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Brave Browser und BAT Token – die Alternative beim Surfen?

von Michael Cyriax

Der Brave Browser wird häufig als Alternative zu Google Chrome genannt. Der Krypto-Browser, mit dem man auch BAT Token verdienen kann, hat viele Vorteile.

Brave Browser und BAT Token – die Alternative beim Surfen?

Anonymität und Datenschutz spielen für Krypto-Nutzer bekanntermassen weit oben auf der Liste der „Must-haves“. Beide Kriterien sind auch Anwendern eines Browsers wichtig. Wie wäre es, gäbe es sozusagen eine Mischung aus beidem? Vollkommen unmöglich ist dies nicht – unter anderem dank der Arbeit von Brendan Eich. Eich ist niemand Geringerer als einer der Verantwortlichen von Mozilla und dem beliebten Browser Firefox. Mit dem Modell „Brave Browser“ hat der Gründer ein alternatives zahlungspflichtiges Browser-Modell am Start, das zwar Werbung umfasst, aber höchste Ansprüche an den Datenschutz stellt.

Das kommt gut an bei den potenziellen Interessenten: Mittlerweile greifen pro Monat etwa acht Millionen User aktiv auf den Brave Browser, wie der Dienstleister berichtet. Profitieren kann davon auch der hauseigene Krypto-Coin BAT, dessen Kurs schrittweise stieg zuletzt.

Token arbeitet auf der Basis von Ethereum

Beim besagten Coin BAT handelt es sich um einen sogenannten ERC20-Token, er arbeitet also mit Bezug zur Blockchain des Systems von Ethereum (ETH). Aus diesem Grund können im Grunde alle Wallets für die Aufbewahrung genutzt werden, die auch für die Verwaltung der eigenen ETH-Coins genutzt wird – dies gilt freilich im gleichen Masse für externe Hardware Wallets. Wissenswert: Innerhalb des Brave Browsers befindet sich eine eigens entwickelte digitale Geldbörse, sodass man nicht zwingend eine zusätzliche Wallet benötigt.

Browser lagert Nutzerdaten auf den User-Rechner

Schauen wir uns kurz zunächst den Browser-Service an. Im Vergleich zu anderen Browsern kommen Nutzer bei Werbung in den Genuss eines besonderen Service-Modells. Zwar sammelt Brave wie die Konkurrenz Nutzerdaten. Die gesammelten Informationen aber werden nicht beim Dienstleister gespeichert. Stattdessen erfolgt die Speicherung auf dem Anwender-Rechner selbst, sodass diese transparent für Anwender einsehbar und nachvollziehbar sind. Bei anderen Internet-Browsern ist dieses System deutlich undurchschaubarer und nicht zuletzt umfassender. Eine Besonderheit des Angebots zeigt sich vor allem aus Sicht von Werbetreibenden.

Programmierung per Rust für mehr Tempo im System

Technologisch zeichnet sich Brave auch dadurch aus, dass der eingebaute Adblocker den Erfahrungen zufolge eine besonders hohe Effizienz aufweist. Programmiert wurde die „Engine“ in Rust. Der Filter selbst hört auf den naheliegenden Namen Brave Shields. Die Nachricht ist insofern relevant, da der Blocker bisher auf C++ fusste. Der Brave Browser muss pro Seitenaufruf im Schnitt 75 Anfragen registrieren und entsprechend verarbeiten. So wird Werbung ausfindig gemacht. Durch den Wechsel auf Rust als von Mozilla Research entwickelte Programmiersprache gelang nochmals eine Adblocker-Optimierung. In Fachportalen kursieren Zahlen, die auf eine Verbesserung bis zu 69-fachen hindeuten. Insgesamt arbeitet Brave schnell und sicher, was für den Wettbewerb mit Firefox und Chrome unverzichtbar ist.

Effizientes Werben ohne unnötig hohe Kosten?

In den drei Jahren seit der Brave Browser-Präsentation Anfang 2016 hat sich viel getan. Zunehmend präziser gelingt der anfangs recht experimentelle Austausch von fremden Werbeinhalten durch Werbung eigener Publisher. Wer über den Browser Werbung schaltet, zahlt für Inhalte, die von Zielgruppen tatsächlich angeschaut werden. Werbende erhalten darüber hinaus in anonymisierter und kompakter Form Zugriff auf die Werbedaten. Der Brave Browser will insbesondere auch Malware stärker als viele Konkurrenten den Kampf ansagen. Klares Ziel der Entwickler: Eine hochprofitable Konversionsrate. Der Browser verzichtet im privaten Modus generelle auf dauerhaftes Setzen von Cookies. Wird das System geschlossen, bleiben keine historischen Daten erhalten nach der Sitzung.

Werbefans kommen besonders auf ihre Kosten

Aus professioneller Sicht handelt es sich bei sowohl beim Basic Attention Token (BAT) also auch beim Browser-Modell um eine Art Testlauf. Das Projekt zielt darauf ab, einen innovativen Weg für die Verbreitung von Werbeinhalten zu entwickeln. Die Anwenderzahlen aber sprechen durchaus für den Ansatz. Mancher Beobachter geht schon jetzt von einer möglichen Abspaltung von der ETH-Blockchain in der Zukunft aus. Der technische Werbe-Ansatz jedenfalls bringt dem Betreiber einige Aufmerksamkeit ein. Dass Nutzer wiederum für das Ansehen von Werbung in BAT belohnt werden, macht das Modell für beide Seiten interessant. Das Team von Brave Browser überwacht den kompletten Vorgang des Vertriebs der Werbung. Das Prinzip beim Verdienen von BAT ist denkbar einfach: Wer viele Inhalte anschaut, erhält besonders viele Belohnungen.

YouTube- und Twitter-User bilden den Kern des Erfolgs

Die bisherige Datensammlung seit Anfang dieses Jahres liest sich durchaus vielversprechend. Laut Brave Analytics verbuchte die Plattform einen stetigen Anstieg von Werbeinhalten. Die Liste der sogenannten „Brave Verified Publishers“ umfasst mittlerweile fast 300.000 Nutzer. Sie haben unterschiedlich viele BAT anonym erhalten. Ein Löwenanteil der Publisher (rd. 200.000) wirbt über das Videoportal YouTube. Die Zahl der Twitter-User bewegt sich in Richtung der Marke von 30.000  Anwendern. Mehr als 30.000 weitere Publisher werben direkt über ihre Webseiten. Wie erwartet boomt gerade der YouTube-Sektor. Hier verbuchte Brave nach eigener Aussage seit Jahresbeginn einen Zuwachs um sage und schreibe 1.000 %. Auch CoinPro.ch zählt schon zu den Brave Publishern.

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Twitter aber setzt „noch einen drauf“. Seit der Öffnung im Juni 2019 legte die Zahl der Content-Publisher dort sogar um 1.590 % zu. Den Erfolg verdankt Brave auch seiner offensiven Darstellungspolitik. In Echtzeit können alle Kampagnen, Publisher sowie die hier als „Brave-initiierte BAT-Käufe“ über die Unterseite eingesehen werden.

Zusätzliches Belohnungssystem als Extra-Anreiz

Mittlerweile kauft Brave im grossen Stil wieder zuvor emittierte BAT zurück. Diese Token werden dann sukzessiv an User über ein spezielles Belohnungssystem neu ausgegeben. „Brave Rewards“ belohnt besonders engagierte Nutzer. Companies, die via Brave werben, sollen sowohl in BAT als auch US-Dollar zahlen können. Auch diese Transaktionen bildet das Unternehmen nachvollziehbar ab. Die BAT-Bewegungen am Markt fallen bisher nicht unbedingt aus dem Rahmen. Binnen dreier Monate hat das Unternehmen vier Käufe getätigt. Diese beliefen sich insgesamt auf umgerechnet 63.000 US-Dollar, was einem Kontingent von knapp über 288.000 BAT entsprach beim aktuellen Wechselkurs. Was die Volatilität des Token betrifft, rechnen Beobachter damit, dass diese massgeblich von den Brave-Rückkäufen beeinflusst wird. Der BAT-Kurs könnte also zukünftig deutliche Schwankungen erleben.

Oktober ein besonders guter Monat für BAT

Wie die Entwicklung zeigt, ist der BAT Token maßgeblich vom Erfolg des Brave Browsers abhängig. Wenn dieser Erfolg hat, könnte auch der BAT Kurs weiterhin erheblich steigen. Die Entwicklungen der Betrachter von Werbung werden ihrerseits Einfluss auf den Kurs des Basic Attention Token nehmen. Mehr angesehene Werbung bedeutet: höhere Einnahmen. Seit Beginn des Monats Oktober jedenfalls erlebte der BAT Kurs einen deutlichen Anstieg. Zeitweise stieg der Preis um fast 25 %. Untrennbar verbunden ist das Schicksal des Token mit der erhofften Erfolgsgeschichte des Browsers. Zumindest vorerst. Denn die Entwickler könnte diese Kopplung des Browsers mit vorbildlichem Datenschutz zukünftig durch weitere Produkte und technische Veränderungen auflösen.

Browser-Qualität scheint sich langsam herumzusprechen

Die derzeitigen Statistiken zu Browser und Token lesen sich jedenfalls positiv. In einem aktuellen Unternehmens-Blog beispielsweise war von einer Klickrate von 14 % die Rede. Der Wert liegt um den Faktor sieben über dem Durchschnitt am Markt. Bisher sollen etwa 400 Werbetreibende vom Service Gebrauch gemacht haben. Unterm Strich ist es gerade die Verteilung der Einnahmen aus Werbung an Seitenbetreiber, Nutzer und Entwickler im Hause Brave, die den Innovationscharakter widerspiegelt. In puncto Transparenz macht dem Brave Browser momentan kaum jemand etwas vor, zumal die Technologie auch das BOT-Manipulationsrisiko im positiven Sinne dramatisch reduziert. Die vorbildliche Privatsphäre erweist sich am Ende nicht nur beim Betrachten der „Erwachseneninhalte“ im WWW als Vorteil. Coinmarketcap listet den BAT inzwischen in der Top 30 der Coins anhand der Marktkapitalisierung, die Basic Attention Token derzeit bei rund 300 Mio. US-Dollar liegt.

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