Christine Lagard, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisiert Kryptos wie den Bitcoin, den sie als ungedeckte Währung als wertlos bezeichnet. Währenddessen lobt sie digitales Zentralbankgeld (CBDCs).

Kryptowährungen laut EZB-Präsidentin wertlos

Kryptowährungen sind wertlos – das zumindest sagt Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, den Journalisten der niederländischen Fernsehserie College Tour, wie das Journal Politico berichtet.

Ich habe schon immer gesagt, dass Krypto-Vermögenswerte hoch spekulativ und sehr riskant sind.

Führt sie ihre Gedanken aus. Ihre Erkenntnis komme auch nicht überraschend, denn schliesslich

basieren [Kryptowährungen] auf nichts und es gibt keine zugrunde liegenden Vermögenswerte, die als Sicherheitsanker dienen könnten.

Damit fasst sie die gleiche Kritik auf, die zur Entstehung des Bitcoin führte und bis heute als häufiges Argument der Krypto-Szene bei der Kritik von Fiatwährungen dient. Den Euro, der ihrer eigenen Behörde untersteht, scheint Lagarde allerdings nicht zu kritisieren.

Genau wie der Bitcoin existiert beim Euro keine Deckung. Anders als der BTC lässt sich die Fiatwährung jedoch endlos drucken. Einer von Chrstine Lagardes Söhnen wollte sich offenbar bei der Spekulation auf den Bitcoin versuchen und erwarb Satoshis, blieb am Ende jedoch erfolglos.

Christine Lagarde unterstützt CBDCs

Für deutlich besser als Kryptowährungen hält Lagarde CBDCs. Das digitale Zentralbankgeld könne sie garantieren, denn ihre Behörde ist es ja, die einen digitalen Euro kontrollieren würde. Tatsächlich ist dieser bereits in der Entstehung begriffen und soll ab 2023 implementiert werden.

Die Zentralbank steht dahinter. Das macht den grossen Unterschied zu irgendeinem dieser Dinger [Kryptowährungen] aus.

Der offizielle Internetauftritt der EZB präsentiert ein Zitat Lagardes. Dort heisst es:

Mit unserer Arbeit wollen wir sicherstellen, dass Bürger und Unternehmen auch im digitalen Zeitalter Zugang zur sichersten Form des Geldes, dem Zentralbankgeld, haben.

Damit spielt sie auf den digitalen Euro an. Was Lagarde als grossen Fortgewinn darstellt, empfinden viele Krypto-Enthusiasten als wachsende Gefahr. Zwar funktioniert eine CBDC genau wie Kryptowährungen digital, der prinzipielle Unterschied ist aber riesig.

Bei einer CBDC handelt es sich um eine zentralisierte Währung. Die Behörden können dadurch nicht nur problemlos Geldströme nachvollziehen, sondern auch Zensur nach Belieben vornehmen.

Eine Ähnlichkeit, die im ersten Moment augenscheinlich bestehen mag, liegt also nicht vor. Krypto-Grössen wie Erik Vorhees warnen seit geraumer Zeit vor dem digitalen Zentralbankgeld. Vorhees hält es für den nächsten nötigen Schritt, um George Orwells 1984 Wirklichkeit werden zu lassen.

Vorhees steht mit dieser Meinung nicht alleine da. In der Krypto-Szene findet seine Ansicht breite Unterstützung.

EZB will Leitzins erhöhen

Nach dem Vorbild der US-Notenbank FED will Lagarde den Leitzins in der EU erhöhen. Diesen Schritt begründet sie mit einer stark wachsenden Inflation. In der EU verzeichnet Statista zum Vorjahresmonat aktuell eine Inflation von 8,1 Prozent.

Der Zins in der EU soll daher allmählich steigen. Die FED erklärte Anfang Mai eine Erhöhung des Leitzinses um 0,5 Prozent und sorgte dadurch für Kursstürze am Kryptomarkt. In den USA steigt die Inflation auf beinahe zwölf Prozent.

Lagarde plant mit 0,25 Prozent daher keine so drastische Zinserhöhung. Schon im Juli soll der Leitzins wachsen. In der Schweiz ist die Inflationsrate mit 2,5 Prozent deutlich geringer.

 

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