Vom Milliardenmarkt zum Absturz: Blur, einst einer der grössten NFT-Marktplätze auf Ethereum, zieht sich zurück. Am 12. November schliesst die Plattform ihre Website. Auch das Kreditgeschäft über Blend wird eingestellt. Was bleibt, ist ein Schatten des früheren Erfolgs: Das monatliche Handelsvolumen ist innerhalb von drei Jahren um mehr als 99 Prozent eingebrochen. Für den NFT-Markt ist es ein weiteres Zeichen dafür, wie schnell sich ein einst gefeierter Krypto-Trend abkühlen kann.

Bitvavo, eine der führenden Börsen aus Europa (Niederlanden) mit einer grossen Auswahl an Kryptowährungen. PayPal Einzahlung möglich. Extra für kurze Zeit: 20 Euro Bonus bei Anmeldung über CoinPro.ch

98%

5.0 out of 5.0 stars5.0

Bewertung lesen

Die Schliessung gab Blur am Montag (12. Oktober) bekannt. Wie unter anderem das Krypto-Fachportal «CoinDesk» berichtet, fiel das monatliche Handelsvolumen von rund 1,43 Milliarden Dollar im März 2023 auf weniger als sieben Millionen Dollar im März 2026. Ein Absturz, der kaum drastischer ausfallen könnte. Damals gehörte Blur zu den wichtigsten Handelsplätzen für digitale Sammlerstücke auf Ethereum. Heute ist von diesem Höhenflug wenig übrig.

NFT-Schock: Blur macht dicht – das steckt dahinter

Dabei war die Plattform mit einem klaren Versprechen angetreten: schneller handeln, keine Marktplatzgebühren zahlen und durch Token-Anreize zusätzliche Vorteile erhalten. Als Blur 2022 startete, forderte es den damaligen Branchenprimus OpenSea heraus. Vor allem professionelle Händler fanden Gefallen an der Plattform. Im März 2023 entfielen zeitweise mehr als 70 Prozent des Ethereum-NFT-Handelsvolumens auf Blur.

Doch hohe Handelsaktivität bedeutet nicht automatisch ein funktionierendes Geschäftsmodell. Blur verlangte keine Gebühren für den Handel. Laut CoinDesk verzeichnete das Protokoll in den vergangenen drei Jahren keine Einnahmen aus Transaktionsgebühren. Ob und in welchem Umfang andere Geschäftsbereiche Geld einbrachten, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Interessant: Bitcoin stürzt ab: Hat die US-Regierung den Ausverkauf ausgelöst?

Eine wichtige Rolle spielte dabei Blend. Über diesen Dienst konnten Nutzer NFTs als Sicherheit hinterlegen und dafür Kryptowährungen leihen. Doch auch hier ist nun Schluss mit neuen Geschäften: Ab dem 12. November vermittelt Blend keine neuen Kredite mehr. Nutzer mit laufenden Darlehen müssen bis dahin zurückzahlen oder riskieren einen Zahlungsausfall. Blur kündigte an, nach der Abschaltung ein separates Werkzeug bereitzustellen, mit dem Nutzer ihre Vermögenswerte aus Blend abziehen können.

Vom Milliarden-Hype zum Absturz

Ganz verschwindet Blur allerdings nicht von der Blockchain. Die zugrunde liegenden Smart Contracts bleiben auf Ethereum aktiv. Die Schliessung betrifft also die Website und die darüber bereitgestellte Benutzeroberfläche, nicht das gesamte On-Chain-Protokoll. Auch BLUR-Tokenhalter behalten weiterhin die Kontrolle über den sogenannten Fee Switch, mit dem sich über die Einführung von Handelsgebühren entscheiden lässt. Für den BLUR-Token war die Nachricht dennoch ein schwerer Schlag. Nach der Ankündigung fiel der Kurs deutlich.

Der Rückgang verdeutlicht, wie eng die Bewertung eines Krypto-Projekts mit den Erwartungen an seine künftige Nutzung verbunden sein kann. Hinzu kommt ein ungünstiger Zeitpunkt für das Umfeld des Projekts. Erst Anfang Oktober hatte das Ethereum-Netzwerk Blast, das vom selben Gründerteam aufgebaut wurde, seine Einstellung angekündigt. Damit geraten innerhalb weniger Tage zwei Projekte aus demselben Krypto-Ökosystem unter Druck.

Schon mitbekommen? USA-Rückzieher: Diese umstrittenen Krypto-Regeln sind vom Tisch

Blur zeigt damit, wie schnell sich die Spielregeln im NFT-Markt ändern können. Noch vor wenigen Jahren lockten digitale Sammlerstücke Milliarden an Handelsvolumen an. Heute kämpft selbst ein einstiger Branchenführer um Relevanz. Die Blockchain bleibt – doch die Plattform, über die viele Nutzer sie bedienten, verschwindet. (mck)

Jetzt Beitrag teilen