Durch die unerwünschte Entstehung von ASICs steht Moneros dezentrales Netzwerk unter Druck. Die Entwickler reagierten und veröffentlichten kürzlich eine neue Version des Mining-Algorithmus. RandomX Version 2.0 soll bisherige Schwachstellen schliessen. Experte Hugo Quinterio glaubt: Die Absicherung des Netzwerks könnte langfristig mit dauerhafter Arbeit verknüpft sein.

Monero unter Druck: Wie RandomX 2.0 jetzt helfen soll

Monero, der grösste Privacy Coin des Kryptomarktes, steht unter Druck. Ein chinesisches Unternehmen versucht, den Mining-Algorithmus RandomX zu durchbrechen. Die Entwickler der Blockchain reagieren und veröffentlichen RandomX Version 2.0.

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Im September 2023 stellte das chinesische Unternehmen Bitmine seinen Antminer X5 vor. Das Besondere: Es handelte sich um den ersten optimierten Miner (ASIC) für RandomX – einen Mining-Algorithmus, der Optimisierungen dieser Art gezielt verhindern soll.

Im Januar 2026 gab Bitmain bekannt, die Produktreihe für Monero mit dem Antminer X9 auszuweiten. XMR sollen sich damit noch besser schürfen lassen. Den Ansatz der in Peking ansässigen Firma nehmen die Monero-Entwickler nun allerdings aufs Korn.

Bereits am 25. März erfolgte die Veröffentlichung von RandomX 2.0. Dadurch behebt man Nachteile der bisherigen Version, welche die Erstellung von Monero-ASICs überhaupt erst ermöglichten, meint Krypto-Experte Hugo Quinteiro.

“Das ist der Kern der Sache: Version 2.0 scheint kein Versuch zu sein, jede Form der Spezialisierung zunichte zu machen. Es sieht eher so aus, als wolle man in  einige unbeabsichtigte Vorteile beseitigen, die Hardware in Version 1.0 zugutekam, welche zu stark auf ein spezifisches Profil abgestimmt war”, schreibt er.

Der relative Vorteil, den ASICs wie die Antminer X5 und X9 herausarbeiten konnten, wird dadurch eingeschränkt, legt Quinteiro dar. So lassen sich die beiden Rechner zwar immer noch nutzen, um XMR zu schürfen, allerdings sei ihre Leistung nicht länger übermäßig hoch.

Warum Monero ein Mining-Konflikt bevorstehen könnte

Monero geht in Sachen Mining schon seit seiner Entstehung einen Sonderweg. Zunächst verwendete die Blockchain den Algorithmus CryptoNight. Dieser wies jedoch Schwächen bei der Verhinderung von ASICs auf, die 2019 zur Einführung des verbesserten Algorithmus RandomX führten.

Moneros Mining-Konzept unterscheidet sich stark von anderen grossen Kryptowährungen. Damit Monero möglichst dezentral und widerstandsfähig wird, soll eine Zentralisierung des Minings verhindert werden.

Als Negativbeispiel schlechthin gilt für die Monero-Entwickler das Bitcoin-Netzwerk. Einige Mining-Zentren kontrollieren grosse Teile seiner Rechenleistung. Diese Zentren sind vergleichsweise leicht aufzufinden. Um das gesamte Bitcoin-Netzwerk lahmzulegen, müssten nur wenige Mining-Zentren abgeschaltet werden.

Moneros Ansatz ist es, das Netzwerk durch einen simplen, wenig anspruchsvollen Algorithmus möglichst weit zu verbreiten. RandomX kann effektiv auf allen Geräten mit einer CPU betrieben werden. So bleibt Home-Mining eine attraktive Option. Das Netzwerk verzeichnet dadurch viele individuelle Miner und lässt sich nicht realistisch abschalten.

Laut Quinteiro müsse man die Arbeit an RandomX dauerhaft fortsetzen, um die Dezentralisierung des Netzwerks zu gewährleisten. Bitmain werde auf RandomX 2.0 einfach mit “neuen Optimisierungen reagieren”, prophezeit er.

Moneros Entwickler könnten dazu gezwungen sein, den Algorithmus ständig neuer Veränderungen zu unterwerfen, um eine Optimierung von ASICs zu verhindern. Fraglich sei, in welcher Frequenz und in welchem Ausmass diese Veränderungen erfolgen, schreibt Quinteiro.

“Politisch und wirtschaftlich ist dieser Konflikt interessanter, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wenn der Code zu stark schützt und häufige Änderungen erfordert, um den Abstand zu spezialisierter Hardware zu wahren, entstehen dadurch Kosten für das gesamte Netzwerk. Zu geringe Veränderungen führen hingegen zur Entstehung von ASICs”, argumentiert der Experte.

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