Die FINMA genehmigte den ersten Spot-Bitcoin-ETF und damit gleichzeitig die erste Anlage dieser Art in ganz Europa. CoinPro erklärt, warum ähnliche Entwicklungen in den USA bereits 109 Milliarden US-Dollar ins Bitcoin-Ökosystem schleusen konnten.

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Erster Bitcoin-ETF der Schweiz genehmigt: Was man wissen muss

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (kurz FINMA) genehmigte am Dienstag den ersten Spot-Bitcoin-ETF der Schweiz – das gab die Behörde in einer Pressemitteilung bekannt. Laut eigener Aussage reagiert man mit der Genehmigung auf eine spürbare Marktentwicklung.

“Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA genehmigt den ersten direkt in Bitcoins investierenden Publikumsfonds und fokussiert dabei auf Anlegerschutz und Transparenz”, schrieb die Finanzaufsicht in der Mitteilung.

Weil der ETF mit einem Bitcoin eine besonders gut etablierte Kryptowährung anlegt, sieht FINMA von den üblichen Risikoverteilungsvorschriften ab. Nur wegen dieser Einzelgenehmigung ist ein andernfalls unzulässiges Investment in eine einzige Anlage trotz des offiziellen Status als ETF möglich.

Durch die Verteilung des Fundsvermögens sollen Verluste durch eine einzelne Wertanlage üblicherweise minimiert werden.

“Da Bitcoins im Vergleich zu anderen Kryptowährungen eine lange Handelsgeschichte und ein besonders hohes Handelsvolumen aufweisen, hat die FINMA vorliegend eine Ausnahme von den anwendbaren Risikoverteilungsvorschriften genehmigt”, begründet sie diese Entscheidung.

Bei der Beaufsichtigung des Funds lege man besonders grossen Wert auf die Prüfung operationeller Risiken sowie sicherer Verwahrung. Die Behörde argumentiert, dass ein Bitcoin-Investment über den ETF für Anleger dadurch sicherer sei als ein direkter Kauf der Kryptowährung.

Um einen Warnhinweis ist die FINMA trotzdem nicht verlegen. So gab sie in ihrer Verlautbarung bekannt, “dass Investitionen in Bitcoins – auch über einen von ihr genehmigten ETF – hoch riskant bleiben. Wegen der starken Schwankungen bei Kryptowährungen kann das eingesetzte Kapital erheblich an Wert verlieren.”

Obwohl eine Kryptowährung zum Einsatz kommt, gelte das Finanzdienstleistungsgesetz (kurz FIDLEG), dessen Verhaltensregeln streng einzuhalten seien. Der Betreiber des Bitcoin-ETFs muss Anleger somit vor dessen Risiken warnen und per Eignungsprüfung bewerten, ob die Anlage zum potenziellen Investor passt.

Dieses Unternehmen ergattert den ersten Bitcoin-Funds der Schweiz

Fraglich blieb zunächst, wie genau der ETF heisst und welcher Betreiber dahinter steckt. Darauf machte etwa Rino Borini vom Beratungs- und Medienhaus Scarossa über Linkedin aufmerksam.

Nach einer Pressemitteilung des Herausgebers selbst ist nun offenkundig, dass es sich bei dem verantwortlichen Vermögensverwalter um BIT Asset Management handelt. Der ETF trägt offiziell den Namen Bitcoin Fund ETF (BBIT).

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Mehr Informationen

Ab November soll die Investmentanlage an der Schweizer Börse SIX mit Sitz in Zürich verfügbar sein, erklärte das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Die erfolgreiche Genehmigung des ersten Bitcoin-ETFs der Schweiz wertet das Unternehmen als wichtigen Meilenstein. Man setze dabei gezielt auf die besonders wertvolle Reputation der Eidgenossenschaft als bedeutender Finanzstandort.

“Die Schweiz hat sich als führender Standort für digitale Vermögenswerte etabliert und vereint dabei einen starken Finanzsektor, klare regulatorische Rahmenbedingungen und ein innovatives Ökosystem”, so John Ge, Geschäftsführer von BIT.

“Die Einführung des ersten Schweizer Bitcoin-ETF ist für uns ein wichtiger Meilenstein, der unser langfristiges Engagement für den Schweizer Markt und unser Bestreben widerspiegelt, eine Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und neuen Technologien zu schlagen”, setzt er fort.

Warum Krypto-ETFs so beliebt sind

BBIT ist nicht die erste börsennotierte Investmentanlage, die eine Kryptowährung wie den Bitcoin abbildet. WisdomTree startete schon 2019 ein Bitcoin-ETP mit dem Kürzel BTCW an der SIX.

Ein 2015 in Schweden von CoinShares gegründeter Bitcoin-ETP namens Bitcoin Tracker One ETN gilt als erste Investmentanlage dieser Art in Europa. BBIT ist allerdings der erste ETF seiner Art auf unserem Kontinent.

Es handelt sich dabei nicht um Wortklauberei. Stattdessen garantiert der Namenszusatz “ETF” die Beaufsichtigung der Anlage durch die Finanzmarktaufsichtsbehörde. Dadurch – das zeigen Entwicklungen aus den USA besonders eindrucksvoll – fühlen sich institutionelle Anleger angesprochen. In den USA sind Spot-Bitcoin-ETFs seit Januar 2024 verfügbar. Dort verwalten sie bereits 109 Milliarden US-Dollar.

BBIT ist nicht nur der erste Spot-Bitcoin-ETF in der Schweiz, sondern auch in Gesamteuropa. Ob er ähnliche Erfolge wie seine amerikanischen Pendants erzielen kann, lässt sich jedoch frühestens Anfang November feststellen.

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