In den nüchternen Formularen der U.S. Securities and Exchange Commission, den sogenannten 13F-Meldungen, verstecken sich mitunter explosive Details. Eigentlich dienen sie der Transparenz: Institutionelle Investoren müssen offenlegen, welche Wertpapiere sie halten. Doch was dort für das vierte Quartal 2025 auftauchte, lässt die Kryptoszene aufhorchen.

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Im Zentrum steht eine kaum bekannte Gesellschaft namens Laurore Ltd. mit Sitz in Hongkong. Kein Internetauftritt, keine Medienberichte, keine Historie. Und dennoch hält diese Firma laut Einreichung Bitcoin-ETF-Anteile im Wert von rund 436 Millionen US-Dollar – ausschliesslich am iShares Bitcoin Trust von BlackRock, besser bekannt unter dem Kürzel IBIT.

Bitcoin: Kauft China heimlich BTC?

Auf diese Spur brachte der Bitwise-Berater und ProCap-Manager Jeff Park seine Follower auf X. Er machte öffentlich, was in den Dokumenten zu lesen ist – und stellte die entscheidende Frage: Wer steckt hinter Laurore Ltd.? Als verantwortliche Person für die Meldung wird ein gewisser Zhang Hui genannt. Ein Name, der laut Park in China so verbreitet sei wie «John Smith» im аfroamerikanischen Raum. Für sich genommen kein Beweis. Doch in Kombination mit der völligen Abwesenheit weiterer Informationen entsteht ein Bild, das Spekulationen nährt.

Park deutet an, es könne sich um eine Konstruktion handeln, die einzig dem Zweck diene, Kapital in Bitcoin zu lenken – möglicherweise unter Umgehung chinesischer Restriktionen. In China ist der direkte Handel mit Kryptowährungen bekanntlich stark eingeschränkt. Institutionelle Engagements sind politisch sensibel. Ein Investment über einen in den USA zugelassenen ETF wäre formell legal, zugleich aber diskret.

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Auffällig ist vor allem die Einseitigkeit des Portfolios. Laurore Ltd. hält keine breit gestreuten Anlagen, keine Aktienkörbe, keine Anleihen. Nur IBIT. Ein einziger Posten, fast eine halbe Milliarde Dollar schwer. Für ein diversifiziertes Family Office wäre das ungewöhnlich. Für eine gezielte strategische Positionierung dagegen nicht.

Was der BlackRock-ETF damit zu tun hat

Der IBIT-ETF von BlackRock ermöglicht Investoren ein Engagement in Bitcoin, ohne die Kryptowährung direkt halten zu müssen. Verwahrung, regulatorische Fragen, technische Risiken – all das übernimmt der Fondsanbieter. Für Investoren aus restriktiven Jurisdiktionen könnte genau das attraktiv sein: Exponierung gegenüber Bitcoin, verpackt in ein reguliertes US-Wertpapier. Ob hinter Laurore tatsächlich chinesische Institutionen stehen, bleibt offen. Beweise gibt es nicht. Doch der Zeitpunkt ist brisant.

Während westliche Märkte Bitcoin zunehmend als etablierte Anlageklasse akzeptieren, bleibt die Volksrepublik offiziell auf Distanz. Sollte sich zeigen, dass Kapital dennoch über Umwege fliesst, wäre das ein Signal. Park spricht von möglichen «ersten Anzeichen» institutioneller chinesischer Zuflüsse in Bitcoin – nicht über Kryptobörsen oder Grauzonen, sondern über regulierte Vehikel wie einen BlackRock-ETF. Transparent in den US-Meldungen, und doch im Hintergrund schwer greifbar.

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Selbst der Firmenname sorgt für Stirnrunzeln. «Laurore» erinnert an das französische «aurore» – Morgendämmerung. Ein Zufall? Vielleicht. Vielleicht auch ein symbolischer Hinweis auf einen neuen Kapitalstrom im Anbruch. Fest steht: In einem Markt, der von Narrativen lebt, reichen manchmal ein paar nüchterne Zahlen in einer SEC-Datei, um eine Debatte auszulösen. Und plötzlich stellt sich eine Frage, die weit über ein einzelnes Formular hinausgeht: Wer kauft wirklich – und warum gerade jetzt? (mck)

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