Es war lange Zeit ein reines „Bitcoin-Maximalisten“-Märchen, doch im Januar 2026 ist es in der Realpolitik angekommen: Die strategische Bitcoin-Reserve. Während die US-Regierung unter dem neuen regulatorischen Rahmen beginnt, Bitcoin offiziell als strategisches Reserve-Asset zu deklarieren, stellt sich im DACH-Raum eine brisante Frage: Hat die Schweiz ihren historischen Vorsprung verspielt?
Die Zahlen sind beeindruckend: Schätzungen zufolge halten die USA mittlerweile über 200.000 BTC in ihren Beständen. Doch der Paradigmenwechsel liegt nicht in der Menge, sondern in der Absicht. Weg vom „beschlagnahmten Gut“, hin zum „strategischen digitalen Gold“.
Die „Lummis-Welle“ erreicht den Bundesplatz in Bern
In der Schweiz formiert sich derzeit eine breite Allianz aus Ökonomen und Parlamentariern, die eine Ergänzung der Nationalbank-Reserven fordern. Das Argument: Wenn Bitcoin das digitale Gold des 21. Jahrhunderts ist, darf eine Nation, deren Stabilität auf Goldreserven fusst, diesen Trend nicht verschlafen.
- Die Volksinitiative: Die „Bitcoin-Initiative“ in der Schweiz, die bereits 2024 und 2025 für Schlagzeilen sorgte, gewinnt im aktuellen Umfeld massiv an Boden. Ziel ist es, Bitcoin in Artikel 99 der Bundesverfassung aufzunehmen – direkt neben Gold. (die Sammelfrist endet übrigens am 30.06.26)
- Der SNB-Druck: Die Schweizer Nationalbank (SNB) zeigt sich gewohnt zurückhaltend. Doch Experten warnen: Sollten andere Zentralbanken beginnen, BTC aktiv zu kaufen, könnte der Preis für einen Einstieg der Schweiz in astronomische Höhen steigen.
Deutschland: Vom „Verkäufer“ zum „Zuschauer“?
Ein Blick über die Grenze nach Deutschland zeigt ein schmerzhaftes Bild für Bitcoin-Fans. Die Erinnerung an den Sommer 2024, als das Land Sachsen rund 50.000 BTC für ca. 2,8 Milliarden Euro verkaufte, sitzt tief. Beim heutigen Kurs von über 87.000 USD (Stand 25.01.2026) hätte dieser Bestand einen Wert von über 4,3 Milliarden Euro. Die politische Debatte im Bundestag hat sich gedreht. Wo früher Warnungen vor Volatilität dominierten, hört man heute Stimmen, die Bitcoin als Absicherung gegen die Entwertung des Euro fordern. Deutschland und auch Europa droht hier, durch die US-Politik abgehängt zu werden.
Warum eine Reserve heute Sinn macht (und warum nicht)
Kritiker führen weiterhin die Volatilität ins Feld. Doch die Befürworter im DACH-Raum argumentieren mit der Spieltheorie:
- First-Mover-Advantage: Diejenigen Nationen, die zuerst einen Teil ihrer Reserven in ein begrenztes Gut wie Bitcoin umschichten, profitieren überproportional von der globalen Wertsteigerung.
- Digitale Souveränität: In einer Welt der Handelskriege (siehe aktuelle Zoll-Thematik) bietet Bitcoin eine zensurresistente Wertaufbewahrung, die unabhängig von US-Dollar-zentrierten Clearingsystemen funktioniert.
- Diversifikation: Gold bleibt wichtig, aber Bitcoin bietet eine asymmetrische Renditechance, die das Risiko eines kleinen Portfolionanteils (z.B. 1–3 %) rechtfertigt.
Ein Beispiel, wie andere Länder mit Bitcoin umgehen ist hierbei Bhutan – das Bitcoin-Königreich. Das Land im Himalaya setzt seit langer Zeit auf Bitcoin.
Fazit: Das „Endspiel“ der Fiat-Währungen?
Die Diskussion um strategische Reserven ist der ultimative Ritterschlag für Bitcoin. Es geht nicht mehr darum, ob Bitcoin „echtes Geld“ ist, sondern wer wie viel davon besitzt, um in der globalen Wirtschaftsordnung der nächsten 20 Jahre mitzureden. Für Anleger im DACH-Raum ist dies ein bullisches Signal. Wenn Staaten beginnen, über Kaufprogramme nachzudenken, verschwindet das „Absturz auf Null“-Risiko faktisch komplett. Bitcoin wird zum politikum – und die Schweiz muss sich entscheiden, ob sie wieder Pionier oder diesmal nur Follower sein will.


