Die Kryptobranche kommt nicht zur Ruhe. Kaum vergeht eine Woche ohne Meldungen über Sicherheitslücken, gestohlene Token oder Angriffe auf Blockchain-Projekte. Nun hat es mit Mantra eines der bekannteren Netzwerke im Bereich der Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWA) getroffen. Die Folgen liessen nicht lange auf sich warten: Der native Token des Projekts brach zweistellig ein und markierte ein neues Allzeittief.
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Zunächst herrschte Verwirrung. Das Entwicklerteam stoppte die Blockchain ohne nähere Begründung. Transaktionen kamen zum Erliegen, neue Blöcke wurden nicht mehr erzeugt und Nutzer konnten keine Vermögenswerte mehr bewegen. In der Community sorgte das für Spekulationen – und am Markt für Nervosität. Der MANTRA-Token verlor innerhalb kurzer Zeit rund 18 Prozent seines Wertes und fiel bis auf 0,0041 US-Dollar. Damit notierte der Coin so tief wie noch nie seit seiner Einführung.
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Erst Stunden später erklärte das Projekt, was hinter dem plötzlichen Stillstand steckte. Nach Angaben des Teams hatte ein Angreifer eine Schwachstelle in einer externen Software entdeckt, die innerhalb der Infrastruktur von Mantra genutzt wird. Über diese Sicherheitslücke gelang es dem Hacker, eine bislang nicht bezifferte Menge an Token zu transferieren. Wie hoch der finanzielle Schaden tatsächlich ausfällt, ist derzeit noch unklar. Das Projekt machte hierzu zunächst keine Angaben. Bekannt ist lediglich, dass unmittelbar nach der Entdeckung des Angriffs weitreichende Notfallmassnahmen eingeleitet wurden.
So wurde die Blockchain vollständig angehalten, sämtliche Validatoren wurden vorübergehend deaktiviert und auch die Brücken zu anderen Netzwerken geschlossen. Ziel dieser Massnahmen war es, weitere unautorisierte Transaktionen zu verhindern und den Angriff möglichst schnell einzudämmen. Parallel dazu nahm das Team Kontakt zu mehreren Kryptobörsen auf. Dort sollen die gestohlenen Token identifiziert und – sofern möglich – eingefroren werden. Dieses Vorgehen gehört inzwischen zum Standard, wenn gestohlene Kryptowährungen über Handelsplattformen bewegt werden. Ob es im Fall von Mantra gelingt, die betroffenen Vermögenswerte zu sichern, bleibt jedoch offen.
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Die Entwickler arbeiten nach eigenen Angaben bereits an einem Software-Update, das die entdeckte Sicherheitslücke schliessen soll. Eine sofortige Wiederaufnahme des Netzwerks ist allerdings nicht geplant. Zunächst müssen sämtliche Validatoren auf die neue Version aktualisiert werden. Erst wenn alle Teilnehmer dieselbe Software einsetzen, soll die Blockchain wieder aktiviert werden. Damit will das Projekt verhindern, dass der Angreifer dieselbe Schwachstelle erneut ausnutzen kann.
Krypto-Projekt stoppt seine Blockchain
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die den Kryptosektor in den vergangenen Monaten erschüttert haben. Neben Angriffen auf Börsen gerieten zuletzt auch Wallet-Anbieter, Brücken zwischen verschiedenen Blockchains und dezentrale Anwendungen ins Visier von Hackern. Mit zunehmender Grösse des Marktes wächst offenbar auch das Interesse professioneller Angreifer an Schwachstellen innerhalb der Infrastruktur.
Für Anleger bedeutet der jüngste Vorfall vor allem eines: Selbst etablierte Projekte sind nicht vor Sicherheitsproblemen gefeit. Der Fall Mantra zeigt, wie schnell ein technischer Fehler das Vertrauen der Investoren erschüttern kann. Innerhalb weniger Stunden verwandelte sich ein regulärer Handelstag in eine Krisensituation – mit einem neuen Allzeittief für den Token und vielen offenen Fragen. Ob Mantra das Vertrauen der Community zurückgewinnen kann, dürfte nun vor allem davon abhängen, wie transparent das Team den Vorfall aufarbeitet und wie schnell das Netzwerk wieder sicher in Betrieb genommen werden kann. (mck)


