Über die beliebte Lending-Plattform Aave verlor ein Trader innerhalb von Sekunden 50 Millionen US-Dollar, die er zu investieren plante. Ein technischer Defekt liegt laut öffentlichen Informationen nicht vor. Stattdessen vernichtete der Trader sein Vermögen selbständig. Wie das geschehen konnte und warum Aave nun trotzdem bessere Sicherheitsmassnahmen einführen möchte.
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Krypto-Trader verliert 50 Millionen in DeFi: Wie kann das passieren?
Ein unbekannter Krypto-Trader tauschte kürzlich 50 Millionen US-Dollar in einem Derivat des Stablecoins USDT gegen ein Derivat des Governance-Tokens Aave. Dafür nutzte er das Lending-Portal Aave. Der Tausch wurde über das integrierte CoW Protocol durchgeführt. Am Ende verlor der Nutzer über die DeFi-Anwendung beinahe seine sämtlichen 50 Millionen US-Dollar.
Aave-Gründer Stani Kulechov war es, der vor wenigen Tagen auf den Vorfall aufmerksam machte. Weil der Tausch enormes Volumen und extrem hohe Verluste aufwies, hatte er Wind von ihm bekommen.
Blockchaindaten zeigen: Der Nutzer investierte 50,4 Millionen US-Dollar und erhielt dafür nur einen Gegenwert von 36.000 US-Dollar ausgezahlt – nämlich 327 aEthAAVE. Er musste beinahe einen Totalverlust hinnehmen.
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Kulechov beruhigt die Öffentlichkeit. Ein technischer Defekt sei nicht aufgetreten. Alles habe funktioniert wie geplant. Der Nutzer habe lediglich die Slippage ignoriert – entweder bewusst oder versehentlich.
„Angesichts des ungewöhnlich hohen Volumens innerhalb eines einzelnen Auftrags warnte die Aave-Benutzeroberfläche – wie die meisten Handelsplattformen – den Nutzer vor aussergewöhnlichen Abweichungen und verlangte eine Bestätigung über ein Kontrollkästchen“, schrieb Kulechov.
„Der Nutzer bestätigte die Warnung auf seinem Mobilgerät und führte den Tausch durch, wobei er die hohe Slippage akzeptierte.“
Aave nahm durch den Tausch Gebühren in Höhe von 600.000 US-Dollar ein. Diese werde man dem Nutzer zurücksenden, erklärte Kulechov. Der Grund dafür: Der Trade sei offenkundig nicht wie gewünscht abgelaufen und habe daher einen enormen Schaden verursacht, an dem sich Aave nicht bereichern möchte.
„Wir haben Verständnis für den Nutzer und werden versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen; ausserdem werden wir die im Rahmen der Transaktion eingenommenen Gebühren in Höhe von 600.000 Dollar zurückerstatten.“
Zwar folge man bisher dem Industriestandard und akzeptiere die freie Entscheidung der Nutzer, allerdings wolle man bei Aave nun zusätzliche Sicherheitsmechanismen einbauen, um derartige Schäden künftig zu vermeiden.
Slippage: Wie man Verluste in DeFi vermeidet
Der englische Ausdruck Slippage beschreibt ein wichtiges Element DeFis, das Nutzer stets beachten sollten. Ins Deutsche lässt er sich als „Abweichung“ übersetzen. Aufgrund der dezentralen Funktionsweise der dApps können verschiedene Faktoren eine sogenannte Slippage verursachen. Dabei erhält der Nutzer eine geringere Gegenleistung, als ihm normalerweise zustünde.
Geringe Liquidität kann bei einem Tausch zwischen verschiedenen Kryptowährungen zu enorm hoher Slippage führen – genau so ist es in diesem Fall geschehen. Der unbekannte Nutzer wollte aEthAAVE im Wert von 50 Millionen US-Dollar erwerben, doch das CoW Protocol war zu diesem Zeitpunkt nur mit 36.000 US-Dollar gedeckt. Dadurch konnte kein höherer Betrag an den Trader ausgezahlt werden.
Trotz Warnung ging der Unbekannte den ungerechten Tausch ein. Möglicherweise hatte er die Warnungen, die ihm das System automatisiert geliefert hatte, missverstanden. 50 Millionen US-Dollar in einem einzigen Trade einzutauschen, gilt als unklug.
Hohe Beträge sollten aufgeteilt und dann allmählich über einen längeren Zeitraum eingetauscht werden. Neben fehlender Liquidität kann auch die schlagartig hohe Nachfrage zu einer unnötigen Teuerung führen.


