15 Jahre nach einem erfolgreichen Hack der damals grössten Krypto-Börse Mt.Gox meldet sich nun ihr ehemaliger Leiter zu Wort. Mark Karpeles möchte einen Milliardenschaden am Bitcoin-Ökosystem rückgängig machen. Dafür plant er einen Hard Fork. Warum dieser unter Bitcoinern auf enormen Widerstand trifft.

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Bitcoin: Wie ein Hard Fork einen Milliardenschaden abwenden soll

Ein früheres Sicherheitsproblem, das dem Bitcoin einen Milliardenschaden einbrachte, soll durch einen Hard Fork behoben werden – auf diese Idee kam der ehemalige Mt.Gox-Leiter Mark Karpeles kürzlich. Der Vorfall ist fast 15 Jahre alt. Viele Nutzer der damals grössten Krypto-Börse Mt.Gox sind betroffen. Bis heute ist der Kriminalfall nicht endgültig abgewickelt.

Ein Rückblick: Bevor Mt.Gox seine Pforten im Jahr 2014 wegen seiner Insolvenz schliessen musste, war das Unternehmen eine Erfolgsgeschichte. Damals war die Handelsplattform der mit Abstand beliebteste Dienst seiner Art. 70 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels fanden auf Mt.Gox statt.

Über Jahre hatten Angreifer die Wallets der Krypto-Börse unentdeckt leergeräumt. Einer dieser Vorfälle führte im Jahr 2011 zu einer Transaktion, die 79.956 BTC aus den Wallets des Marktplatzes entwendete. Dieses Geld blieb seither unangetastet. Genau deshalb möchte Karpeles das Vermögen auf unübliche Weise wiederherstellen.

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“Im Juni 2011 führte ein Hack der MtGox-Systeme dazu, dass etwa 79.956 BTC an die Adresse 1FeexV6bAHb8ybZjqQMjJrcCrHGW9sb6uF übertragen wurden. Der private Schlüssel für diese Adresse wird vom Angreifer kontrolliert, nicht von MtGox oder seinen Gläubigern. Diese Coins wurden seit über 15 Jahren nicht mehr bewegt. Sie gehören zu den bekanntesten und öffentlich verfolgten UTXOs in der Geschichte von Bitcoin”, schrieb Karpeles letzten Donnerstag.

In seinem Github-Beitrag stellt der Entwickler daher die konkrete Forderung auf, das Geld durch einen Hard Fork an seine rechtmässigen Eigentümer zu verbringen.

“Dieser Vorschlag fügt eine Konsensregel hinzu, die es ermöglicht, die UTXOs, die an die Adresse 1FeexV6bAHb8ybZjqQMjJrcCrHGW9sb6uF gebunden sind, unter Verwendung einer Signatur von der MtGox-Wiederherstellungsadresse 1zUrwsmiJxs19c8SJ8FyGZRXD1zUW77Wj auszugeben, sodass die Gelder im Rahmen des bestehenden, gerichtlich beaufsichtigten Wiederherstellungsverfahrens an die Gläubiger von MtGox zurückgezahlt werden können.”

Darum ist ein Fork zur Bekämpfung der Kriminalität unter Bitcoinern so unbeliebt

Karpeles’ Forderung setzt auf ein umstrittenes Konzept. Die Blockchain kann nachträglich durch einen Mehrheitsbeschluss verändert werden, da sie auf dem demokratischen Prinzip beruht. Derlei Massnahmen sind unter Bitcoinern und in der gesamten Krypto-Szene allerdings äusserst unbeliebt.

Eine Veränderung der Blockchain durch einen Fork widerspricht den Konzepten der Neutralität und Unveränderlichkeit. Bestimmte Transaktionen würden rückgängig gemacht, weil sie der Mehrheit der Nutzer unliebsam sind.

Im Jahr 2016 gab es einen solchen Hard Fork bei Ethereum, der zur Spaltung des Netzwerks in Ethereum und Ethereum Classic führte. Bis heute gilt die Massnahme als fragwürdig, obwohl man so die unbefugte Entwendung grosser Geldmengen an ETH rückgängig machen konnte.

Unzählige Beiträge auf X zeigen: Bitcoiner beäugen Karpeles’ Vorschlag mit kritischen Augen. Die fast 80.000 BTC sind derzeit 5,2 Milliarden US-Dollar wert. Aus finanzieller Sicht wäre der gewünschte Fork für Geschädigte also eine Wohltat.

Karpeles’ Vorschlag wurde bereits nach einem Tag geschlossen. Federführende Bitcoin-Entwickler hatten ihn als “Spam” markiert. Der Fork wird also höchstwahrscheinlich nicht umgesetzt.

Der Programmierer fordert Leser auf X dazu auf, ernsthafte Kritik am Vorschlag zu hinterlassen. Karpeles selbst hält die Massnahme für positiv, könne sie doch eine Signalwirkung entfalten, die ähnliche Angriffe künftig verhindert.

Bitcoin-Core-Entwickler Luke Dashjr erklärte den Erfolg des Vorschlags bereits für ausgeschlossen.

“Dazu wird es offenkundig nie kommen”, antwortete er auf Karpeles’ Bitte um Kommentare.

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Dabei kritisiert Dashjr die technische Umsetzung mehr als das grundlegende Konzept. Es sei “sinnvoller”, die “alten UTXOs” zu löschen und “neue zu minten”. Auf diese Weise sei die Integrität der gesamten Blockchain weiterhin gewährleistet.

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