Die Digitalbank «The Kingdom Bank» hat ihre Präsenz auf den Schweizer Finanzplatz ausgeweitet und einen Standort im Kanton Zug eröffnet. Das Institut, das sich auf digitale Vermögenswerte und klassische Bankdienstleistungen spezialisiert hat, strebt damit eine stärkere Vernetzung innerhalb des Schweizer Blockchain-Ökosystems an. Im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung in den Räumlichkeiten der CV Labs in Zug präsentierte die Geschäftsleitung der Kingdom Bank ihre Expansionsstrategie für den Schweizer Markt. Die Bank adressiert primär institutionelle Kunden sowie vermögende Privatpersonen (High-Net-Worth Individuals) und plant, ihre Dienstleistungen künftig von der Schweiz aus zu koordinieren.

Regulatorischer Status und Standortplanung

Derzeit befindet sich das Institut im Prozess zur Erlangung einer Bewilligung als Repräsentanz durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA). Neben dem Hauptsitz in Zug sind laut Unternehmensangaben weitere Standorte in den Finanzzentren Zürich und Genf in Planung. Damit folgt die Bank dem Trend internationaler Krypto-Finanzdienstleister, die von der rechtlichen Klarheit des Schweizer DLT-Gesetzes (Distributed Ledger Technology) profitieren möchten.

Kennzahlen und technologische Ausrichtung

Nach eigenen Angaben verzeichnete die Bank im Geschäftsjahr 2025 ein Einlagenvolumen von insgesamt 10 Milliarden US-Dollar. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre soll nun durch die Integration in den Schweizer Markt konsolidiert werden. Technologisch setzt das Institut auf eine hybride Infrastruktur:

  • Kingdom Coin (KDC): Ein auf dem ERC-20-Standard basierender Utility-Token, der innerhalb des bankeigenen Ökosystems für Transaktionen und Dienstleistungen genutzt wird. Ein öffentliches Listing an externen Kryptobörsen ist derzeit nicht vorgesehen.
  • Stablecoin-Integration: Durch die Teilnahme am «Circle Alliance Program» integriert die Bank die Stablecoins USDC und EURC direkt in ihre Abwicklungssysteme. Ziel ist die Effizienzsteigerung bei grenzüberschreitenden Zahlungen.

Investment-Arm: Kingdom Ventures

Parallel zur Eröffnung des Standorts wurde die Lancierung von «Kingdom Ventures» angekündigt. Dabei handelt es sich um einen Venture-Capital-Arm mit einem geplanten Investitionsvolumen von 20 Millionen US-Dollar bis Ende 2026. Der Fokus liegt auf Frühphasen-Finanzierungen (Seed und Series A) für Startups aus den Bereichen Fintech, Blockchain-Infrastruktur und digitale Identität. Der offizielle Bewerbungsprozess für interessierte Unternehmen soll im dritten Quartal 2026 starten.

Einordnung für den Standort Schweiz

Der Zuzug der Kingdom Bank unterstreicht die anhaltende Relevanz des Kantons Zug als internationaler Hub für die Krypto-Branche. Während andere Jurisdiktionen mit regulatorischen Unsicherheiten kämpfen, zieht das Schweizer «Crypto Valley» weiterhin Kapital und Unternehmen an, die eine Verknüpfung von traditionellem Banking und dezentralen Finanztechnologien suchen. Die weitere Entwicklung wird massgeblich vom Fortschritt des Lizenzierungsverfahrens bei der FINMA sowie der tatsächlichen Kapitalallokation des neuen Venture-Fonds abhängen.

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