Swatch hat es wieder getan. Und diesmal mit einem Partner, den niemand kommen sah. Gemeinsam mit Audemars Piguet hat die Marke soeben die brandneue Royal Pop vorgestellt – eine Kollektion, die die legendäre Royal Oak in etwas radikal Neues verwandelt: eine farbenfrohe Taschenuhr aus Bioceramic, inspiriert von den ikonischen Swatch-POP-Modellen der 1980er-Jahre.

Jenseits des Handgelenks – Eine Royal Oak wie nie zuvor

Statt einer Royal Oak im „MoonSwatch-Stil“ fürs Handgelenk haben Swatch und Audemars Piguet ein hybrides Objekt geschaffen, das um den Hals getragen, an einer Tasche befestigt, in der Hosentasche verstaut oder als Tischuhr aufgestellt werden kann. Das Konzept schöpft aus der Pop Art und verbindet verspielte Kühnheit mit der DNA feiner Uhrmacherkunst.

Trotz des radikalen Formats ist das unverkennbare Design der Royal Oak allgegenwärtig: die achteckige Lünette, die acht Sechskantschrauben und APs ikonische Petite-Tapisserie-Zifferblattstruktur – alles ist vorhanden. Swatch hat lediglich die Farben und Proportionen aufgedreht und damit etwas geschaffen, das deutlich grafischer und verspielter ist als alles, wofür Audemars Piguet jemals seinen Namen hergegeben hat.

Acht Zifferblätter, acht Sprachen, eine Ikone

Die Kollektion umfasst acht Modelle, jedes in einer anderen Sprache benannt und jeweils eine Farbe mit der Zahl Acht kombinierend, als Hommage an die achteckige Lünette der Royal Oak:

  • Otto Rosso – Rosa mit roter Lünette
  • Huit Blanc – Weiss mit mehrfarbigen Schraubenakzenten
  • Green Eight – zwei kontrastierende Grüntöne
  • Blaue Acht – Lindengrün und Hellblau, fast vollständig lumineszierend
  • Orenji Hachi – tiefes Marineblau mit orangefarbenen Akzenten
  • Ocho Negro – markantes monochromes Schwarz-Weiss
  • Làn Ba – Hellblau- und Mittelblautöne
  • OTG ROZ – petrolfarbenes Zifferblatt, leuchtend gelbe Lünette und rosafarbene Akzente

Sechs Modelle verfügen über das Lépine-Layout mit der Krone auf 12 Uhr und einer minimalistischen Zweizeigeranzeige. Die verbleibenden zwei, Làn Ba und OTG ROZ, setzen auf die Savonnette-Konfiguration mit der Krone auf 3 Uhr und einer kleinen Sekunde auf 6 Uhr. Alle acht Modelle sind seit dem Launch auf Chrono24 verfügbar.

Ernsthafte Mechanik hinter der Pop-Art-Oberfläche

Hier wird es unter der verspielten Oberfläche ernst. Anders als die quarzbetriebene MoonSwatch läuft jede Royal Pop mit einer neuen Handaufzugsversion von Swatchs SISTEM51-Werk, mit 15 aktiven Patenten, über 90 Stunden Gangreserve, antimagnetischen Nivachron-Unruhspiralen, die gemeinsam mit AP entwickelt wurden, und laserfeinjustierter Präzision. Ein Saphirglasboden gibt den Blick auf das Werk frei, während ein integrierter visueller Gangreserveindikator seine Farbe von Grau – Zeit zum Aufziehen, zu Gold wechselt, wenn die Zugfeder voll gespannt ist.

Unter 400 €: Ein Preis, der die Spielregeln verändert

Mit 400 € liegt die Royal Pop deutlich unter den Erwartungen, insbesondere angesichts des mechanischen Werks, der aufwändigen Gehäusekonstruktion und des Audemars-Piguet-Brandings. Diese Kombination garantiert praktisch sofortige Ausverkaufe. Und der Sekundärmarkt bestätigt es: Nur wenige Tage nach dem Launch werden Royal-Pop-Modelle bereits für 1.000 bis 5.000 USD auf Wiederverkaufsplattformen gehandelt, ein drastischer Anstieg, der verdeutlicht, wie weit die Nachfrage das Angebot überstiegen hat. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, war der Ansturm auf die Swatch-Filialen so gross, dass mehrere Boutiquen vorsorglich schliessen mussten, vor den Geschäften in Paris, New York und weiteren Metropolen bildeten sich lange Schlangen, teils campierten Käufer bereits seit dem Vorabend. Die neue Royal Pop von Swatch entdecken

Die Uhrenwelt ist gespalten und genau das ist gewollt

Die Reaktionen sind polarisiert, genau wie beabsichtigt. Manche Sammler feiern die Royal Pop als erfrischende Absage an den Ernst der Luxusuhren-Welt; andere nennen es Sakrileg. Doch selbst Skeptiker räumen ein, dass die Zusammenarbeit kreativ deutlich ambitionierter ist als eine simple Royal-Oak-Neuauflage. Das mechanische Werk hat bei Enthusiasten besonderen Respekt verdient.

Ob die Royal Pop zur Sammler-Ikone oder zur kulturellen Kuriosität wird, Swatch und Audemars Piguet haben bereits gewonnen: Dies ist das eine Uhren-Release, über das niemand aufhören kann zu diskutieren.

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