Der geplante Börsengang von SpaceX sorgt nicht nur an der Wall Street für Aufmerksamkeit. Auch der Kryptomarkt schaut genau hin. Der Grund: Das Unternehmen von Elon Musk hält laut IPO-Unterlagen eine der grösseren bekannten Bitcoin-Positionen unter Nicht-Finanzunternehmen.

Nach Angaben aus dem S-1-Filing besitzt SpaceX 18’712 Bitcoin. Der Bestand wurde zuletzt mit rund 1,29 bis 1,45 Milliarden US-Dollar bewertet, abhängig vom jeweiligen Bitcoin-Kurs. Die ursprünglichen Anschaffungskosten lagen demnach bei rund 661 Millionen US-Dollar. Damit sitzt SpaceX auf erheblichen Buchgewinnen.

Was auf den ersten Blick wie ein positives Signal für Bitcoin wirkt, könnte kurzfristig aber auch zur Belastung werden. Denn ein grosser IPO wie SpaceX kann Kapital aus spekulativen Märkten abziehen. Genau diese Rotation könnte den Kryptomarkt zusätzlich unter Druck setzen.

SpaceX hält mehr Bitcoin als viele erwartet hatten

Die Bitcoin-Bestände von SpaceX waren lange nur schwer einzuschätzen. Als privates Unternehmen musste SpaceX bisher deutlich weniger offenlegen als börsennotierte Firmen. Onchain-Analysen von Arkham Intelligence hatten SpaceX im Jahr 2024 noch bei rund 8’290 Bitcoin gesehen. Tesla wurde damals mit rund 11’510 Bitcoin beziffert.

Das IPO-Filing zeigt nun ein anderes Bild. Mit 18’712 Bitcoin hält SpaceX offenbar deutlich mehr BTC als frühere Blockchain-Schätzungen vermuten liessen. Die Details sind hier einlesbar. Gleichzeitig übertrifft SpaceX damit auch Tesla, das nach aktuellen Berichten weiterhin etwas mehr als 11’000 Bitcoin hält.

Damit verschiebt sich die Wahrnehmung innerhalb von Elon Musks Unternehmenswelt. Tesla war 2021 der grosse Bitcoin-Treiber, nachdem der Elektroautobauer 1,5 Milliarden US-Dollar in BTC investierte und kurzzeitig Bitcoin-Zahlungen akzeptierte. Später verkaufte Tesla jedoch rund 75 Prozent seiner Bestände. SpaceX scheint dagegen eine deutlich grössere Bitcoin-Position aufgebaut oder gehalten zu haben.

Warum der IPO Bitcoin belasten könnte

Ein SpaceX-Börsengang wäre einer der grössten IPOs der jüngeren Marktgeschichte. Medienberichte sprechen von einem möglichen Bewertungsziel von deutlich über einer Billion US-Dollar und einem sehr grossen Emissionsvolumen. Für Anleger bedeutet ein solcher Börsengang: Es entsteht ein neues, extrem sichtbares Wachstumsinvestment.

Genau darin liegt der mögliche Gegenwind für Bitcoin. Wenn grosse Mengen Kapital in SpaceX-Aktien fliessen, kann dieses Kapital kurzfristig aus anderen spekulativen Bereichen abgezogen werden. Dazu gehören Technologieaktien, Krypto-Aktien und digitale Assets.

Barron’s verwies zuletzt darauf, dass Kryptowährungen bereits unter Druck geraten seien, während sich Anleger auf grosse IPOs wie SpaceX, OpenAI oder Anthropic vorbereiteten. Bitcoin fiel demnach zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Oktober 2024. Auch Ethereum, XRP und mehrere Krypto-Aktien gaben deutlich nach.

Das bedeutet nicht, dass SpaceX allein den Kryptomarkt bewegt. Makro-Sorgen, ETF-Abflüsse und schwächere Risikobereitschaft spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Der IPO kann diese Tendenz jedoch verstärken, weil er Kapital und Aufmerksamkeit bündelt.

Bitcoin als Teil der SpaceX-Story

Gleichzeitig macht der Bitcoin-Bestand den SpaceX-IPO für den Kryptomarkt besonders interessant. Wer SpaceX künftig als Aktie betrachtet, schaut nicht nur auf Raketenstarts, Starlink, Satelliteninternet oder mögliche Mars-Pläne. Auch Bitcoin wird Teil der Bilanzanalyse.

Das unterscheidet SpaceX von klassischen Industrie- oder Technologie-IPOs. Das Unternehmen bringt neben operativen Chancen auch eine direkte Krypto-Komponente mit. Steigt Bitcoin, verbessert sich der Wert dieser Bilanzposition. Fällt Bitcoin stark, kann der Bestand dagegen zu zusätzlicher Volatilität beitragen.

Für den Markt ist das eine neue Mischform: SpaceX wäre kein reines Krypto-Unternehmen, aber auch kein Unternehmen ohne digitale Asset-Exposure. Der Bitcoin-Bestand ist im Verhältnis zur möglichen Gesamtbewertung zwar klein, aber gross genug, um in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle zu spielen.

Tesla zeigt, wie sensibel das Thema ist

Der Vergleich mit Tesla ist wichtig. Als Tesla 2021 Bitcoin kaufte, wurde das als Meilenstein für institutionelle Akzeptanz gewertet. Als Tesla später den Grossteil seiner Bitcoin verkaufte, war die Signalwirkung deutlich negativer.

SpaceX steht nun vor einer anderen Ausgangslage. Der Bestand ist grösser als bei Tesla, aber das Unternehmen geht gerade erst an die Börse. Damit wird Bitcoin von Anfang an Teil der öffentlichen Investmentstory.

Sollte SpaceX die Bitcoin-Bestände langfristig halten, wäre das ein starkes Signal für BTC als Unternehmensreserve. Sollte es jedoch im Zuge des IPOs, der Bilanzoptimierung oder künftiger Kapitalplanung zu Verkäufen kommen, könnte das die Marktstimmung belasten.

Aktuell gibt es keinen belastbaren Hinweis auf bevorstehende Bitcoin-Verkäufe durch SpaceX. Entscheidend ist daher die Einordnung: Die Bestände sind real, aber ihre künftige Rolle in der Unternehmensstrategie bleibt offen.

Fazit: SpaceX verbindet IPO-Hype mit Bitcoin-Risiko

Der IPO ist für Bitcoin aus zwei Gründen relevant. Einerseits zeigt der offengelegte Bestand von 18’712 BTC, dass Elon Musks Raumfahrtunternehmen zu den grösseren bekannten Unternehmenshaltern von Bitcoin gehört. Das stärkt die Erzählung, dass BTC auch ausserhalb klassischer Krypto-Firmen als Bilanzasset genutzt wird.

Andererseits kann der Börsengang kurzfristig Gegenwind erzeugen. Ein Mega-IPO zieht Kapital und Aufmerksamkeit an. In einem ohnehin schwächeren Marktumfeld kann das die Rotation aus Krypto verstärken.

SpaceX ist damit für Bitcoin zugleich Bestätigung und Risiko. Die Bestände zeigen institutionelle Akzeptanz. Der IPO selbst könnte dem Kryptomarkt jedoch kurzfristig Liquidität entziehen. Genau diese Spannung macht das Thema für den Markt so wichtig.

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