Die Circle-Aktie fällt innerhalb eines Tages um 19 Prozent. Ähnliche Entwicklungen sind auch bei weiteren Krypto-Firmen wie Coinbase zu erkennen. Hintergrund der massiven Verluste: Der Stablecoin-Markt steht massiv unter Druck. Eine einschneidende Veränderung des Gesetzesentwurfs CLARITY und Nachrichten bei Erzfeind Tether sorgen für Pessimismus.
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Circle-Aktie fällt um 19 Prozent
Die Aktie des bekannten Stablecoin-Emittenten Circle stürzt ab. Im Tagestrend fällt die Aktie bis zum Redaktionsschluss um 19 Prozent. Es ist der drastischste Wertverfall seit dem Börsengang im Juni 2025.
Noch heute Morgen notierte die Circle-Aktie bei 126,37 US-Dollar. Seither musste sie enorme Wertverluste verkraften. Zum Redaktionsschluss notiert sie nur noch bei 102,72 US-Dollar – eine Abnahme um ganze 18,86 Prozent.

Trotz der drastischen Einbrüche scheint Circles’ Geschäft weiterhin stabil. Das Unternehmen betreibt mit dem USDC den zweitgrössten Stablecoin. Unter allen öffentlich gehandelten Firmen bleibt man damit der wichtigste Vertreter unter den Stablecoin-Herausgebern.
USDC belegt gemessen an seiner Marktkapitalisierung von 78 Milliarden US-Dollar den sechsten Rang unter allen digitalen Anlagen. Auch die Dollar-Parität bleibt weiterhin erhalten.
Was Tether mit dem CRCL-Crash zu tun hat
Wieso büsst die Circle-Aktie trotz gleichbleibender technischer Funktionalität also so massiv ein? Schuld scheint eine Nachricht des grössten Konkurrenten zu sein. Tether gab heute bekannt, eine Vereinbarung mit einem der vier grossen Wirtschaftsprüfer getroffen zu haben.
“Tether, das grösste Unternehmen der Branche für digitale Vermögenswerte, gibt heute bekannt, dass es eine formelle Vereinbarung mit einer der vier grossen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geschlossen hat, um seine erste vollständige unabhängige Abschlussprüfung durchzuführen, die voraussichtlich die grösste Erstprüfung in der Geschichte der Finanzmärkte sein wird”, heisst es in einer Pressemitteilung.
Infrage kommen dafür die Wirtschaftsprüfer Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PwC. Welches Unternehmen den Vertrag von Tether unterzeichnete, gab der USDT-Betreiber bislang nicht bekannt.
Für Tether könnte sich die neue Partnerschaft als enormer Vorteil erweisen, denn bislang lehnten alle grossen Wirtschaftsprüfer die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Stablecoin-Unternehmen ab. Dass man nun doch kooperiert, belegt einen deutlichen Sinneswandel.
Mit einer Marktkapitalisierung von 184 Milliarden US-Dollar ist USDT der grösste Stablecoin des Marktes. Weist Tether vollständige Reserven nach, könnte sich die Auditierung positiv auf die angeschlagene Reputation des Unternehmens auswirken. Genau davon gehen Anleger nun aus.
Denn: Konkurrierende Stablecoin-Betreiber profitierten direkt von Tether zweifelhaftem Ruf, setzten in ihrer Werbung sogar gezielt darauf. Zu diesen Konkurrenten zählt vor allem Circle. Circle warb jahrelang damit, die von Tether fälschlicherweise versprochene komplette Dollar-Reserve tatsächlich zu führen. Obwohl Circles’ Versprechen 2022 ebenfalls als Lüge enttarnt wurde, konnte sich das Unternehmen weiterhin am Markt halten.
Durch eine erfolgreiche Wirtschaftsprüfung könnte Tether neue Marktanteile erobern. Schliesslich handelt es sich bereits um einen gut etablierten Marktführer. Die Nutzung des alternativen Stablecoins USDC wäre dann weniger attraktiv.
CLARITY lässt CRCL sinken
Neben dem spekulativen Einfluss des Konkurrenten Tether scheint vor allem der CLARITY Act negativen Einfluss auf die CRCL-Aktie auszuüben. Der US-Senat habe sich auf eine Fassung des Entwurfs geeinigt, heisst es mittlerweile.
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CoinDesk berichtete gestern über die frische Version, in der man sich laut Insidern auf ein Verbot von Stablecoin-Zinsen geeinigt habe. Die Bankenbranche setzte sich in der Debatte demnach durch. Für Stablecoins wie USDC bricht damit ein erheblicher Verwendungszweck weg.
Der Entwurf ist noch immer nicht verabschiedet, sondern muss zunächst die Zustimmung des Senats erhalten, bevor US-Präsident Donald Trump ihn ratifizieren könnte. Der Präsident möchte das Gesetz möglichst schnell verabschieden, bevor Zwischenwahlen der Gesetzgebung einen Riegel vorschieben können. Die Parlamentswahlen sind für Anfang November angesetzt.



