Nachdem LUNA einen kompletten Wertverfall erlebte und der UST seine Dollarbindung verlor, liegt das Terra-Ökosystem in Trümmern. Das Netzwerk und seine Entwickler denken derweil über Wiederbelebungsmassnahmen nach. Ist Terra tot? Wie geht es für die DeFi-Blockchain nun weiter? Eine Zusammenfassung.

Was geschah während des UST-Crashes mit den LFG-Reserven?

Terra ist besonders für seinen nativen algorithmischen Stablecoin UST bekannt geworden. Dieser gibt Nutzern seit über einem Jahr die Möglichkeit, Zinsen in Höhe von rund 20 Prozent zu verdienen.

Vor dem Crash gewann das dafür zuständige Anchor Protocol ständig an Beliebtheit. UST basierte auf einem Algorithmus, der Nutzer durch Anreize zum Arbitragehandel verlockte. Während die Nutzer Gewinne machen konnten, blieb der Wert des UST an dem des US-Dollars gebunden.

Zusätzlich verfügt das Ökosystem über die Luna Foundation Guard (LFG), die zusätzlich zu dem stabilisierenden Algorithmus für eine Werthinterlegung sorgte, welche zusätzliche Stabilität erzeugen sollte.

Einen Grossteil der Liquidität hinterlegte man in Bitcoin. Auch weitere Kryptowährungen dienten zu diesem Zweck: BNB, USDT, USDC, AVAX, der eigene Stablecoin UST sowie die eigene volatile Kryptowährung LUNA.

Zu Beginn des UST-Crashes ab dem 8. Mai äusserte die LFG, Stabilisierungsmassnahmen einzuleiten. Lange war fraglich, was genau geschah. Vorgestern erstattete man endlich Bericht.

Das Ergebnis: 33.206 Bitcoin verkaufte man gegen UST. 52.189 Bitcoin verlieh man an einen Partner, der im Report keine genauere Erwähnung findet. Auch die zentralisierten Stablecoins USDC und USDT tauschte man gegen UST in der Hoffnung, dessen fallenden Kurs wieder heben zu können. Alle weiteren Reserven blieben unangetastet.

In der Reserve der LFG verbleiben 313 Bitcoin. Nutzer verloren nach Erkenntnissen von Elliptic insgesamt 42 Milliarden US-Dollar durch den Terra-Crash.

Lesetipp: Nach UST-Crash: Tether wankt – folgt Regulierung von Stablecoins?

Gelingt Terra die Wiederbelebung?

Durch den Zusammenbruch Terras verloren die Token der Blockchain ihren kompletten Wert, obwohl das System technisch gesehen nie seine Funktion verlor. Mitgründer Do Kwon und grosse Teile der Nutzergemeinschaft haben seitdem heiss debattiert, um eine Lösung zur Wiederbelebung des Projekts zu finden.

Do Kwon veröffentlichte vor zwei Tagen den Wiederbelebungsplan 2, der die Umsetzung eines Hard Forks fordert. In diesem Fall würde die LUNA-Versorgung komplett neu verteilt und eine Trennung von den nativen Stablecoins wie dem UST folgen.

Die Terra-Blockchain spaltet sich in diesem Fall. Die alte Version der Blockchain existiert als Terra Classic (LUNC) weiter, während das neue Modell unter dem alten Namen Terra (LUNA) ins Leben gerufen wird.

CZ, Gründer der Krypto-Börse Binance, hält diesen Vorschlag für unsinnig. Schliesslich könne man durch einen Hard Fork nicht einfach den Wert der Kryptowährung steigern.

Auch in der Terra-Gemeinschaft trifft Kwons Vorschlag auf grossen Widerstand. Viele Nutzer zweifeln an Kwons Glaubwürdigkeit und machen ihn für den Zusammenbruch persönlich verantwortlich.

Terra stimmt über Abspaltung ab

Vor fünf Stunden begann die Abstimmung über den Vorschlag, der von den unabhängigen Web3-Entwicklern der Terra Builders Alliance unterstützt wird. Bisher stimmten 90,83 Prozent für die Abspaltung. 8,89 Prozent der LUNA-Halter legten ihr Veto ein.

Terra Abstimmung Hard Fork
Abstimmungsergebnisse gegen 18 Uhr des ersten Wahltages

Für einen Erfolg des Veto müssen allerdings ganze 33,40 Prozent der Wähler vom Vetorecht Gebrauch machen. In sieben Tagen endet die Abstimmung. Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu Streitigkeiten beim Terra-Entwickler Terraform Labs. In der Folge verabschiedete sich ein Teil der Arbeiter vom Unternehmen.

Glückt die Abspaltung, sinkt die Bedeutung der Terraform Labs, da sie dann keine Anteile an LUNA mehr besitzen. Bei einem erfolgreichen Wahlgang erfolgt die Umsetzung des Hard Fork am 27. Mai.

 

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