Nach vier vollendeten Tagen nimmt der desaströse Coldcard-Hack noch immer kein Ende. Inzwischen stieg die Schadenssumme auf mehr als 110 Millionen US-Dollar. 1.756 BTC verschwanden bereits aus mehr als 5.000 Bitcoin-Adressen. Nutzer können ihr gefährdetes Vermögen noch retten, wenn sie jetzt schnell handeln. Unterdessen macht Binance-Gründer CZ auf ein Sicherheitsrisiko aufmerksam, das nie gänzlich verschwindet.

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Coldcard-Hack wächst weiter: Schaden bereits über 110 Millionen US-Dollar

Der Coldcard-Hack verursacht derzeit ein Beben innerhalb der Krypto-Szene. Der Vorfall gilt als besonders schockierend, da die Hardware Wallets der Coldcard-Serie, die allesamt vom Entwickler Coinkite stammen, besonders sicher sein sollten.

Als Airgapped Hardware Wallets waren sie speziell für Sicherheitsfanatiker vorgesehen. Die Geräte sind niemals mit dem Internet verknüpft. Diese Abschirmung sollte die Gelder der Anleger nachhaltig schützen. Wie die Sachlage zeigt, ist das Konzept allerdings nicht aufgegangen.

Daten von Galaxy Research zeigen: Tausende Nutzer sind Angreifern zum Opfer gefallen, die einen Sicherheitsfehler ausnutzten, welcher seit 2021 existierte. Das Problem: Wallets, die in Coldcard-Geräten generiert wurden, boten nicht die nötige Zufälligkeit – man spricht in der Szene hierbei von Entropie.

Unbekannten ist es daher gelungen, tausende Schlüsselphrasen zu generieren, die ordinäre Nutzer persönlich verwendeten, um ihre Bitcoin anzulegen. Am 30. Juli begannen die Angreifer dann, den lang orchestrierten Plan umzusetzen und Coldcard-Nutzer zu bestehlen.

Chainalysis stellte fest, dass zuerst besonders wohlhabende Anleger attackiert wurden. Allein in den ersten 40 Minuten räumten die Angreifer rund 1.200 unterschiedliche Blockchain-Adressen leer.

Anschliessend stieg die Zahl der Opfer langsam, aber kontinuierlich immer weiter. Am Samstag schätzte Galaxy Research die Zahl der Opfer auf 4.585 Blockchain-Adressen. Der Schaden lag bei 1.367 BTC (rund 89 Millionen US-Dollar).

Nun trifft eine neue, vierte Welle die Anleger. Zusätzliche 389 BTC verschwanden von 462 Bitcoin-Adressen. Obwohl der Angriff seit Tagen andauert, nimmt die Zahl der Opfer kein Ende.

“Die vierte Welle des Angriffs läuft jetzt gerade. (…) Holt eure Gelder von Coldcard-Geräten herunter und nutzt hohe Transaktionsgebühren”, empfiehlt Alex Thorn von Galaxy Research.

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Coldcard-Nutzer? So lassen sich Bitcoin retten

Coldcard-Nutzer, die von dem Sicherheitsfehler bedroht sind, sollten jetzt schleunigst handeln. Wer diese Chance vertut, riskiert den Komplettverlust. Betroffen sind sämtliche Schlüsselphrasen, die innerhalb einer Coldcard generiert wurden.

Dabei tritt die Bedrohung nicht bei allen Adressen mit identischem Ausmass auf. Schlüsselphrasen mit besonders vielen Dice Rolls sind tendenziell sicherer. Zudem kann die Verlängerung der Schlüsselphrase auf ein 25. Wort – die sogenannte Passphrase – den Hackern den Zugang erschweren.

Generell gilt aktuell jedoch die Möglichkeit, dass jede Wallet geleert werden könnte, sofern sie über den anfälligen Prozess der Coldcards erstellt wurde. Dies betrifft Coldcards mit der Version 4.0.1, die im März 2021 eingeführt wurde, und nachfolgende Versionen.

Nutzer sollten eine gänzlich neue Schlüsselphrase in einer anderen Wallet erstellen und ihr Vermögen dann sicher an diese transferieren. Die Angreifer entdecken ständig neue Opfer. Man kann ihnen also noch zuvorkommen.

Laut Alex Thorn befinden sich etliche Transaktionen im Mempool, welche die Angreifer veranlassen. Die Nutzung von Replace By Fee (kurz RBF) kann die Anlagen in dieser Phase retten.

Sind Hardware Wallets noch sicher? Ein Problem bleibt

Der Vorfall rund um den kanadischen Entwickler Coinkite und seine Coldcard ruft Fragen über die Sicherheit von Hardware Wallets auf. Die Geräte sind nur dafür gedacht, den Anlagen der Nutzer mehr Sicherheit zu bieten, scheiterten bei dieser Aufgabe allerdings kläglich.

Generell ist die Sicherheit von Hardware Wallets oder anderen Non-Custodial Wallets nicht gefährdet. Binance-Gründer Changpeng Zhao (CZ) machte allerdings auf ein Problem aufmerksam, das immer fortbestehen wird.

“Die Sache ist die: Bei der Selbstverwahrung können Entwickler, die den Fehler beheben, bereits erstellte Wallets nicht nachträglich reparieren. Und Entwickler haben keine Möglichkeit, Nutzer auf Air-Gapped-Geräten zu erreichen”, so Zhao.

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“Deine Wallet bleibt für Hacker angreifbar, bis du selbst Maßnahmen ergreifst. Ich bin ein Befürworter der Selbstverwahrung, aber sie bürdet dir eine große Verantwortung auf”, schreibt er weiter.

CZ macht deutlich: Tritt ein Fehler wie nun im Fall von Coldcard auf, müssen Nutzer rasch handeln, um ihr Vermögen zu retten. Fehler könne man nie generell ausschliessen, weshalb stetig Wachsamkeit gegeben sein muss.

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