Mit der Edge Card erreicht die erste Krypto-Kreditkarte ohne KYC den Markt. Ein echter Meilenstein – gibt diese Nutzern doch die Chance, Kryptowährungen gegen Waren zu tauschen, ohne sich der Gefahr einer Zensur oder Überwachung auszusetzen.

Was ist die Edge Card?

Edge entwickelt Wallets für über 130 verschiedene Kryptowährungen. Neben dem Bitcoin sind unter anderem Ethereum, Litecoin oder Monero kompatibel. Die Entwickler legen ihren Fokus vor allem auf die Nutzbarmachung von Kryptowährungen.

Dafür integriert man etwa verschiedene Tauschdienste wie Sideshift oder Changelly in die Wallet oder ermöglicht den direkten Erwerb von Gutscheinen mit Krypto durch eine Kooperation mit Bitrefill.

Auch eine Integration des FIO Protocol macht das Leben der Nutzer leichter. Nun ist Edge jedoch ein grosser Erfolg gelungen: Das Unternehmen präsentiert die Edge Card und damit das erste Produkt seiner Art – eine Krypto-Kreditkarte ohne KYC.

Edge Card: Kreditkarte ohne KYC – oder doch nicht?

Vor zwei Tagen präsentierte Edge den Meilenstein. Eine Krypto-Kreditkarte ohne KYC ist in der Szene ein wirklich heisses Thema.

Zwar sind schon verschiedenste Kreditkarten erhältlich, welche Zahlungen mit Krypto auch an klassischen Terminals ermöglichen, die Notwendigkeit des Identifizierungsprozesses macht den Nutzen von Kryptos allerdings zunichte.

Durch die Edge Card kann sich das nun ändern. Ohne KYC verschwindet die Gefahr einer personenbezogenen Zensur, während die Überwachung insgesamt abnimmt.

Kurz nachdem Edge sein Produkt publik machte, verschwanden sämtliche Informationen. Edge stellte eine eigens errichtete Seite ab und die Edge Card verschwand aus der Edge Wallet.

Das Problem: Edge arbeitet mit einem weiteren Unternehmen zusammen, das Lizenzen zur Ausgabe der Karten besitzt. Die Meldungen, die Edge Card sei ohne KYC erhältlich, löste bei dieser Firma offenbar Panik aus, da man regulatorische Interventionen befürchtete.

Deshalb bat das Unternehmen Edge, öffentlich einsehbare Informationen abzuschalten und legte die Verfügbarkeit der Karte auf Eis. Vermutlich handelt es sich dabei um die US-amerikanische Patriot Bank.

Nutzer, die bereits Geld investierten, erhalten eine Rückerstattung.

Sämtliche Portale, die im Vorfeld von einer Erhältlichkeit ohne KYC sprachen, wurden aufgefordert, diesen Ausdruck zu korrigieren. Es sei lediglich “keine persönliche Information nötig”, heisst es nun.

Was genau bringt die Edge Card überhaupt?

Für Verwirrung sorgte auch die bildliche Darstellung der Edge Card, die ihrer wörtlichen Beschreibung widerspricht. Konkret handelt es sich um eine virtuelle Kreditkarte. Durch ein Smartphone lässt sich eine Zahlung überall dort vornehmen, wo Google Pay und Apple Pay akzeptiert werden oder in Online Shops über die Kreditkartendaten.

Edge Card

Traurigerweise beschränkt sich das Angebot bisher lediglich auf die USA. Pro Tag können Nutzer mit der Karte bis zu 1.000 US-Dollar transferieren. Zur Deckung lassen sich allerdings nicht sämtliche Kryptos der Edge Wallet verwenden.

Nur Bitcoin, Bitcoin Cash, Dogecoin, Litecoin und Dash dienen für diesen Zweck. Monero ist womöglich ausgeschlossen, da eine behördliche Zustimmung wegen der vertraulichen Blockchain schwierig sein könnte.

Die Karte lässt sich durch den Verkauf von Krypto gegen Fiat innerhalb der Wallet aufladen. Gebühren fallen für diesen Prozess nicht an.

Ob eine Aufladung mit Monero durch Tauschdienste dennoch möglich ist, ist aktuell unklar. Edge-Mitgründer und Geschäftsführer Paul Puey setzte sich in der Vergangenheit wiederholt für finanzielle Privatsphäre ein.

Halbgare Methoden kommen für ihn normalerweise nicht in Frage. Denkbar ist also, dass er auch hier ein Ass in petto hat. Um die Edge Card zu erhalten, braucht man laut Pueys Aussage gar nichts.

Kein Name, keine Telefonnummer, keine E-Mail-Adresse, bestimmt nicht deine tatsächliche Adresse. Gar nichts. Man kann eine virtuelle Kreditkarte in Edge in nur 15 Sekunden erstellen.

Deshalb trägt die Edge Card auch den Namen Confidential Mastercard – zu Deutsch: vertrauliche Mastercard. Ziel der Edge Card sei vor allem finanzielle Inklusion.

Ich kenne eine Handvoll Menschen, die keine Bankverbindung haben; sie können einfach kein Bankkonto bekommen, aus welchem Grund auch immer.

Mastercard streitet Beteiligung an Edge Card ab

Die Edge Card, die man mit dem Motto gib deine Bitcoin vertraulich und augenblicklich aus bewarb, trägt das Logo von Mastercard. Das Kreditkartenunternehmen will mit diesem Angebot jedoch nichts zu tun haben.

Dem Unternehmen ist es wichtig zu betonen, dass keine Beteiligung vorliege. Ein Sprecher von Edge wies daraufhin, dass die Zusammenarbeit mit der Patriot Bank für die Legitimität sorge. Einer eigenen Zustimmung von Mastercard bedarf es nicht.

Der spezifische Gegenstand, der nicht genehmigt wurde, ist die individuell gestaltete physische Karte, die wir haben wollen. Die dunkelblaue Karte mit dem minzgrünen Bitcoin-Logo, die wir in unseren Bildern mit diesen Ankündigungen geteilt haben.

Puey selbst sagte im Vorfeld jedoch:

MasterCard ist an dem gesamten Prozess beteiligt. Sie haben dies vollständig genehmigt, es ist völlig legal. Es passt vollständig in ihren Rahmen.

Edge sieht also offenbar auch die Verwirklichung einer physischen Karte vor. Da das Thema ziemlich strittig ist, bleibt fraglich, welche Form das Angebot in Zukunft annimmt.

Gelingt der Edge Card trotz der aktuellen Unklarheit ein Fortbestehen, wäre das ein enormer Schritt vorwärts für die Krypto-Szene.

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