Jede grössere Korrektur am Kryptomarkt bringt dieselbe Frage zurück: War es das mit Bitcoin – oder beginnt gerade der nächste Aufschwung? Während viele Anleger nach den heftigen Schwankungen der vergangenen Monate weiterhin vorsichtig bleiben, kommt nun eine optimistische Einschätzung aus den Reihen der traditionellen Finanzwelt. Ein ehemaliger Spitzenmanager der Credit Suisse ist überzeugt: Die schwierigste Phase dieses Marktzyklus liegt bereits hinter Bitcoin.
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Diese Einschätzung stammt von CK Zheng, dem früheren globalen Leiter für Bewertungsrisiken bei der Credit Suisse und heutigen Mitgründer sowie Investmentchef von ZX Squared Capital. Im Gespräch mit «Investing.com» erklärte Zheng, dass Bitcoin bis Ende 2027 einen Kurs von 150.000 US-Dollar erreichen könne. Grundlage seiner Prognose sei nicht blosser Optimismus, sondern ein grundlegender Wandel innerhalb des Kryptomarktes.
Bitcoin-Kurs auf 150.000 Dollar?
Nach Ansicht des Investors unterscheidet sich die aktuelle Marktphase deutlich von früheren Bärenmärkten. Während der Abschwung im Jahr 2022 von spektakulären Unternehmenszusammenbrüchen geprägt gewesen sei, präsentiere sich die Branche heute wesentlich robuster. Damals erschütterten Insolvenzen und Zusammenbrüche wie Terra/Luna, Celsius, Voyager oder FTX das Vertrauen in den gesamten Sektor. Diese Ereignisse hätten den Markt nachhaltig verändert und viele Schwachstellen offengelegt.
Heute sei die Ausgangslage eine andere. Zheng sieht vor allem die zunehmende Beteiligung institutioneller Investoren als entscheidenden Unterschied. Spot-Bitcoin-ETFs, professionelle Vermögensverwalter und börsenkotierte Unternehmen mit Bitcoin in ihren Bilanzen würden langfristig orientiertes Kapital anziehen. Dadurch verliere der Markt schrittweise seine frühere Abhängigkeit von kurzfristiger Spekulation privater Anleger. Ein weiterer Faktor ist aus Sicht des Experten die regulatorische Entwicklung in den USA.
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Sollten Gesetze wie der CLARITY Act verabschiedet werden, könnte dies für viele institutionelle Investoren die bislang fehlende Rechtssicherheit schaffen. Zheng erwartet, dass genau dieser Punkt eine neue Welle an Kapitalzuflüssen auslösen könnte. Mehr Klarheit bei den Spielregeln würde insbesondere grossen Vermögensverwaltern den Einstieg erleichtern. Auch beim Marktzyklus bleibt Zheng seiner positiven Haltung treu. Er geht davon aus, dass das bekannte Vierjahresmuster bei Bitcoin trotz wachsender institutioneller Beteiligung weiterhin Bestand hat.
Diese Krypto-Prognose lässt Anleger aufhorchen
Einen neuen Aufwärtstrend erwartet er gegen Ende dieses Jahres oder zu Beginn des kommenden Jahres. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, könnte Bitcoin nach seiner Einschätzung in eine neue Hausse eintreten. Das Kursziel von 150.000 US-Dollar begründet Zheng zudem mit makroökonomischen Entwicklungen. Besonders die weiter steigende Staatsverschuldung der USA könnte seiner Meinung nach institutionelle Investoren dazu zwingen, verstärkt nach Absicherungen gegen eine mögliche Entwertung des US-Dollars zu suchen.
Gold bleibe zwar ein klassischer Wertspeicher, doch Bitcoin entwickle sich zunehmend zur digitalen Alternative. «Ernsthafte institutionelle Investoren werden sich gegen das Risiko einer Dollar-Abwertung absichern müssen», erklärte Zheng gegenüber Investing.com. Dies könne über Investitionen in Gold und Bitcoin erfolgen. Die Kombination aus begrenztem Angebot, wachsender Akzeptanz und institutioneller Nachfrage könne den Kurs langfristig deutlich nach oben treiben. Hinzu komme ein Effekt, den viele Marktteilnehmer bereits aus früheren Zyklen kennen:
Sobald grosse Investoren verstärkt einsteigen, könnte auch die Angst, eine Rallye zu verpassen – das sogenannte institutionelle FOMO –, zusätzliche Dynamik erzeugen. Ob Bitcoin tatsächlich die Marke von 150.000 US-Dollar erreicht, bleibt offen. Klar ist jedoch: Immer mehr Stimmen aus der klassischen Finanzwelt betrachten die Kryptowährung nicht mehr als kurzfristigen Hype, sondern als eigenständige Anlageklasse. Genau dieser Wandel könnte in den kommenden Jahren mindestens ebenso wichtig werden wie die täglichen Kursschwankungen. (mck)


