Iran setzt im Schatten der internationalen Sanktionen auf Kryptowährungen. Laut Analysen des Blockchain-Überwachungsunternehmens Elliptic hat die iranische Zentralbank im vergangenen Jahr rund 507 Millionen US-Dollar in USDT, einem sogenannten Stablecoin, angelegt. Die Käufe sollen Teil einer langfristigen Strategie gewesen sein, um den Druck der westlichen Sanktionen auf die iranische Wirtschaft abzumildern und gleichzeitig internationale Zahlungen abzusichern.

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Elliptic zufolge wurden die USDT-Bestände systematisch aufgebaut. Ziel sei es, den heimischen Rial zu stützen und gleichzeitig die Zahlungsströme im Aussenhandel zu sichern. USDT ist an den US-Dollar gekoppelt und kann auf Kryptowährungsbörsen wie Bargeld genutzt werden. In einem hochvolatilen Umfeld bietet der Stablecoin laut Analysten Stabilität, die im Iran besonders gefragt ist.

Iran schaltet auf Krypto-Notfallmodus – und trickst die Welt aus

Die Strategie wirkt nicht isoliert. Laut einem Bericht der Washington Post hat die iranische Revolutionsgarde seit 2023 rund eine Milliarde US-Dollar über zwei in Grossbritannien registrierte Krypto-Börsen bewegt, ein Grossteil davon über USDT. Die Zahlungen dienten sowohl dem internationalen Handel als auch der internen Stabilisierung der Landeswährung.

Besonders auffällig: Die Transaktionen der Zentralbank häuften sich während Phasen starker wirtschaftlicher Schwankungen. Elliptic vermutet, dass die Käufe von USDT auf der iranischen Kryptobörse Nobitex erfolgten, der größten Plattform des Landes. So sollte offenbar der fallende Rial stabilisiert werden.

Doch der Vorstoss Irans hat auch innenpolitische Dimensionen. In den letzten Monaten haben landesweite Proteste gegen die Regierung und die wirtschaftliche Lage zugenommen. Hohe Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und eingeschränkter Zugang zu internationalen Finanzsystemen treiben viele Menschen auf die Strasse. Die Krypto-Aktivitäten der Zentralbank könnten als Versuch gewertet werden, wirtschaftliche Spielräume zu schaffen, während die Bevölkerung unter dem Druck der Sanktionen leidet.

Krypto verändert die Geopolitik

Experten sehen die Entwicklung kritisch: «Iran nutzt Stablecoins strategisch, um Sanktionen zu umgehen», erklärt ein Analyst von Elliptic. «Das zeigt, wie Kryptowährungen nicht nur für private Anleger, sondern auch auf geopolitischer Ebene eingesetzt werden.» Gleichzeitig besteht für Anleger die Gefahr, dass politische Spannungen und regulatorische Restriktionen den Handel erschweren könnten.

Die Aktion der iranischen Zentralbank verdeutlicht, wie Staaten Kryptowährungen zunehmend als Werkzeug für wirtschaftliche und strategische Ziele einsetzen. Während der Rial unter Druck bleibt, wird die digitale Währung zum Puffer – und zur Waffe im internationalen Finanzkampf. Beobachter erwarten, dass andere sanktionierte Staaten dem Beispiel folgen könnten, da Stablecoins schnelle, grenzüberschreitende Zahlungen ermöglichen, ohne über klassische Bankensysteme laufen zu müssen.

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Die Kombination aus geopolitischem Kalkül und wachsender Bedeutung von Kryptowährungen könnte den Markt in den kommenden Monaten weiter dynamisieren. Gleichzeitig bleibt die Situation hochriskant: Sanktionen, interne Proteste und wirtschaftliche Instabilität machen den Iran zu einem brisanten Akteur in der globalen Krypto-Landschaft. (mck)

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