Monatelanger Stillstand, hitzige Debatten, verhärtete Fronten – und nun plötzlich Bewegung. In den USA könnte ein entscheidender Knoten im Kryptostreit geplatzt sein. Auslöser ist eine Einigung rund um sogenannte Stablecoin-Erträge, die bislang als grösster Bremsklotz für ein umfassendes Krypto-Gesetz galt.
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Wie aus einer Mitteilung der Kryptobörse Coinbase hervorgeht und unter anderem Reuters berichtet, wurde am Freitag (1. Mai) eine «wegweisende Vereinbarung» erzielt, die den politischen Stillstand im US-Senat auflösen könnte. Im Zentrum steht eine Frage, die technischer klingt, als sie ist: Dürfen Plattformen ihren Nutzern Belohnungen zahlen, wenn diese Stablecoins halten?
Stablecoin-Streit gelöst: Kommt jetzt das grosse Krypto-Gesetz?
Genau daran entzündete sich der Konflikt. Banken liefen Sturm gegen solche Modelle. Ihre Sorge: Kapital könnte aus klassischen Konten abfliessen, hin zu digitalen Alternativen mit potenziell höheren Erträgen. Die Folge wäre ein Druck auf das traditionelle Einlagengeschäft – ein empfindlicher Nerv im Finanzsystem. Die nun erzielte Stablecoin-Einigung versucht, diesen Konflikt zu entschärfen. Banken erhalten strengere Regeln für solche Ertragsmodelle, während Kryptoplattformen grundsätzlich weiterhin die Möglichkeit behalten, entsprechende Anreize anzubieten. Ein klassischer politischer Kompromiss – keiner gewinnt ganz, keiner verliert vollständig.
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Coinbase-Politikchef Faryar Shirzad formuliert es so: Die Vereinbarung sichere das Recht von Stablecoin-Nutzern, «Belohnungen auf Basis realer Plattform- und Netzwerknutzung» zu erhalten. Eine Formulierung, die bewusst offen bleibt, aber signalisiert: Das Prinzip wird nicht aufgegeben. Die Bedeutung dieser Einigung reicht weit über einzelne Renditemodelle hinaus. Sie ebnet den Weg für ein umfassendes Gesetz zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte, das seit Monaten im US-Kongress feststeckt. Beobachter erwarten, dass der Entwurf nun in eine entscheidende Abstimmung im Bankenausschuss des Senats gehen könnte.
Ein Detail-Deal mit grosser Wirkung
Im Kern geht es dabei um nichts weniger als die Spielregeln der Kryptoindustrie in den USA. Wer ist zuständig? Wer kontrolliert was? Und vor allem: Welche Behörde hat das letzte Wort? Das geplante Gesetz soll die Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Terminmarktaufsicht CFTC klarer definieren – ein Punkt, der bislang für Unsicherheit und Rechtsstreitigkeiten sorgt. Für den Markt wäre das ein Signal mit Gewicht. Klare Regeln gelten als Voraussetzung für weiteres institutionelles Engagement. Ohne sie bleibt der Sektor für viele grosse Investoren ein Terrain mit rechtlichen Grauzonen.
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Der aktuelle Kompromiss zeigt, wie eng Politik, Finanzsystem und Kryptoindustrie inzwischen miteinander verflochten sind. Was einst als Gegenentwurf zum klassischen Bankensystem galt, wird nun Schritt für Schritt in dessen Regulierung integriert. Ob die Stablecoin-Einigung tatsächlich den Durchbruch bringt, bleibt offen. Doch die Dynamik hat sich spürbar verändert. Aus Blockade wird Bewegung – und aus einem technischen Detail könnte ein politischer Wendepunkt werden. (mck)


