Derzeit spielt sich ein drastisches Blutbad am Kryptomarkt ab. Neben dem Bitcoin schreiben auch weitere Top-Coins erhebliche Verluste. Privacy Coin Zcash führt die Negativtrends an. Nach einer erschütternden Sicherheitslücke verliert er 40 Prozent seines Marktwerts.
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Blutbad am Kryptomarkt: Diese Coins stürzen jetzt ins Bodenlose
Der Kryptomarkt schreibt massive Verluste. Einige Coins verzeichnen über die letzten Tage einen dramatischen Niedergang. Die aktuelle Entwicklung erweist sich für den Marktführer Bitcoin als Totalausfall.
BTC verzeichnet im Wochentrend Verluste in Höhe von 15 Prozent. Zum Redaktionsschluss notiert der Bitcoin-Kurs bei 62.520 US-Dollar. Heute Morgen gegen 8.25 Uhr Schweizer Zeit erreichte die Kryptowährung laut CoinMarketCap ein regionales Tief bei 61.112 US-Dollar. Zuletzt wurde der Bitcoin im Februar für diesen Marktwert gehandelt.
- Bitcoin
(BTC) - Preis
$60,849.00
- Marktkapitalisierung
$1.22 T
Gleichzeitig erreichen die Verluste vieler weiterer Kryptowährungen ebenfalls extreme Ausmasse. So liegt Ethereum im Wochentrend ganze 16,50 Prozent im Minus. Allein seit gestern sank die zweitgrösste Kryptowährung um 4,40 Prozent. Der Ethereum-Kurs fällt dadurch auf 1.678 US-Dollar.
Die aktuell viertplatzierte Kryptowährung BNB hält sich mit milden 7,30 Prozent Verlust im Wochentrend auffällig stark. Auch Tron bleibt mit einem geringen Minus von 4,66 Prozent stabil. Hyperliquid sank um lediglich 1,30 Prozent.
Einige der Top-Coins befinden sich hingegen auf wackligen Beinen. So rutschte XRP im Wochentrend um 14 Prozent auf 1,13 US-Dollar ab. Solana notiert nach 19-prozentigen Kursverlusten bei 66,60 US-Dollar. Dogecoin sank um 14,60 Prozent auf 0,084 US-Dollar.
James Butterfill von CoinShares nennt geopolitische Spannungen, den Zinsmarkt und eine Konkurrenz zu KI-Unternehmen als ausschlaggebende Gründe für die jüngsten Verluste.
“Die Märkte hatten auf eine schnellere Entspannung gesetzt. Stattdessen bleibt die Lage offen, und die Unsicherheit schlägt zunehmend auf die Zinserwartungen durch”, schreibt Butterfill in einer E-Mail an CoinPro.
Leitzinssenkungen, die zeitnah unerwartet ausbleiben dürften, wertet der Markt demnach als pessimistisch. Entsprechend negativ ist die Neubewertung der Kryptos durch Anleger. Stattdessen ist sogar mit Zinserhöhungen zu rechnen.
“Diese Neubewertung trifft Bitcoin derzeit stärker als jede kryptospezifische Nachricht”, so Butterfill.
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Dieser Faktor versetzt Krypto jetzt in extreme Furcht
Der zentrale Faktor hinter den negativen Entwicklungen ist der Irankrieg, dessen unklare Zukunft die Anleger zunehmend verunsichert. Weitere Kursdrücker kommen hinzu. So rotiert augenscheinlich mehr Kapital aus dem Kryptomarkt in Richtung der KI-Unternehmen.
“Der zweite Belastungsfaktor ist die Liquiditätsrotation in Richtung künstliche Intelligenz. Kapital fließt weiterhin mit hoher Dynamik in KI-Exposures”, erklärt der Forschungsleiter von CoinShares.
Mit SpaceX, Anthropic und OpenAI bereiten gleich drei wichtige Firmen im Bereich der künstlichen Intelligenz ihre Börsengänge vor. Interessenten scheinen Liquidität im Kryptomarkt freizulegen, um sich auf die IPOs vorzubereiten.
“Bitcoin konkurriert in dieser Phase nicht nur mit klassischen Risikoanlagen, sondern auch mit dem dominierenden Narrativ des Jahres”, kommentiert Butterfill diesen Vorgang.
Der Experte hält den Negativtrend für unaufhaltbar, sollten sich die Grundlagen nicht entscheidend verändern.
“Für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben braucht es allerdings zwei Voraussetzungen: mehr Klarheit im Iran-Konflikt und eine Wende im Zinsausblick.”
Der CMC Crypto Fear & Greed Index verleiht dieser Einschätzung zusätzliches Gewicht. Noch am 23. April stieg das Marktsentiment auf ein regionales Hoch von 60 Punkten. Der Index erreichte damit das gierige Gefilde. Inzwischen ist ein Rückgang auf 17 von 100 Punkten zu sehen.
Die Stimmungslage fällt damit in den Bereich “extreme Furcht”, den der Kryptomarkt erst im März verlassen hatte.

Zcash fällt durch Sicherheitslücke um 40 Prozent
Besonders deutlich fallen die Verluste derzeit beim Privacy Coin Zcash (ZEC) aus. Die digitale Anlage verzeichnet im Tagestrend Verluste von 39 Prozent. Im Wochentrend schreibt der Privacy Coin 40 Prozent Verlust. Er notiert bei 323 US-Dollar.

Zwar spielt der generelle Marktabschwung in diese Entwicklung hinein, allerdings hatten sich die Entwickler der Blockchain über Jahre hinweg einen enormen Patzer erlaubt, der Anleger jetzt erschüttert. Anfang der Woche hatten die Zcash-Entwickler von ZODL bekannt gegeben, dass eine Sicherheitslücke behoben werden musste.
Während dieser Zeit war Zcashs Orchard Pool für sechs Stunden offline. Zcash ist eine hybride Blockchain, die sowohl transparente als auch vertrauliche Transaktionen abwickeln kann. Orchard ist die modernste Implementierung verschlüsselter Transaktionen.
Gestern erklärte ZODL, dass die Schwachstelle vier Jahre lang existierte und die Erstellung unrechtmäßiger ZEC erlaubte. Laut den Entwicklern sei sie nie ausgenutzt worden. Dennoch besteht die Gefahr, dass die Umlaufmenge der ZEC höher ist als bisher angenommen.
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