Plötzlich waren Milliarden wieder in Bewegung. US-Regierungs-Wallets haben innerhalb kurzer Zeit Kryptowährungen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar verschoben. Besonders im Fokus: 833,6 Bitcoin, die im Wert von rund 71,6 Millionen Dollar an Coinbase Prime gingen. Am Kryptomarkt sorgte die Transaktion für Unruhe – und ausgerechnet hoch gehebelte Bitcoin-Trader bekamen die Folgen zu spüren.
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Die Bewegungen wurden von mehreren On-Chain-Analysten registriert. Wie unter anderem EmberCN berichtete, transferierten mit der US-Regierung verbundene Wallets insgesamt 833,6 BTC sowie 40.285 BNB. Zusammen entsprach das zum Zeitpunkt der Transaktionen einem Wert von rund 103 Millionen Dollar. Die Bitcoin landeten bei Coinbase Prime, während die BNB über mehrere Wallets weitergeleitet wurden.
Bitcoin stürzt ab: Hat die US-Regierung den Ausverkauf ausgelöst?
Dass Bitcoin ausgerechnet bei Coinbase Prime auftauchte, liess bei Marktbeobachtern sofort die Alarmglocken schrillen. Denn die Plattform bietet institutionellen Kunden sowohl Verwahrung als auch Handelsdienstleistungen. Ein Transfer dorthin kann deshalb einem späteren Verkauf vorausgehen. Doch genau hier ist Vorsicht angebracht:
Die Blockchain verrät, dass Coins bewegt wurden – nicht, was danach mit ihnen passiert. Ein Verkauf der 833,6 Bitcoin wurde bislang nicht bestätigt. Auch frühere Transfers staatlicher Bitcoin-Bestände waren nicht zwangsläufig mit einem unmittelbaren Abverkauf verbunden. Der Markt reagierte trotzdem empfindlich. Bitcoin war zuvor mehrfach an der Marke von 87.000 Dollar gescheitert und rutschte anschliessend unter 84.000 Dollar.
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Besonders schmerzhaft wurde der Rückgang für Trader, die auf steigende Kurse gesetzt hatten. Nach Daten von CoinGlass wurden innerhalb von zwölf Stunden mehr als 450 Millionen Dollar an gehebelten Krypto-Positionen liquidiert. Rund 432 Millionen Dollar davon entfielen auf Long-Positionen – also Wetten auf steigende Kurse. Andere aktuelle Auswertungen kommen für diesen Zeitraum auf gut 454 Millionen Dollar.
BTC-Trader erleben einen bitteren Morgen
Damit zeigt sich einmal mehr die gefährliche Seite des Hebelhandels. Ein Trader kann mit vergleichsweise wenig eigenem Kapital eine deutlich grössere Position bewegen. Läuft der Markt in die falsche Richtung, kann die Position automatisch geschlossen werden. Bei einem schnellen Kursrutsch genügt deshalb manchmal eine relativ kleine Bewegung, um eine Kaskade von Zwangsverkäufen auszulösen.
Der Zeitpunkt der Regierungs-Transfers fällt genau in eine solche nervöse Marktphase. Ein einzelner staatlicher Transfer verursacht dabei nicht automatisch einen Kurssturz. Er kann aber die ohnehin angespannte Stimmung verstärken – vor allem, wenn Anleger einen möglichen Verkauf grosser Bitcoin-Bestände befürchten.
Und die US-Regierung sitzt auf einem bemerkenswerten Krypto-Schatz. Nach aktuellen On-Chain-Daten von Arkham werden ihr rund 325.000 Bitcoin zugerechnet, die bei den derzeitigen Kursen etwa 28 Milliarden Dollar wert sind. Die Bestände stammen zu einem grossen Teil aus Beschlagnahmungen im Zusammenhang mit Strafverfahren.Die jüngsten 833,6 Bitcoin sind gemessen daran nur ein kleiner Teil des staatlichen Bestands.
Schon mitbekommen? Bitcoin-Wette auf 95.000 Dollar: Was steckt dahinter?
Trotzdem können solche Bewegungen am Markt grosse Wirkung entfalten – nicht unbedingt wegen der tatsächlichen Verkaufsmenge, sondern wegen der Frage, was als Nächstes passieren könnte. Für Bitcoin bedeutet das: Die 87.000-Dollar-Marke bleibt unter Beobachtung. Für die gehebelten Trader ist die Botschaft bereits angekommen. Mehr als 400 Millionen Dollar an Long-Positionen wurden in kurzer Zeit aus dem Markt gespült. Ob die US-Regierung tatsächlich Bitcoin verkauft oder lediglich Bestände neu organisiert, bleibt dagegen offen. Und genau diese Ungewissheit dürfte den Markt vorerst weiter beschäftigen. (mck)


