Die Spannung im Krypto-Markt steigt. Der Bitcoin tastet sich seit Wochen nach oben, kämpft sich durch Widerstände, nährt Hoffnungen. Doch genau an diesem Punkt beginnt die Skepsis. Einer der bekanntesten Marktbeobachter, der Analyst Benjamin Cowen, warnt vor zu viel Euphorie – und stellt eine unbequeme These in den Raum.
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In einem aktuellen YouTube-Video, über das in der Branche breit berichtet wird, beschreibt Cowen die Lage als kritisch. Der Kurs habe eine Zone erreicht, die historisch immer wieder zur Stolperfalle geworden sei. Eine Zone, die über Aufbruch oder Rückschlag entscheidet. Cowen spricht vom sogenannten «Bärenmarkt-Widerstandsband». Ein Begriff, der technisch klingt, aber eine klare Bedeutung hat: Hier scheiterten in der Vergangenheit viele Erholungsversuche. Und die Geschichte, so seine Analyse, könnte sich erneut wiederholen.
Bitcoin: Diese unbequeme Wahrheit spricht kaum jemand aus
«Bitcoin ist in diesem Jahr – wie auch in früheren Jahren – mehrfach an diese Widerstandszone im Bärenmarkt herangelaufen», erklärt Cowen sinngemäss und verweist auf frühere Marktphasen. Besonders prägnant: die Jahre 2018 und 2022. In beiden Fällen erreichte der Kurs ähnliche Niveaus – und prallte letztlich ab. Zwar gab es kurze Ausbrüche, doch nachhaltige Trends entstanden daraus nicht. Für eine echte Trendwende müsste sich dieses Muster durchbrechen.
Entscheidend wäre laut Cowen nicht nur ein Anstieg über diese Marke, sondern vor allem das Halten darüber. Genau daran jedoch zweifelt er. «Ein Überschreiten ist möglich, aber sich dort zu halten, ist schwierig», lautet seine Einschätzung. Ein Satz, der den Kern der Analyse trifft. Kurzfristige Gewinne seien denkbar, doch die Stabilität bleibe fraglich. Ein weiterer Faktor verstärkt die Unsicherheit: der Blick auf die Makroökonomie. Cowen verweist auf saisonale Effekte und politische Zyklen.
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In Jahren mit US-Kongresswahlen habe Bitcoin historisch Schwierigkeiten gehabt, nachhaltige Aufwärtstrends zu etablieren. Ein Zufall? Möglich. Ein Muster? Ebenso. Hinzu kommt die Entwicklung am Energiemarkt. Steigende Energiepreise könnten die Inflation antreiben – mit direkten Folgen für die Geldpolitik. «Wenn die Energiepreise steigen, bedeutet das mehr Inflation – und damit weniger Spielraum für Zinssenkungen», so die Argumentation. Für risikoreiche Anlagen wie Bitcoin wäre das ein klarer Gegenwind. Die Logik ist einfach: Bleiben die Zinsen hoch, fliesst weniger Kapital in spekulative Märkte. Die Liquidität sinkt, die Risikobereitschaft ebenfalls.
Zufall oder Muster? BTC stösst an seine Grenze
Genau diese Kombination hatte bereits 2022 für erheblichen Druck gesorgt. Cowens Fazit fällt entsprechend vorsichtig aus. «Ich erwarte, dass der Kurs in diesem Bereich zurückgewiesen wird.» Eine klare Erwartung: Ablehnung statt Durchbruch. Kein Crash-Szenario, aber ein möglicher Dämpfer für die aktuelle Aufwärtsbewegung. Besonders bemerkenswert ist jedoch ein weiterer Gedanke. Sollte selbst dieser moderate Anstieg scheitern, könnte das tiefere Problem offenlegen.
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«Wenn Bitcoin nicht einmal diese erwartete Bewegung schafft, wäre das ein Zeichen von Schwäche», so Cowen. Damit steht der Markt vor einem klassischen Wendepunkt. Zwischen Hoffnung und Realität, zwischen Momentum und makroökonomischen Risiken. Die kommenden Wochen könnten entscheiden, ob Bitcoin tatsächlich in eine neue Phase eintritt – oder erneut an einer altbekannten Hürde scheitert. Die Bühne ist bereit. Der Ausgang bleibt offen. (mck)


