Tether veröffentlichte eine eigene Wallet App. Der Stablecoin-Gigant möchte damit Fortschritte in der Kryptobranche anstossen. Obwohl vielversprechende Konzepte implementiert wurden, warnen nun mehrere Experten vor der Verwendung der Tether Wallet. Diese bedrohe die Privatsphäre der Nutzer, heisst es.

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Tether Wallet: Neue App setzt auf Massentauglichkeit

Vergangene Woche veröffentlichte der Stablecoin-Betreiber Tether seine eigene Wallet. Die Tether Wallet bietet Nutzern die Möglichkeit, verschiedene digitale Anlagen zu verwalten. Das Unternehmen konzentrierte sich darauf, vorrangig seine eigenen Token zu unterstützen.

So soll die Tether Wallet vor allem den Nutzern des Stablecoins USDT dienen. Auch der regulierte Stablecoin USAT sowie der Gold-Token XAUT und Bitcoin werden unterstützt. Der Herausgeber konzentriert sich auf massentaugliche Konzepte.

So nimmt man gezielt Abstand von bestimmten Technologien und versucht stattdessen, einen neuen Status Quo zu etablieren. Alphanumerische Blockchain-Adressen sollen etwa der Vergangenheit angehören. Stattdessen setzt Tether auf einfache Adressen im Email-Format.

“Diese Währungen werden in mehreren Netzwerken unterstützt, und die Wallet wurde entwickelt, um die technischen Hürden zu beseitigen, die bisher eine breitere Akzeptanz digitaler Vermögenswerte verhindert haben”, erklärt man.

“Benutzer können Gelder mithilfe einer einfachen, für Menschen lesbaren Kennung wie name@tether.me senden, wodurch die Notwendigkeit entfällt, mit langen, fehleranfälligen Wallet-Adressen zu arbeiten, und das Risiko irreversibler Fehler verringert wird”, heisst es weiter.

Auch ein altbekanntes Problem mit den Netzwerkgebühren wird durch die Wallet beseitigt.

“Transaktionen können durchgeführt werden, ohne dass Benutzer separate Netzwerk- oder Gas-Token halten müssen; die Gebühren werden direkt in der zu übertragenden Währung bezahlt, wodurch eine der hartnäckigsten Reibungsquellen auf der Blockchain beseitigt wird.”

Zwar dient die Wallet der Eigenverwahrung – es handelt sich also um eine non-custodial Wallet – Token wie USDT kann Tether wegen ihrer technischen Funktionsweise allerdings trotzdem aus der Ferne sperren. Sie ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar und lässt sich über Play Store, App Store und über die offizielle Webpräsenz beziehen.

Warum Experten vor Tethers neuer App warnen

Zwar klingt das Konzept der Tether Wallet zunächst fortschrittlich, nach einem genaueren Blick kritisierten einige Experten die neue App trotzdem. Für die Privatsphäre der Nutzer verursache sie demnach enorme Risiken.

Ein Kommentator mit dem Nutzernamen Psacramento_x deckte bereits einen Tag nach der Veröffentlichung der Wallet auf, dass es möglich sei, Lightning-Transaktionen zu durchleuchten.

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Das Lightning Network ist ein Konzept zur Skalierung der durchsatzschwachen Bitcoin-Blockchain. Weil es sich um ein Netzwerk aus Zahlungskanälen handelt, sind Transaktionsdaten üblicherweise nicht öffentlich einsehbar.

Durch die Implementierung des Zahlungsprotokolls Spark lassen sich allerdings Daten extrahieren, welche die Privatsphäre der Nutzer schädigen. So sollen sich sämtliche Lightning-Transaktionen aufspüren lassen, die an eine Tether-Adresse geknüpft sind. Die Daten lassen sich über eine eigens eingerichtete Webseite abfragen.

“Ich finde es seltsam, dass sowohl Wallet of Satoshi als auch Tether in ihren Wallets eine Version von Spark verwenden, die es jedem ermöglicht, die Transaktionshistorie anderer Nutzer einzusehen. Warum tun sie das?”, fragte X-Nutzer Wicked am Freitag.

Wicked und etliche weitere Kommentatoren vermuten, dass diese Entscheidung bewusst getroffen wird. Die Privatsphäre von Lightning-Nutzern wolle man so womöglich bewusst untergraben. Das Protokoll Spark lasse sich auch so implementieren, dass dabei der Datenschutz gewahrt bleibt, meint Wicked.

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