Es ist ein Satz, der in der Krypto-Welt nachhallt. Einer der einflussreichsten Köpfe der Branche blickt zurück – und spricht offen über eine verpasste Chance. Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, Mitgründer der Kryptobörse Binance, gibt in seinem neuen Buch «Freedom of Money» zu: Der Einstieg bei Ethereum hätte «hunderte Male Gewinn» bringen können. Stattdessen blieb er Zuschauer.
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Das Buch, das aktuell in chinesischer und englischer Sprache erscheint, liefert Einblicke in die Karriere eines Mannes, der wie kaum ein anderer den Aufstieg der Kryptomärkte geprägt hat. Neben einer Liste aus 72 Lebensregeln, die zwischen Disziplin und Gelassenheit pendeln, sticht vor allem eine Episode hervor: die Begegnung mit Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin.
CZ gesteht Mega-Fehler: Es geht um DIESES Krypto-Investment
Wie aus dem Buch hervorgeht, lernte CZ Buterin bereits 2013 auf einer Bitcoin-Konferenz in Las Vegas kennen. Damals war Buterin 19 Jahre alt und arbeitete für ein Fachmagazin. Schon zu diesem Zeitpunkt sprach er über Ethereum – ein Konzept, das später die Blockchain-Welt verändern sollte. Es folgten weitere Treffen, unter anderem 2014 in Peking. 2015 übernachtete Buterin sogar in CZs Wohnung in Tokio.
Die Szene wirkt heute fast surreal. Zwei junge Visionäre diskutieren über die Zukunft der Technologie. Buterin erklärt, dass sich auf einer Blockchain praktisch alles programmieren lasse. CZ hört zu – und zweifelt. «Ich konnte mir das damals nicht vorstellen», schreibt er rückblickend. Eine Entscheidung mit Folgen: «Ich habe die Investition verpasst. Ich hätte hunderte Male Gewinn machen können.»
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Der Rückblick ist mehr als eine persönliche Anekdote. Er zeigt, wie selbst erfahrene Akteure die Dynamik der Krypto-Welt unterschätzen können. Ironischerweise stellt CZ selbst fest, dass genau diese verpasste Chance möglicherweise entscheidend war. «Vielleicht hätte ich Binance nie gegründet», heisst es sinngemäss. Ein Gedanke, der die Branche heute anders aussehen lassen würde.
Changpeng Zhao veröffentlicht neues Buch «Freedom of Money»
Das Buch beleuchtet auch andere prägende Momente. So beschreibt CZ die hektischen Tage vor dem chinesischen Krypto-Verbot im September 2017. Eine Nachricht erreicht ihn einen Tag vor der offiziellen Ankündigung. Die Reaktion ist drastisch: Notfalltreffen, kurzfristige Fluchtpläne, SIM-Karten werden aus den Handys entfernt, um nicht verfolgt zu werden. Ziel ist Tokio. Ein Szenario, das eher an einen Thriller erinnert als an die Geschichte eines Unternehmens.
Auch die Gründung von Binance erhält Raum. Der Name, heute weltweit bekannt, entstand laut Buch spontan. Ein Vorschlag aus dem Team, sofort akzeptiert. Kein langes Abwägen, keine Marktforschung. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als goldrichtig erwies. Weniger glücklich verlief ein späteres Investment. Binance investierte früh in Terra LUNA. Kurz vor dem Kollaps erreichte die Position einen Wert von rund 1,6 Milliarden Dollar. Trotz interner Diskussionen wurde nicht verkauft. «Wir wollten nicht als die Firma gelten, die vor den Kleinanlegern aussteigt», wird erklärt. Eine Haltung, die teuer wurde.
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Das Buch liefert damit ein ungewöhnlich offenes Bild eines der mächtigsten Akteure der Branche. Zwischen strategischen Erfolgen und kostspieligen Fehlentscheidungen entsteht ein differenziertes Porträt. Es zeigt eine Industrie, in der Timing alles ist – und in der selbst Insider nicht immer richtig liegen. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis liegt jedoch zwischen den Zeilen: In der Krypto-Welt entscheidet nicht nur Wissen, sondern auch Mut zur Vorstellungskraft. Wer zu früh zweifelt, kann Milliarden verpassen. Wer zu spät handelt, ebenso. CZ kennt inzwischen beide Seiten. (mck)


