Der Konflikt zwischen klassischem Bankensystem und Krypto-Industrie spitzt sich in den USA weiter zu. Im Zentrum steht erneut die Frage, ob Stablecoins künftig Zinsen oder Belohnungen ausschütten dürfen. Während die Politik nach einer Lösung im sogenannten Clarity Act ringt, geht die Bankenlobby nun in die Offensive – mit deutlicher Kritik an Washington.

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Die American Bankers Association (ABA), eine der einflussreichsten Lobbyorganisationen der US-Finanzbranche, hat sich jüngst gegen aktuelle Einschätzungen aus dem Umfeld des Weissen Hauses gestellt. Konkret geht es um einen Bericht, der nahelegt, ein Verbot von Stablecoin-Erträgen hätte nur begrenzte Auswirkungen auf klassische Bankkredite.

Clarity Act blockiert: Dieser Krypto-Streit spaltet die USA

Die Banken sehen das grundlegend anders. In ihrer Stellungnahme warnt die ABA vor einer falschen Perspektive in der politischen Debatte. Sinngemäss heisst es, dass nicht die Frage im Vordergrund stehen solle, was Banken durch ein Verbot gewinnen oder verlieren, sondern vielmehr, wie stark sich Kapital verschieben könnte, falls Stablecoin-Renditen erlaubt werden.

Besonders deutlich formuliert die Lobbyorganisation die Sorge vor sogenannten «Deposit-Abflüssen». Gemeint ist die Gefahr, dass Einlagen aus dem traditionellen Bankensystem in digitale Stablecoins wandern könnten, wenn dort attraktive Erträge möglich sind. Laut ABA könnte dies vor allem kleinere Regionalbanken treffen, deren Refinanzierung stark von klassischen Einlagen abhängt.

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In der Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass ein solcher Kapitalabfluss nicht nur die Kostenstruktur der Banken verändern würde. Auch die Kreditvergabe in lokalen Märkten könnte unter Druck geraten. Wenn weniger stabile Einlagen vorhanden seien, könnten Banken weniger Kredite für Unternehmen und Haushalte bereitstellen, so die Argumentation.

Stablecoin-Debatte spitzt sich zu

Das Weisse Haus hatte zuvor in einem Bericht angedeutet, dass ein Verbot von Stablecoin-Zinsen nur einen begrenzten Effekt auf das Kreditvolumen hätte. Konkret wurde von einem möglichen zusätzlichen Kreditwachstum in Höhe von rund 2,1 Milliarden Dollar gesprochen. Für die Banken ist diese Einschätzung jedoch zu kurz gegriffen.

Die ABA kritisiert, dass solche Berechnungen die strukturellen Verschiebungen im Finanzsystem nicht ausreichend berücksichtigen. Es gehe nicht nur um absolute Kreditzahlen, sondern um die Stabilität der Einlagenbasis und die langfristige Funktionsfähigkeit regionaler Kreditmärkte. Damit bleibt der politische Streit um den Clarity Act weiter festgefahren. Während die Krypto-Branche auf klare Regeln und mehr Spielraum für Stablecoins drängt, warnt die Bankenlobby vor einer schleichenden Erosion des klassischen Finanzsystems.

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Die Debatte zeigt zunehmend, dass es nicht mehr nur um technische Details von Stablecoins geht, sondern um eine grundlegende Machtfrage im Finanzsystem. Wer kontrolliert künftig die Einlagen der Kunden – Banken oder digitale Dollar-Alternativen? Solange diese Frage nicht beantwortet ist, bleibt auch die Regulierung blockiert. Und genau dieser Konflikt sorgt dafür, dass der US-Krypto-Markt weiterhin auf eine politische Entscheidung wartet, die längst überfällig scheint – aber immer komplexer wird. (mck)

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