Kaum ein Unternehmen prägt den Kryptomarkt so stark wie Tether. Der Stablecoin USDT dient täglich Millionen Anlegern als digitaler Dollar, als Handelswährung und als Brücke zwischen Bitcoin, Ethereum und unzähligen Altcoins. Ohne Tether wäre der globale Kryptohandel kaum vorstellbar. Dennoch kennen nur wenige den Mann, der massgeblich hinter diesem Milliardenunternehmen steht: Giancarlo Devasini.

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Während CEOs grosser Technologieunternehmen regelmässig Interviews geben und auf sozialen Netzwerken präsent sind, hält sich Devasini konsequent im Hintergrund. Öffentliche Auftritte sind selten, soziale Medien meidet er vollständig. Gerade diese Zurückhaltung hat dazu beigetragen, dass der heutige Verwaltungsratspräsident von Tether für viele eine der geheimnisvollsten Persönlichkeiten der Kryptobranche geblieben ist.

Tether: Wer ist der geheimnisvolle Mann hinter USDT?

Seine Geschichte wirkt ungewöhnlich. Devasini wurde 1964 im italienischen Turin geboren und arbeitete zunächst als plastischer Chirurg. Erst Ende der 1990er-Jahre verabschiedete er sich von der Medizin und wandte sich dem Technologiegeschäft zu. Er gründete Unternehmen für Computerhardware und kam schliesslich 2012 erstmals mit Bitcoin und digitalen Vermögenswerten in Kontakt.

Wenig später gehörte er zu den Personen, die den Aufbau der Kryptobörse Bitfinex begleiteten. Als Tether 2014 eingeführt wurde, entwickelte sich Devasini rasch zum wichtigsten Finanzstrategen des Unternehmens. Zunächst verantwortete er über Jahre die Finanzen als CFO, heute steht er als Chairman an der Spitze des Verwaltungsrats.

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Der eigentliche Aufstieg von Tether begann jedoch erst Jahre später. Während Kritiker dem Unternehmen immer wieder mangelnde Transparenz oder unzureichende Reserven vorwarfen, entwickelte sich USDT zum mit Abstand grössten Stablecoin der Welt. Mehrere Medien und Marktbeobachter berichteten in den vergangenen Jahren regelmässig über die Debatte zwischen traditionellen Finanzinstituten und Tether, insbesondere über die Frage der Reserven und deren Zusammensetzung.

Das Geschäftsmodell erscheint auf den ersten Blick vergleichsweise einfach. Für jeden ausgegebenen USDT hält Tether nach eigenen Angaben entsprechende Reserven. Ein erheblicher Teil davon ist in kurzfristigen US-Staatsanleihen investiert. Gerade das hohe Zinsniveau der vergangenen Jahre sorgte dafür, dass das Unternehmen daraus milliardenschwere Zinserträge erzielen konnte.

Kaum jemand kennt ihn – doch ohne ihn würde Krypto anders aussehen

Nach den jüngsten Transparenzberichten verfügt Tether über einen der weltweit grössten Bestände an US-Staatsanleihen ausserhalb staatlicher Institutionen. Hinzu kommen umfangreiche Reserven in Gold sowie mehr als 140’000 Bitcoin. Diese Vermögenswerte machen Tether längst zu einem der finanzstärksten Unternehmen innerhalb der Kryptobranche.

Ein weiterer Wendepunkt war der Ausbau der Transparenz. Um die anhaltenden Diskussionen über die Deckung des Stablecoins zu entkräften, veröffentlicht Tether heute regelmässig Quartalsberichte über seine Reserven. Diese werden nach Unternehmensangaben von BDO Italia geprüft. Zwar unterscheiden Experten weiterhin zwischen einer solchen Prüfung und einer vollständigen Jahresabschlussprüfung, dennoch gelten die veröffentlichten Berichte als wichtiger Schritt hin zu mehr Nachvollziehbarkeit.

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Mit dem Wachstum des Unternehmens stieg auch das Interesse an Giancarlo Devasini. Verschiedene Finanzmedien schätzen ihn inzwischen auf einen der vermögendsten Unternehmer Europas. Exakte Zahlen existieren jedoch nicht, da Tether nicht börsennotiert ist und die Eigentumsverhältnisse nur teilweise öffentlich bekannt sind.

Die Geschichte von Devasini zeigt, wie ungewöhnlich Karrieren in der Kryptobranche verlaufen können. Ein ehemaliger plastischer Chirurg wurde zu einer Schlüsselfigur eines Unternehmens, das heute eine zentrale Rolle im globalen Handel mit digitalen Vermögenswerten spielt. Während viele Krypto-Projekte kamen und gingen, entwickelte sich Tether zur wichtigsten Liquiditätsquelle des Marktes – und sein zurückhaltender Chairman bleibt trotz dieser Bedeutung bis heute eine der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Branche. (mck)

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