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Facebook Coin Libra: Der grosse Überblick und die wichtigsten Fragen

von Paul

Alles was man zum Start des eigenen Coin namens Libra des Social Media Riesen wissen sollte:

Facebook Coin: Der grosse Überblick und die wichtigsten Fragen

Nichts beherrscht die Kryptowelt im Moment mehr als die Fragen rund um den sog. Facebook Coin. Vieles ist gefährliches Halbwissen, einiges scheint aber schon relativ klar sein. Eine kleine Übersicht, was bisher klar ist.

Warum, weshalb, wieso

Facebook und Gründer Mark Zuckerberg gehörten am Anfang definitiv selbst zu den grossen Skeptikern rund um Bitcoin, Ethereum und Co. Angefangen von einem vollumfänglichen Werbverbot über kritische Äusserungen war alles dabei. Dies hat sich nun geändert. Nach der schrittweisen Aufhebung des Verbots folgten die Gerüchte rund um einen eigenen Stablecoin von Facebook. Diese haben in den letzten Wochen immer mehr Fahrt aufgenommen.

Aber warum das Ganze? Dies ist relativ naheliegend. Wenn es Facebook gelingt, auch die monetären Flüsse innerhalb des Netzwerks komplett zu kontrollieren, entsteht ein komplett neues Ökosystem. Zudem gibt es bereits im Asiatischen Raum mit WeChat ein grosses und vor allem erfolgreiches Vorbild. Facebook als börsenkotiertes Riesenunternehmen braucht immer wieder neue und potentielle Einnahmequellen um Anleger und eigene Ansprüche zu erfüllen. Umso mehr Bereiche in die Facebook-Welt gelegt werden, umso besser für Facebook, die Aktionäre und etwaige Partner.

Die Folgen: Die Auswirkungen wären aber nicht nur für die User von Facebook interessant. Auch Online-Zahlungsdienstleister wie Paypal oder auch Western Union wären mit einem Schlag in ihrer Existenz zumindest – herausgefordert. Dann, wenn man nämlich alle Payment-Lösungen an den heute schon weit verbreiteten Facebook-Login knüpfen würde und keine Drittdienste mehr für die Bezahlung von Dienstleistungen und Waren braucht. Zudem sollen mehrere Währungen an den Facebook Coin gebunden sein, um die Stabilität zu sichern. Damit ist der Libra eine richtige Währung, im Gegensatz zu Paypal und Co., die in der Regel mit Referenzkonten arbeiten.

Das Potential: Aus westlicher Sicht sind natürlich Banken, und wie bereits erwähnt, Zahlungsdienstleister, im Fokus. Auf der anderen Seite und da sollte man ausserhalb der westlichen Staaten schauen. Es gibt nach wie vor viele Länder, wo bei weitem nicht jeder Bewohner Zugang zu einem Bankkonto oder digitale Bezahlmöglichkeiten hat. Hier ergibt sie ein riesiges Potential durch den Bedarf an Zahlungs- und auch Aufbewahrungsmöglichkeiten von Geld. Und ein weiterer Vorteil: Facebook ist in (fast) jedem Land der Welt verfügbar. Da davon auszugehen ist, dass das System rund um den Facebook Coin Libra im kompletten Facebook-Netz funktionieren wird, sind damit auch ohne Probleme grenzüberschreitende Zahlungen möglich.

Ein kurzer Überblick zu Facebook Coin

Unter dem Projektnamen Libra möchte Facebook eine eigene Kryptowährung herausgeben. Mit über 2 Milliarden aktiven Nutzern soll damit ein eigenes Payment-System geschaffen und betrieben werden. Wenn man bedenkt, dass auch noch Whatsapp und Instagram zum Social Media Riesen gehören, wären auf Anhieb eine Menge Menschen erreicht.

Nachdem die erste Gerüchte die Runde machten, wurde schnell klar, dass Facebook bereits weiter ist. Da wurde zum Beispiel eine Tochterfirma in Genf gegründet. Die Firma Libra Networks hat folgenden Eintrag im Handelsregister, der die Gerüchte mehr als bestätigt:

Dienstleistungen in den Bereichen Finanzen und Technologie, Entwicklung und Produktion von Software und Infrastruktur sowie Informationen zu Investitions- und Zahlungsaktivitäten sowie zur Finanzierung, Die Analyse von Big Data, Blockchain und anderen Technologien.

Zudem kann sich Facebook breiter Unterstützung sicher sein. So meldete, dass in der Regel sehr gut informierte, Wall Street Journal, dass bereits Grössen wie Visa, Mastercard, PayPal und Uber jeweils mit rund 10 Millionen Franken investiert sind. Hinter der Libra Association stehen also gewichtige Partner. Die Suche nach weiteren Partnern sei dem Bericht zufolge auch noch nicht abgeschlossen sein.

Alle Meldungen von CoinPro.ch zu Facebook.

Was zu Libra an sich bekannt ist

Wie bereits erwähnt, soll der Wert von Libra an ein mehrere verschiedene Währungen geknüpft sein. Dies wäre ein Novum, zwar gibt es Stablecoin schon relativ lang. Diese sind aber in der Regel nur an eine Währung geknüpft. Zum Aufbau des Facebook Coin selbst gibt es noch keinerlei, verlässliche Informationen. Allerdings berichtet das WSJ vom Konzept, dass angeblich weder Facebook noch einzelne Mitglieder des Konsortiums die Kryptowährung kontrollieren werden, obwohl einige Mitglieder Knoten in dem Netzwerk betreiben könnten, das dem Krypto-Zahlungsnetzwerk zugrunde liegt.

Wie geht es weiter beim Facebook Coin?

Oder besser gesagt, welche Hürden, teils Widerstände und auch einfach offene Fragen müssen geklärt werden.

  1. Da wäre das Verhältnis zum Thema Daten und Kontrolle. Wie bereits bekannt, versucht es Facebook bei dem Thema eigene Kryptowährung mit relativ vielen externen Partnern und Verbündeten. Eine neue Erfahrung, war in der Vergangenheit allein Facebook in den Entscheidungen und Konzepten frei zu entscheiden, sind nun mehr Partner involviert. Was bedeutet dies konkret für die Daten, die hier generiert werden.
  2. Schweiz – USA. Es ist bekannt, dass die Tochter Libra Networks LLC in Genf eine wichtige Rolle spielt. Der Entscheid für die Schweiz dürfte auch stark mit der liberalen Einstellung hier in der Schweiz zusammenhängen. Aber welche Auswirkungen hat dies auf den eigentlichen Hauptsitz in den USA?
  3. Welchen Wert hat das Projekt für Facebook im Gesamtkontext? Ist es, trotz der kolpotierten Summe, nur ein experimentelles Projekt? Diese Fragen stellen sich nicht nur noch innen, sondern auch nach aussen. Haben doch bereits diverse offizielle Stellen (Zentralbanken, Börsenaufsichten) schon erste (kritische) Äusserungen zum Thema getätigt.
  4. Kryptowährungen haben bei aller Euphorie auch nicht zu vernachlässigbare Schwachstellen. Beim Bitcoin ist dies nach wie vor die Geschwindigkeit (und teilweise auch die Kosten) von Transaktionen. Auch die Themen rund um Sicherheit spielen eine Rolle. Damit wird sich der blaue Riese, neben den Weltmacht-Fantasien auseinandersetzen

Ein wichtiges Datum in diesem Zusammenhang soll der 18. Juni sein. Dies ist der Tag, wo das Whitepaper vom Facebook Coin veröffentlicht werden soll. Dort werden dann wohl weitere Informationen um den Aufbau, dem Netzwerk und der Funktionsweise publiziert.

Update: Wie The Block berichtet, erscheint noch in dieser Woche ein offizielles Statement von Facebook, welches den Start des Testnets für die kommende Woche ankündigen soll. Der Start des Mainnets, welches von der Libra Association im schweizerischen Genf aus gesteuert wird, wird für 2020 erwartet.

Update: Facebook hat nun die offizielle Website und das Whitepaper vorgestellt.

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