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Kryptolending, Staking und Mining – Unterschiede, Risiken und Chancen

von Matthias Nemack

Es gibt viele Arten mit Bitcoin und Kryptowährungen Geld zu verdienen. Wir erklären die Unterschiede von Kryptolending, Staking und Mining.

Kryptolending, Staking und Mining – Unterschiede, Risiken und Chancen

Um vom rasanten Wachstum der Kryptowelt zu profitieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die direkte Investition in Bitcoin und Altcoins wie Ethereum oder Cardano ist ein Weg, aber eben nur einer auf dem Weg zum ersehnten Gewinn. Einen Boom erlebt seit längerem die Sparte Kryptolending. Staking und Krypto-Mining sind Alternativen, die bei Mitgliedern der Community ebenfalls beliebt sind. Abgesehen von technischen Unterschieden zwischen diesen Ansätzen, fallen auch die Risiken und Nachteile unterschiedlich aus.

Krypto-Lending: Hohe Zinserträge ganz ohne Risiko?

Krypto-Lending lässt sich als Pendant zur privaten Kreditvergabe über Vermittlungsportale verstehen. Nur eben nicht in Form von Fiat-, sondern Kryptowährungen. Lending-Anbieter bewerben Leistungen für das Verleihen von Krypto-Coins mit vielversprechenden Aussagen zu erzielbaren Zinserträgen. Tatsächlich gibt es zunehmend „normale“ Anleger, die aufgrund historisch niedriger Zinsen am Anlagemarkt (oder Strafzinsen auf dem Bankkonto) Geld in Kryptowährungen investieren, um gezielt im Bereich Lending nach hohen Renditen zu suchen. Wie gesagt: Lending im Kryptoversum weist viele Parallelen zu den beliebten Peer-to-Peer-Kreditplattformen auf. Wer sich Krypto-Geld leiht, bekommt dieses nicht von von anderen Nutzern. Ähnlich wie beim Bankkredit dienen Zinsen als eine Art Risikoausgleich.

Im deutschsprachigen Raum kann als Beispiel für Lending-Dienstleister das Berliner Krypto-Fintech-Unternehmen Nuri genannt werden. So verlockend Zinsversprechen klingen. Es gibt nicht nur Vorteile. Einerseits stehen verliehene Coins und Token dem Eigentümer während der vereinbaren Verleihzeitspanne nicht zur Verfügung. Steigen die Kurse zwischenzeitlich, bleiben Verleihern „nur“ die Zinsen, während Kreditnehmer vom Anstieg profitieren. Andererseits besteht wie bei jedem Kredit die Gefahr, dass Schuldner Rückzahlungspflichten nicht nachkommen können. Etwa, weil sie sich verspekuliert haben. Erstattungen über Plattform-Communities oder Einlagenabsicherungen sucht man beim Lending weitgehend vergeblich. Im Erfolgsfall aber – und dies ist ein wesentlicher Vorteil – locken beim Lending ohne eigene Aktivität hohe Erträge.

Nuri – mit Sitz in Berlin – ist für den deutschsprachigen Raum ein beliebter Krpypto-Lending Anbieter: Review von Nuri. (Neukunden profitieren von 50€ Startbonus bis 31.12.2021)

Staking – ohne eigenes Zutun passiv Geld mit Kryptos verdienen?

Staking wird gerne als Gelegenheit für Kryptofans bezeichnet, die am Kryptomarkt-Wachstum teilhaben haben, aber nicht ständig Kurse verfolgen und Entscheidungen treffen möchten. „Staker“ erhalten Belohnungen dafür, dass sie Coins in Blockchains hinterlegen (sperren). Diese werden für das Erzeugen neuer Blöcke verwendet. Inhaber erhalten das Recht auf Zeit, als Validatoren Blöcke hinzuzufügen. Für das Konzept spricht, dass Nutzer keine teuren Endgeräte benötigen, um Währungen einzusetzen. Das eigene Vermögen reicht aus. Ein Vorteil präsentiert sich mit Blick auf den Energieverbrauch. Staking ist weniger umweltbelastend als etwa Kryptomining. Ein Nachteil für Investoren: Der Ansatz funktioniert nur mit Coins, deren Systemen das sogenannte „Proof of Stake“-Verfahren zugrunde liegt. Staking ist also nicht für jeden Krypto-Besitzer geeignet. Zudem können gesperrte Kryptowährungen für den Staking-Zeitraum nicht für andere Zwecke zum Einsatz kommen.

Infografik: „Proof of Stake“ und „Proof of Work“ verglichen

Zudem bestimmt die Höhe der eingesetzten Coins über die Chance, dank des genutzten Zufallsprinzips das Validieren neuer Blöcke übernehmen zu dürfen. Kleinanleger dürfen sich also eher wenig Hoffnung auf hohe Belohnungen machen. Diese übrigens variieren zwischen Anbietern teils sehr deutlich, was die Auswahl des richtigen Dienstleisters für Laien erschwert. Neben Währungen wie Cardano oder Ethereum existieren bereits über 150 Währungen, die Staking erlauben. Börsen wie Coinbase oder Bitvavo haben Staking ins Portfolio aufgenommen. Ein Risiko sehr hoher Belohnungen: Es können so viele Coins entstehen, dass die Inflationsgefahr massiv steigt.

Krypto-Mining – aktiv an der Schaffung neuer Blöcke mitarbeiten

Hinter dem Begriff Mining (auch „Schürfen“) verbirgt sich der Prozess, durch den Coins und Token entstehen. Ähnlich wie im Bergbau müssen Rohstoffe – hier Kryptowährungen – abgebaut werden. Diese Arbeit übernehmen sogenannte „Miner“. Für ihre Arbeit erhalten sie Belohnungen, müssen jedoch über das nötige Werkzeug verfügen. Die Ausschüttungsintervalle fallen unterschiedlich aus. Bitcoin-Miner dürfen im Zehnminutenabstand auf Ausschüttungen hoffen. Dieser Zeitrahmen (die „Block Time“) ist für die Entstehung neuer Blöcke vorgesehen. Der Algorithmus gibt Intervalle und Belohnungshöhen vor. Miner schaffen neue Coins, leisten aber zugleich einen Beitrag zur Transaktionsverifizierung im Netzwerk. Ein Nachteil: Mining verlangt den Einsatz recht kostspieliger Hardware – beispielsweise eines CPU-Prozessors, von Application Specific Integrated Circuit Chips (ASICs) oder bestimmter Grafikkarten. Zwar winken oft hohe Belohnungen; Hardware-Kosten und Energieverbrauch schmälern jedoch die Rendite. Zudem befinden sich Miner im Wettbewerb miteinander. „Einzeltäter“ haben es schwer, sich durchzusetzen.

Mittels Pool-Mining steigen die Chancen, in der Gemeinschaft neue Blöcke in der Chain zu finden. Dafür müssen Gewinne geteilt werden. Neben Anschaffungskosten und Stromverbrauch sind Kühl- und Lagerungkosten sowie Ausgaben für Hardware-Wartung und -Instandhaltung als Kostenpunkte zu nennen. Günstiger kann Cloud-Mining sein. Hier erwerben Miner zeitweise von Dienstleistern die erforderliche Rechenleistung. Der Preis sind neben weniger Kontrolle und Flexibilität sowie die Kosten für den Service. So oder so gilt: Wer ins Mining einsteigt, muss die Kosten kennen und zunächst in Vorleistung treten. Über den Profit entscheiden nicht zuletzt die Kursentwicklungen. Zudem zeigt da Beispiel Bitcoin-Mining, dass Belohnungen mit der Zeit sinken können. In der BTC-Blockchain etwa kommt es alle vier Jahre (bzw. nach dem Erstellen je 210.000 neuer Blöcke) zu einer Halbierung (Halving).

Derzeit liegt die Belohnung bei 12,5 Bitcoins. Kritik am Mining bezieht sich oftmals auf den in der Tat hohen Energieverbrauch. Der zunehmende Umstieg auf erneuerbare Energien könnte in den kommenden Jahren zu einer deutlich besseren Ökobilanz führen.

Unser Fazit zu Krypto-Lending, Staking und Mining:

Wir sehen also, dass alle drei Ansätze ihre Berechtigung haben. Hier wie dort gibt es neben positiven Eigenschaften auch gewisse Nachteile. Unentschlossene Kryptofans sollten nicht nur die eigene Risikobereitschaft definieren. Sie sollten darüber hinaus die persönlichen Renditeziele und Investitionsbereitschaft auf den Prüfstand stellen. Zuletzt geht es gerade beim Lending und Staking um die Frage, ob Inhaber von Kryptowährungen damit leben können, nicht ständig auf die eigenen Kryptoreserven zugreifen zu können.

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