Sechs Wochen lang war bei Strategy die Richtung klar: Bitcoin kaufen, immer wieder Bitcoin kaufen. Nun steht die Einkaufstour erstmals still. Das von Michael Saylor geprägte Unternehmen hat in der vergangenen Woche keinen einzigen Bitcoin erworben. Stattdessen floss mehr als eine Viertelmilliarde Dollar in die eigene Kapitalstruktur – genauer gesagt in den Rückkauf von Vorzugsaktien.

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Wie aus einem am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Bericht hervorgeht, kaufte Strategy zwischen dem 19. und 25. Oktober weder Bitcoin noch verkaufte das Unternehmen welche. Damit bleibt der Bestand bei 848.517 BTC. Für die bislang angesammelten Bitcoin hat Strategy insgesamt rund 64,02 Milliarden Dollar ausgegeben. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei etwa 75.446 Dollar je Bitcoin, Gebühren und weitere Kosten eingerechnet.

Strategy stoppt Bitcoin-Käufe: Ist das nur eine Pause?

Nach fünf Wochen mit aufeinanderfolgenden Bitcoin-Käufen ist das eine bemerkenswerte Pause. Zuvor hatte Strategy unter anderem 1665 BTC, 334 BTC, 250 BTC und zuletzt 267 BTC erworben. Allein die jüngsten vier Käufe summierten sich auf mehr als 2500 Bitcoin. Diesmal lag der Fokus woanders. Strategy kaufte rund 2,07 Millionen eigene STRC-Vorzugsaktien für 204,9 Millionen Dollar zurück. Das Geld stammte aus der USD-Cash-Reserve des Unternehmens. Gleichzeitig wurden in der vergangenen Woche keine Aktien über das sogenannte At-the-Market-Programm verkauft.

Der Schritt kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Strategy hält mittlerweile mehr als vier Prozent aller Bitcoin, die jemals existieren werden. Der Wert des Bestands lag zuletzt bei rund 68 Milliarden Dollar. Ein einziger zusätzlicher Kauf ist für den Konzern deshalb längst keine Kleinigkeit mehr – gleichzeitig kann eine Woche ohne Zukauf nicht mit einem Strategiewechsel gleichgesetzt werden. Denn während Strategy kurz Luft holt, drückt ein anderer Player aufs Tempo. Strive kaufte in derselben Woche 6.182 Bitcoin für rund 511,4 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 82.732 Dollar. Damit kommt das Unternehmen nun auf insgesamt 43.000 BTC.

Während Saylor wartet, kauft ein Konkurrent für 511 Millionen Dollar

Der Unterschied könnte kaum deutlicher sein: Hier ein Branchenprimus, der erstmals seit Wochen keine neuen Bitcoin kauft. Dort ein aufstrebender Konkurrent, der mehr als eine halbe Milliarde Dollar in den Markt steckt. Strive rückt damit in der Rangliste der börsenkotierten Bitcoin-Halter weiter nach vorne. Nach Angaben von The Block liegt das Unternehmen inzwischen nur noch knapp hinter Twenty One und Metaplanet. Der Abstand nach oben ist allerdings weiterhin erheblich: Strategy bleibt mit 848.517 BTC mit grossem Abstand führend. Auch für weitere Käufe hat Strive bereits neues Kapital in Stellung gebracht.

Interessant: Bitcoin steckt fest: Glassnode sieht BTC an einem Scheideweg

Das Unternehmen hat ein sogenanntes At-the-Market-Programm für bis zu eine Milliarde Dollar an SATS-Vorzugsaktien eingerichtet. Die Erlöse können unter anderem für zusätzliche Bitcoin-Käufe verwendet werden. Damit entsteht ein bemerkenswertes Bild im Markt für sogenannte Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Strategy tritt kurzfristig auf die Bremse, während Strive gleichzeitig kräftig beschleunigt. Ob die Pause von Saylor und seinem Team nur ein Zwischenstopp ist oder auf eine vorsichtigere Kapitalallokation hindeutet, bleibt offen. Fest steht: Die Bitcoin-Schlacht der Unternehmen geht weiter. Und während der Platzhirsch eine Woche lang den Einkaufswagen stehen lässt, hat der Herausforderer gleich für mehr als 500 Millionen Dollar zugeschlagen. (mck)

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