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Europol: Kryptowährungen sollen Cyber-Kriminalität begünstigen

von Lemmy

Laut einem Bericht von Europol begünstigen Bitcoin und andere Kryptowährungen Cyber-Kriminalität durch Technologien, die die Privatsphäre schützen.

Ein Computer in einem dunklen Raum

Mit dem IOCTA (Internet Organised Crime Threat Assessment) hat das Europäische Polizeiamt (Europol) eine spezielle Abteilung eingerichtet, um Cyber-Bedrohungen zu erkennen und zu untersuchen. In Europols jüngstem Bericht über Kryptowährungen werden einige beliebte Wallets sowie andere Technologien, die die Privatsphäre von Internet-Nutzern verbessern sollen, als Bedrohungen bezeichnet. Begünstigen Kryptowährungen Cyber-Kriminalität?

Anonymität macht es Cyberkriminellen leicht

Die Ermittler sehen die fortschreitende Verbreitung von Kryptowährungen als kritisch, da sie laut dem 64-seitigen Bericht Zahlungen für verschiedene Formen der Cyberkriminalität ermöglichen. Dabei bezeichnet die IOCTA die Entwicklungen im Bereich der privatwirtschaftlich orientierter Krypto-Dienste als besonders problematisch.

Die Irreversibilität der Transaktionen, die Zuverlässigkeit der Blockchain sowie die damit verbundene Anonymität sollen angeblich die Handlungen der Cyberkriminellen erleichtern. Dadurch haben sich Kryptowährungen zur Standardzahlungsmethode für Zahlungen von Kriminellen an Kriminelle im Darkweb entwickelt, aber auch für Zahlungen von Opfern an Kriminelle im Rahmen von Erpressungsprogrammen.

Vor kurzem hat Europol den Privacy Wallet Wasabi unter die Lupe genommen, nachdem die Ermittler feststellten, dass sich fast ein Drittel aller Transaktionen von Wasabi mit Darknet-Geschäften in Verbindung bringen lassen. Die Krypto-Wallet ist auch weiterhin ein Dorn im wachsamen Auge der Polizeibehörde, weil sie das Verwischen von (Transaktions-)Spuren ermöglicht. Die Nutzer von Wasabi haben die alleinige Kontrolle über ihre Einlagen, wobei auch das Bitcoin-Mixing dezentral stattfindet. Die Beamten mussten feststellen, dass es praktisch unmöglich ist, solche Transaktionen rückgängig zu machen.

Cyberkriminelle nutzen die Corona-Krise aus

Obwohl die Coronavirus-Pandemie viele Aspekte des alltäglichen Lebens verlangsamt hat, hat sie die kriminelle Aktivität online beschleunigt. Nach Angaben von Europol nutzen Cyberkriminelle gezielt die Corona-Pandemie für ihre Zwecke aus. Dabei sind insbesondere diejenigen Personen und Firmen im Visier, die nun mehr als zuvor auf Home-Office und mobiles Arbeiten setzen.

Indem zahlreiche Menschen vor allem während des Lockdowns das Internet verstärkt nutzen, wurde der digitale Raum auch für die Kriminellen von grösserem Interesse. Durch direkten Telefon- oder E-Mail-Kontakt mit den Opfern sowie das klassische Phishing, haben sich Kriminelle vor allem auf verletzliche Personen bei ihren Attacken konzentriert. Dabei erlaubt es die Verbreitung von Fake-News mit Leichtigkeit vorzutäuschen, sie hätten ein Immunmittel oder eine Heilmethode auf Lager. Auch in solchen Betrugsfällen spielt die Verschlüsselung eine wichtige Rolle, denn diese erschwert es den Ermittlern, an die wichtigen Spuren und Daten zu kommen.

Krypto-Anbieter zeigen guten Willen im Kampf gegen Cyber-Kriminalität

Im Vergleich zu anderen kriminellen Praktiken sei es für die Ermittler schwierig, Cyberkriminalität zu verorten. Dabei könnten Kriminelle bereits mit relativ kleinen Investitionen einen grossen Schaden anrichten. Da Kryptowährungen für immer mehr Privatpersonen interessant sind, steigt dementsprechend auch die Anzahl der potentiellen Opfer.

Der IOCTA-Bericht listet für das Jahr 2019 zehn Hacks von Krypto-Börsen auf, bei denen Kryptowährungen in Höhe von 240 Millionen Euro durch Kriminelle gestohlen wurden. Diese Problematik ist auch privaten Anbietern bekannt, die mittlerweile bereits entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben – doch nicht alle Unternehmen kooperieren ausreichend mit den Ermittlern, kritisiert Europol. Insbesondere die Krypto-Börsen sollten deshalb ihre KYC-Massnahmen weiter verstärken.

Nicht nur die Betreiber von Krypto-Dienstleistungen, sondern auch die Medien werden durch die IOCTA verpflichtet, über die Risiken bezüglich Kryptowährungen zu informieren. So könnten auch die Medien bei der Prävention von Cyberkriminalität zu einem mächtigen Akteur werden, z. B. durch die Aufdeckung neuer Arten von Methoden und Technologien, die Cyberkriminelle nutzen.

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