Wenn Arthur Hayes über den Kryptomarkt spricht, hört die Branche genau hin. Der frühere BitMEX-Chef gilt als einer der lautesten, provokantesten und gleichzeitig treffsichersten Stimmen der Szene. Diesmal sorgt er mit einer These für Aufsehen, die fast wie ein Drehbuch aus einem dystopischen Tech-Thriller klingt: Krieg, künstliche Intelligenz und Gelddrucken sollen die nächste grosse Krypto-Rally auslösen.
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In einem Podcast von «The Rollup» erklärte Hayes gemeinsam mit Near-Gründer Illia Polosukhin, warum er gerade jetzt enormes Potenzial für bestimmte Altcoins sieht. Nicht der gesamte Markt werde explodieren, sondern nur ausgewählte Projekte mit klarer Funktion und echtem Nutzen.
Arthur Hayes mit steiler Prognose: Diese Altcoins könnten explodieren
Die Grundidee dahinter ist simpel – und zugleich explosiv. Laut Hayes werden die USA, China und Europa enorme Summen investieren müssen, um sowohl geopolitische Konflikte als auch den globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz zu finanzieren. Neue Rechenzentren, Chips, Infrastruktur und militärische Technologien verschlingen Kapital in gigantischem Ausmass. Und genau dafür werde erneut Geld geschaffen. Hayes glaubt, dass dieses frische Kapital zuerst in Bitcoin fliesst. Danach könne ein Teil davon in ausgewählte Altcoins wandern.
Genau dort sieht er die nächste grosse Spekulationsphase. Besonders auffällig: Hayes setzt nicht auf Meme-Coins oder kurzfristige Trends, sondern auf das Thema Privatsphäre. Für ihn wird Datenschutz zum grossen Narrativ der kommenden Jahre. Seine wohl deutlichste Aussage betrifft deshalb Zcash. Die Privacy-Coin sei inzwischen seine zweitgrösste Position überhaupt. Die Begründung klingt beinahe banal – und gerade deshalb nachvollziehbar. Menschen wollen nicht, dass jeder ihre Transaktionen sehen kann.
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Niemand möchte beim Kaffeekauf seine komplette Wallet offenlegen oder Gehaltszahlungen öffentlich machen. Was im klassischen Banking selbstverständlich ist, fehlt vielen Blockchain-Systemen bis heute. Auch Illia Polosukhin, Gründer von Near Protocol, schlägt in dieselbe Kerbe. Ohne Privatsphäre werde es keine breite Krypto-Adoption geben. Die Zeit hunderter austauschbarer Layer-1- und Layer-2-Projekte sei vorbei. Entscheidend seien künftig reale Anwendungen und echte Nutzer.
Die nächste Krypto-Rally?
Besonders bullish zeigt sich Hayes deshalb bei NEAR. Das Projekt ermögliche anonyme Transfers zwischen verschiedenen Netzwerken und könne dadurch massiv profitieren. Seine Prognose klingt fast absurd: Während Zcash laut Hayes in den kommenden zwölf Monaten um das Fünffache steigen könnte, sieht er bei Near sogar ein mögliches 20-faches Wachstum.
Solche Aussagen gehören zwar seit Jahren zum Stil des früheren Börsenchefs. Doch diesmal fällt auf, wie klar sich seine Argumentation verändert hat. Nicht reine Spekulation steht im Zentrum, sondern Infrastruktur, Datenschutz und technologische Relevanz. Als dritten Favoriten nennt Hayes ausserdem Hyperliquid. Die Plattform könne laut ihm zu einer ernsthaften Konkurrenz für Binance werden. Besonders das Token-Modell hebt er hervor: keine aggressiven VC-Verkäufe, Beteiligung der Community an Einnahmen und ein stärker dezentraler Ansatz.
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Für den Kryptomarkt insgesamt zeichnet sich damit ein neuer Trend ab. Die Zeit wahlloser Euphorie scheint vorbei. Stattdessen rücken Projekte in den Fokus, die konkrete Probleme lösen oder zumindest glaubwürdig behaupten, genau das zu tun. Ob Hayes mit seinen Prognosen erneut richtig liegt, bleibt offen. Sicher ist nur: Wenn der Markt wieder in eine Euphoriephase kippt, dürften Privatsphäre, KI-Infrastruktur und dezentrale Finanzmodelle eine grössere Rolle spielen als viele Anleger bislang erwartet haben. (mck)


