Noch vor wenigen Monaten galten sogenannte Krypto-Treasury-Unternehmen als einer der grössten Trends der Branche. Firmen sammelten Kapital ein, kauften Kryptowährungen für ihre Bilanz und hofften auf steigende Kurse. Doch was im Bullenmarkt wie ein Erfolgsmodell aussah, entwickelt sich bei einigen Altcoins nun zu einem gefährlichen Risiko. Ein besonders drastisches Beispiel liefert derzeit ZeroStack.
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Das Unternehmen setzte fast alles auf den KI-Blockchain-Token 0G (Zero Gravity) – und steht nun nach dem massiven Kurseinbruch offenbar kurz vor einer existenziellen Krise. Wie aus den veröffentlichten Unternehmenszahlen hervorgeht, investierte ZeroStack rund 163 Millionen US-Dollar in den 0G-Token. Heute ist dieses Paket nur noch etwa 15 Millionen Dollar wert. Damit hat das Unternehmen innerhalb weniger Monate mehr als 90 Prozent seines Einsatzes verloren.
ZeroStack: Dieses Krypto-Treasury-Unternehmen steht vor Aus
Der Absturz des Tokens ist ebenso spektakulär wie der des Unternehmens. Nachdem 0G im vergangenen September noch bei rund sieben US-Dollar notierte, fiel der Kurs inzwischen auf etwa 13 Cent. Für Anleger ist das schmerzhaft, für ZeroStack könnte es existenzbedrohend werden.
Besonders kritisch ist die Liquidität. Nach Unternehmensangaben befinden sich nur noch rund 2,6 Millionen US-Dollar an Barmitteln in der Kasse. Gleichzeitig wies das Unternehmen für die ersten sechs Monate des Jahres einen Verlust von rund 61 Millionen Dollar aus. Damit wird deutlich, wie stark die Bilanz inzwischen unter dem Kurszerfall leidet.
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Dennoch gibt sich das Management kämpferisch. ZeroStack erklärte, den laufenden Betrieb künftig vor allem durch den Verkauf von Staking-Erträgen finanzieren zu wollen. Allein in der ersten Jahreshälfte erzielte das Unternehmen auf diesem Weg rund 2,4 Millionen Dollar. Ob diese Einnahmen langfristig ausreichen, hängt allerdings entscheidend von der weiteren Entwicklung des 0G-Tokens ab. Bleibt der Kurs unter Druck, dürfte auch der finanzielle Spielraum weiter schrumpfen.
Der Fall zeigt, wie eng das Schicksal mancher Unternehmen inzwischen mit einzelnen Kryptowährungen verknüpft ist. Während Gesellschaften wie Strategy ihre Reserven überwiegend in Bitcoin halten, setzen kleinere Treasury-Firmen häufig auf einzelne Altcoins – und gehen damit ein deutlich höheres Risiko ein.
Kein Einzelfall
ZeroStack ist dabei kein Einzelfall. Auch andere börsennotierte Unternehmen, die ihre Strategie auf bestimmte Altcoins ausgerichtet haben, kämpfen mit erheblichen Kursverlusten. So verlor die Aktie des BNB-orientierten Treasury-Unternehmens CEO Industries seit ihrem Höchststand massiv an Wert. Ähnlich erging es Eightco, das auf Worldcoin setzt und ebenfalls einen dramatischen Einbruch verzeichnete.
Die grossen Namen der Branche stehen zwar ebenfalls unter Druck. Sowohl Strategy als auch Bitmine mussten zwischenzeitlich milliardenschwere Buchverluste hinnehmen. Im Gegensatz zu kleineren Anbietern verfügen sie jedoch über deutlich grössere Kapitalreserven und gelten derzeit nicht als akut insolvenzgefährdet.
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Der Fall ZeroStack könnte deshalb weit über das einzelne Unternehmen hinaus Bedeutung haben. Er zeigt, wie schnell sich die Stimmung im Kryptomarkt drehen kann – besonders dann, wenn Firmen ihre Zukunft fast vollständig an die Entwicklung eines einzigen Tokens knüpfen.
Für Investoren ist das eine deutliche Erinnerung daran, dass nicht nur Kryptowährungen selbst, sondern auch die Unternehmen hinter ihnen erheblichen Risiken ausgesetzt sind. Sollte sich der Altcoin-Markt in den kommenden Monaten nicht nachhaltig erholen, könnten weitere Treasury-Gesellschaften in finanzielle Schwierigkeiten geraten. ZeroStack wäre dann womöglich nur der erste Dominostein einer Entwicklung, die den Markt noch länger beschäftigen dürfte. (mck)


