Stefan Berger hatte als Vorsitzender des ECON-Ausschusses erst kürzlich erklärt, dass der diskutierte Paragraph im MiCa-Entwurf, der ein Dienstleistungsverbot für Proof-of-Work-basierte Dienstleistungen thematisierte, gestrichen wurde. Die Abstimmung über den finalen MiCa-Entwurf wird am 14. März 2022 stattfinden. Nun scheint es allerdings zwei Entwürfe zur Abstimmung zu geben. Eine Version mit PoW-Bezug und eine ohne.

Update zum MiCa-Entwurf nach der Abstimmung

Es gibt gute Nachrichten für Bitcoin-Fans. Das Wirrwarr um das potenzielle de facto-Verbot für Bitcoin ist vorbei. Die Mehrheit im EU-Parlament hat sich gegen ein PoW-Verbot in der EU ausgesprochen. Damit steht die EU dem Fortschritt der Blockchain-Technologie nicht im Wege.

MiCa-Entwurf: Was war passiert?

Wie aus dem Nichts war in den Medien vor wenigen Wochen über ein potenzielles Bitcoin-Verbot die Rede. In der EU hatten sich vor allem die deutschen Parteien SPD, die Linke und die Grünen dafür eingesetzt, ein Dienstleistungsverbot für Proof-of-Work-basierte Kryptowährungen durchzusetzen. Auch wenn das keinem echten Bitcoin-Verbot entsprechen würde, sorgte der MiCa-Entwurf für Gesprächsstoff.

Daraufhin erklärte Stefan Berger, dass die ursprünglich für den 28. Februar angesetzte Abstimmung verschoben wird. Gleichzeitig stellte er klar, dass es sich beim MiCa-Entwurf keinesfalls um ein Bitcoin-Verbot handeln würde. Man habe den MiCa-Entwurf überarbeitet und den kontroversen Paragraphen gestrichen, so Berger in der vergangenen Woche. Die Abstimmung sei jetzt für den 14. März 2022 angesetzt.

2 Versionen des MiCa-Entwurfes zur Abstimmung angesetzt

Inzwischen scheint es vom MiCa-Entwurf jedoch zwei Versionen zu geben, die sich hinsichtlich des Dienstleistungsverbotes voneinander unterscheiden. In einer Version heisst es, dass Krypto-Vermögenswerte „in Bezug auf ihren Konsensmechanismus, der zur Validierung von Transaktionen verwendet wird, ökologischen Mindestnachhaltigkeitsstandards unterliegen müssen, bevor sie in der Union ausgegeben, angeboten oder zum Handel zugelassen werden.“ Wenn ein Proof-of-Work-Konsensmechanismus in kleinem Umfang betrieben wird, sei er laut der Bestimmung von der Einhaltung der Nachhaltigkeitsstandards befreit. Was als kleiner Betrieb gilt, muss noch festgelegt werden.

Weiterhin heisst es, dass energieintensive Kryptowährungen, die bereits in der EU genutzt werden, bevor die Gesetzgebung in Kraft tritt, „einen stufenweisen Einführungsplan aufstellen und beibehalten müssen, um die Einhaltung dieser Anforderungen zu gewährleisten“, wie in einem anderen Teil des Rahmens festgelegt.

Eine andere Version würde die Formulierung noch weiter abschwächen. Es wird jedoch angenommen, dass die stärkere Version unter den Parlamentariern viel Unterstützung findet.

Obwohl es Pläne gibt, Ethereum von Proof-of-Work auf einen weniger energieaufwendigen Konsensmechanismus namens Proof-of-Stake umzustellen, ist unklar, wie Bitcoin, die nach Handelsvolumen weltweit grösste Kryptowährung, von Proof-of-Work umgestellt werden könnte. Obwohl es in letzter Zeit einen grossen Vorstoss zur Nutzung erneuerbarer Energien beim Bitcoin-Mining gegeben hat, ist die Branche immer noch sehr stark von traditionellen Energiequellen abhängig, was die Kryptowährung unter dem stärkeren Vorschlag potenziell angreifbar macht.

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