Kaum scheint sich der Markt an Bitcoin- und Ethereum-ETFs gewöhnt zu haben, rückt bereits das nächste Krypto-Projekt in den Fokus der Wall Street. Der Vermögensverwalter Grayscale setzt seinen Expansionskurs fort und hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag für einen Spot-ETF auf Worldcoin eingereicht. Sollte der Fonds genehmigt werden, wäre es das erste börsengehandelte Anlageprodukt dieser Art auf den Token des World-Projekts.
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Wie aus den eingereichten Unterlagen hervorgeht, soll der ETF unter dem Kürzel «GWLD» an der Nasdaq gehandelt werden. Damit würde Grayscale sein Angebot an Krypto-ETFs erneut erweitern und seine Position als einer der wichtigsten Anbieter digitaler Anlageprodukte weiter ausbauen. Bereits heute bietet das Unternehmen Fonds auf Bitcoin, Ethereum sowie weitere Kryptowährungen wie XRP, Solana, Dogecoin und HYPE an. Mit einem Worldcoin-ETF würde die Zahl der Krypto-Anlageprodukte des Unternehmens auf insgesamt 17 steigen.
Grayscale überrascht mit nächstem ETF-Antrag
Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Konkurrenz im ETF-Markt immer intensiver wird. Seit der Zulassung der ersten Spot-Bitcoin-ETFs hat sich der Wettlauf um neue Krypto-Produkte deutlich beschleunigt. Vermögensverwalter versuchen zunehmend, auch weniger etablierte Kryptowährungen in regulierte Anlageprodukte zu verpacken und damit institutionellen Investoren zugänglich zu machen.
Besonders spannend ist dabei die Wahl von Worldcoin. Das Projekt gehört zu den bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Blockchain-Initiativen der vergangenen Jahre. Mitgründer ist OpenAI-CEO Sam Altman, dessen Name dem Projekt von Beginn an enorme Aufmerksamkeit verschaffte. Ziel von World ist es, mithilfe einer digitalen Identität und biometrischer Verifizierung Menschen weltweit eindeutig zu identifizieren und gleichzeitig den Zugang zu digitalen Finanzdiensten zu erleichtern.
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Doch der Weg verlief alles andere als geradlinig. Immer wieder geriet das Projekt wegen Datenschutzfragen, regulatorischer Untersuchungen und der Erfassung biometrischer Daten in die Schlagzeilen. Hinzu kamen deutliche Kursschwankungen des Worldcoin-Tokens sowie regelmässige Freigaben zuvor gesperrter Token, die den Preis zeitweise erheblich unter Druck setzten. Auch innerhalb der Kryptobranche musste das Projekt wiederholt Kritik einstecken.
Worldcoin: Dieser Altcoin rückt ins Rampenlicht
Trotzdem scheint Grayscale langfristiges Potenzial zu sehen. Sollte die SEC den Antrag genehmigen, könnten Anleger erstmals über einen regulierten US-ETF in Worldcoin investieren, ohne die Kryptowährung selbst halten oder verwahren zu müssen. Die zugrunde liegenden Token sollen dabei vom Krypto-Verwahrer BitGo gesichert werden, während die traditionsreiche Bank BNY Mellon die Administration und die Führung der Anlegerregister übernimmt.
Mit dem eingereichten S-1-Antrag ist der Genehmigungsprozess allerdings noch nicht abgeschlossen. Als nächster Schritt wird erwartet, dass die Nasdaq zusätzlich einen sogenannten 19b-4-Antrag bei der SEC einreicht. Erst wenn beide Verfahren erfolgreich abgeschlossen sind, kann die Börsenaufsicht über eine Zulassung entscheiden.
Ob Worldcoin tatsächlich den Sprung an die US-Börse schafft, bleibt offen. Fest steht jedoch: Der Wettlauf um immer neue Krypto-ETFs nimmt weiter Fahrt auf. Was vor wenigen Jahren noch als Experiment galt, entwickelt sich zunehmend zu einem festen Bestandteil des traditionellen Finanzmarkts. Und diesmal könnte ausgerechnet einer der umstrittensten Altcoins der Branche als Nächster den Weg an die Börse finden. (mck)


