchmal so anfühlt – online gibt es keine echte Anonymität, schon gar nicht für den Durchschnittsnutzer. Das ist auf Pornowebsites nicht anders als im restlichen Netz. Insbesondere über ihre sensiblen Zahlungsdaten können so auch Konsumenten pornografischer Inhalte identifiziert werden.

Digitale Währungen bieten in der Regel mehr Anonymität, als es etwa bei Kreditkarten der Fall ist. Längst hat das auch die Pornoindustrie entdeckt und so bieten einschlägige Websites, allen voran Pornhub, ihren Konsumenten mit Kryptowährungen eine neue Zahlungsweise für kostenpflichtige Abonnements an.

Verge auf Abwegen

Die Kryptowährung Verge (XVG) hat sich Anonymität und Sicherheit auf die Fahnen geschrieben – wie sehr die Privatsphäre der Nutzer wirklich geschützt wird, ist aber fraglich.  Ende März 2018 wurde die Verge-Community dazu aufgerufen, 75 Millionen ihrer XVG (damals über 3 Millionen USD) zu spenden, um die – laut Verge – bislang grösste Partnerschaft der Krypto-Szene zu sichern. Zunächst erfolgreich: Der Ankündigung folgte ein Anstieg des Kurses um 12 Prozent, die gewünschte Menge Coins wurde innerhalb der gesetzten Frist eingesammelt.

Nach viel Wirbel von Seiten Verges und langen Spekulationen bezüglich der Identität des mysteriösen Partners lüftete Verge am 17. April dann das Geheimnis: Beim grossen Unbekannten handelte es sich um Pornhub, eine der weltweit grössten Pornographie-Websites. Seither können Nutzer der kostenpflichtigen Pornhub-Angebote auch mit XVG bezahlen. Der Community gefiel das allerdings gar nicht, als Reaktion fiel der Verge-Kurs um ein Drittel.

Pornhub und Coins – das gab’s doch schon mal?

Im Mai 2014 startete die Pornowebsite eine Aktion: Über Titcoins sollten Nutzer mithilfe von Bildern weiblicher Brüste kostenlose Premium-Zugänge erhalten. Die ‚Besitzerin‘ der Brüste sollte im Gegenzug on- wie offline von Rabatten und Gratis-Dienstleistungen profitieren. Ursprünglich nur als scherzhafter Teil einer Marketingstrategie gedacht, wurde Titcoin später tatsächlich als Ableger von Bitcoin umgesetzt.

Doch Pornhub ist mit seinen Krypto-Experimenten nicht allein. Auch der Rest der riesigen Pornoindustrie schläft nicht. Mit dem Vice Industry Token (VIT) wurde bereits im Februar 2018 ein eigener Token für die Erwachsenenunterhaltung lanciert. Besonders daran: Sowohl Content Creators (also Produzenten und/oder Darsteller) als auch Konsumenten sollen daran verdienen: „Get paid to watch porn“ ist offizieller VIT-Slogan.

Porno x Krypto

Bleibt abzuwarten, wie sich die Verbindung von Online-Pornographie und digitalen Währungen entwickeln wird. Erstere macht immerhin bis zu 15 Prozent des gesamten Internetverkehrs aus und schon seit Jahrzehnten unterstützt die Erwachsenenunterhaltung die Adaption neuer Technologien: Nicht zuletzt durch den Support von pornographischen Videos setzte sich VHS gegen Betamax durch. Im Rennen um die DVD-Nachfolge positionierte sich die Pornoindustrie auf der Seite von Blu-ray, Mitstreiter HD-DVD hatte das Nachsehen. Vielleicht kann die neue Krypto-Affinität der Porno-Szene ja auch zur Etablierung digitaler Währungen beitragen.

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