Der Zusammenbruch der Kryptobörse FTX zählt zu den grössten Finanzskandalen der vergangenen Jahre. Milliarden verschwanden, Millionen Anleger verloren ihr Geld und Gründer Sam Bankman-Fried wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Fast drei Jahre nach der spektakulären Insolvenz sorgt nun jedoch eine Entscheidung der US-Derivateaufsicht CFTC für Aufmerksamkeit: Zwei der wichtigsten ehemaligen Führungskräfte von FTX müssen trotz ihrer Rolle im Skandal keine Geldstrafe bezahlen.

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Wie die US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mitteilte, wurde mit der früheren Alameda-Research-Chefin Caroline Ellison sowie FTX-Mitgründer Gary Wang eine Einigung erzielt. Beide erhalten zwar langjährige Berufsverbote im regulierten Derivatehandel, finanzielle Sanktionen oder die Rückzahlung mutmasslich unrechtmässig erzielter Gewinne bleiben ihnen jedoch erspart.

FTX-Skandal: Überraschende Entscheidung wirft Fragen auf

Caroline Ellison darf für fünf Jahre keine Geschäfte tätigen, die unter die Zuständigkeit der CFTC fallen. Zudem wurde ihr für zehn Jahre untersagt, sich bei der Behörde registrieren zu lassen. Gary Wang erhielt ebenfalls ein fünfjähriges Handelsverbot, sein Registrierungsverbot wurde auf acht Jahre festgelegt. Warum verzichtet die Aufsichtsbehörde auf Geldstrafen? Die Antwort liefert die CFTC selbst. Nach Angaben der Behörde spielte die umfassende Zusammenarbeit der beiden ehemaligen Manager bei den Ermittlungen eine entscheidende Rolle. Sie unterstützten die Strafverfolger während der Aufarbeitung des FTX-Skandals und sagten später auch gegen Sam Bankman-Fried aus.

CFTC-Direktor David Miller betonte die Bedeutung dieser Kooperation. «Die heutige Einigung unterstreicht erneut den hohen Stellenwert, den diese Abteilung einer starken Zusammenarbeit beimisst», erklärte er. Die Vereinbarung wurde inzwischen von einem Bundesgericht in Manhattan bestätigt und ist Teil der juristischen Aufarbeitung des FTX-Zusammenbruchs aus dem Jahr 2022. Damals meldete die von Sam Bankman-Fried geführte Kryptobörse Insolvenz an. Die US-Justiz wirft der früheren Unternehmensführung vor, über Jahre hinweg Kundengelder zweckentfremdet und Milliarden von Anlegern, Kreditgebern und Investoren veruntreut zu haben.

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Sam Bankman-Fried selbst verbüsst inzwischen eine 25-jährige Freiheitsstrafe. Erst Anfang dieses Jahres scheiterte er mit dem Versuch, seine Verurteilung anzufechten. Caroline Ellison bekannte sich bereits früh schuldig. Im Jahr 2024 wurde sie zu zwei Jahren Haft verurteilt. Gary Wang räumte ebenfalls seine Schuld ein, erhielt jedoch keine Freiheitsstrafe. Beide traten im Strafprozess gegen Bankman-Fried als zentrale Belastungszeugen der Staatsanwaltschaft auf und lieferten wichtige Einblicke in die internen Abläufe von FTX und Alameda Research.

Darum müssen diese Ex-Manager keine Geldstrafe zahlen

Die juristische Aufarbeitung ist damit allerdings noch nicht abgeschlossen. Bereits im April hatte die CFTC eine weitere Einigung mit Nishad Singh bekannt gegeben, dem ehemaligen Technikchef von FTX. Singh verpflichtete sich, rund 3,7 Millionen US-Dollar an unrechtmässig erzielten Gewinnen zurückzuzahlen. Zusätzlich wurde auch gegen ihn ein zeitlich begrenztes Handels- und Registrierungsverbot verhängt. Der jüngste Entscheid zeigt, wie stark US-Behörden bei komplexen Wirtschaftsstrafverfahren auf die Kooperation von Insidern setzen. Wer entscheidend zur Aufklärung beiträgt, kann selbst bei schwerwiegenden Vorwürfen mit einer milderen Behandlung rechnen.

Für viele ehemalige FTX-Kunden dürfte diese Entwicklung dennoch gemischte Gefühle auslösen. Während ein Teil der Verantwortlichen auf finanzielle Sanktionen verzichten kann, kämpfen zahlreiche Geschädigte auch Jahre nach der Insolvenz noch immer um die vollständige Rückzahlung ihrer Verluste. Der Fall FTX bleibt damit nicht nur ein Symbol für das spektakuläre Scheitern einer Kryptobörse, sondern auch für die schwierige juristische Aufarbeitung eines der grössten Betrugsfälle der Finanzgeschichte. (mck)

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