Lange galt die Kryptobranche als Spielplatz für Start-ups, Nerds und risikofreudige Anleger. Jetzt drängen immer stärker jene Konzerne hinein, die bislang lieber Abstand hielten. Der jüngste Vorstoss kommt aus Südkorea – und trägt einen Namen, den praktisch jeder kennt: Samsung.

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Gleich drei Unternehmen aus dem Samsung-Konzern investieren gemeinsam rund 408 Millionen Dollar in Dunamu, die Muttergesellschaft der grössten südkoreanischen Kryptobörse Upbit. Damit sichert sich Samsung insgesamt vier Prozent am Unternehmen. Für den Kryptomarkt ist das weit mehr als nur eine gewöhnliche Beteiligung. Es ist ein Signal.

Samsung entdeckt Krypto neu – und investiert direkt in eine Börse

Denn plötzlich wirkt die Branche nicht mehr wie ein rebellischer Gegenentwurf zum klassischen Finanzsystem. Sie wird zunehmend Teil davon. Wie südkoreanische Medien berichten, übernehmen Samsung Securities, Samsung SDS und Samsung Card gemeinsam rund 1,39 Millionen Aktien von Dunamu. Verkäufer ist ausgerechnet der Tech-Konzern Kakao, der bisher als wichtiger Anteilseigner galt. Dabei verfolgt jede Samsung-Tochter ihre eigene Strategie. Samsung Securities will vor allem beim Thema tokenisierte Wertpapiere und digitale Vermögenswerte mitmischen.

Samsung SDS wiederum interessiert sich für die Blockchain-Infrastruktur von Dunamu, insbesondere für Anwendungen rund um künstliche Intelligenz, Cloud-Technologie und Datensicherheit. Fast schon futuristisch klingt dagegen der Plan von Samsung Card. Dort soll gemeinsam mit Dunamu ein eigenes digitales Zahlungsökosystem entstehen – offenbar als Vorbereitung auf kommende Stablecoin-Regulierungen in Südkorea. Die hauseigene Finanzplattform «Monimo» könnte dadurch künftig deutlich stärker in die Krypto-Welt eingebunden werden.

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Besonders spannend: Dunamu arbeitet bereits an einer eigenen Ethereum-basierten Layer-2-Blockchain namens «Giwa». Noch befindet sich das Projekt in der Testphase. Doch allein die Tatsache, dass Samsung Interesse an dieser Infrastruktur zeigt, dürfte in der Branche aufmerksam registriert werden. Der Deal kommt zudem nicht zufällig. Erst vor wenigen Wochen hatte mit Hana Bank bereits eine der grössten Banken Südkoreas angekündigt, für rund 670 Millionen Dollar mehr als sechs Prozent an Dunamu zu übernehmen. Auch andere Finanzriesen des Landes positionieren sich zunehmend aggressiv im Kryptosektor.

Krypto-Offensive aus Südkorea

Die Botschaft dahinter ist klar: Südkoreas Finanzwelt bereitet sich auf eine Zukunft vor, in der digitale Vermögenswerte nicht mehr Randerscheinung, sondern Alltag sein könnten. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Bitcoin oder spekulative Altcoins. Im Mittelpunkt stehen zunehmend Stablecoins, tokenisierte Wertpapiere und sogenannte On-Chain-Zahlungen – also Finanztransaktionen direkt über Blockchain-Netzwerke.

Selbst traditionelle Banken scheinen inzwischen erkannt zu haben, dass sie den Trend nicht länger ignorieren können. Während westliche Institute oft noch zögerlich wirken, entsteht in Südkorea beinahe ein Wettrennen um die besten Positionen im Krypto-Markt. Für Samsung könnte der Schritt strategisch enorm wertvoll sein. Der Konzern baut damit nicht nur Zugang zu einer der grössten Kryptoplattformen Asiens auf, sondern sichert sich gleichzeitig Einfluss auf eine Technologie, die viele Experten als nächste Evolutionsstufe des Finanzsystems betrachten.

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Und genau darin liegt die eigentliche Pointe dieser Geschichte: Die grossen Industriekonzerne kaufen sich nicht einfach in Kryptobörsen ein. Sie kaufen sich möglicherweise in die Infrastruktur der kommenden Finanzwelt ein. Was vor wenigen Jahren noch wie ein digitales Experiment wirkte, entwickelt sich zunehmend zum milliardenschweren Machtkampf etablierter Konzerne. Diesmal steht Samsung mittendrin – und schaut offenbar längst nicht mehr nur zu. (mck)

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