Vom Elektroauto-Hersteller zur Bitcoin-Schatzkammer – und jetzt zum Krisenfall? Beim an der Nasdaq gelisteten Unternehmen Empery Digital eskaliert der Streit. Ein Grossaktionär verlangt nichts Geringeres als den radikalen Schnitt: «Alle Bitcoin sofort verkaufen.» Noch im Sommer hatte sich die Firma neu erfunden. Aus dem E-Fahrzeuganbieter Volcon wurde Empery Digital, aus Industrievisionen eine Krypto-Strategie.

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Rund 500 Millionen Dollar flossen in die Kasse – und nahezu die gesamte Liquidität wurde in Bitcoin investiert. Ein Befreiungsschlag, so schien es. Doch der Kurssturz an den Märkten hat das Experiment ins Wanken gebracht. Die Aktie fiel von 21 Dollar auf unter 4 Dollar. Ein Absturz, der Anleger nervös macht. Zwar kündigte das Unternehmen jüngst ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 200 Millionen Dollar an. Doch das beruhigte nicht alle.

Bitcoin-Drama bei Nasdaq-Firma: «Alle BTC sofort verkaufen»

Tice Brown, aktivistischer Investor und mit rund 9 Prozent beteiligt, geht frontal in die Offensive. Seine Forderung ist klar formuliert: Der CEO solle zurücktreten, der Verwaltungsrat vollständig neu besetzt werden. Und vor allem: «Alle Bitcoin müssen verkauft und das Geld an die Aktionäre ausgeschüttet werden.» Eine Kampfansage an die eigene Bilanz. Wie viele Bitcoins Empery Digital exakt hält, ist nicht offiziell ausgewiesen.

Bekannt ist, dass im Sommer nahe der Marke von 100.000 Dollar pro Coin eingekauft wurde – mit einem Volumen von knapp einer halben Milliarde Dollar. Marktbeobachter gehen deshalb von etwa 4.000 bis 5.000 BTC aus. Je nach aktuellem Kurs bedeutet das erhebliche Buchverluste. Das Problem reicht über ein einzelnes Unternehmen hinaus. Der Rückgang des Bitcoin-Preises belastet zahlreiche sogenannte Treasury-Firmen – also Gesellschaften, die grosse Teile ihrer Reserven in Kryptowährungen halten.

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Prominente Beispiele sind Strategy und Bitmine. Beide weisen laut öffentlichen Berichten Milliarden an nicht realisierten Verlusten aus – rund 9 beziehungsweise 8,4 Milliarden Dollar. Was als mutige Wette auf digitales Gold begann, entwickelt sich für manche zum Stresstest. Die Idee hinter dem Modell ist simpel: Bitcoin als Inflationsschutz, als Wertaufbewahrung, als strategische Reserve. Steigt der Kurs, profitieren Aktionäre doppelt – über die Bilanz und über die Fantasie des Marktes. Fällt er, kippt die Story.

Empery Digital unter Krypto-Druck

Bei Empery Digital kommt nun eine Governance-Debatte hinzu. Aktivistische Investoren nutzen Kursschwaächen, um Druck aufzubauen. Der Ruf nach Liquidation der Bitcoin-Bestände ist radikal, aber aus Sicht verunsicherter Anteilseigner nachvollziehbar. Wer bei 21 Dollar eingestiegen ist, blickt auf schmerzhafte Verluste. Gleichzeitig stellt sich die Grundsatzfrage: Sind Krypto-Treasury-Modelle nachhaltige Unternehmensstrategien oder gehebelte Marktprognosen? Solange Bitcoin volatil bleibt, bleibt auch das Geschäftsmodell nervenaufreibend.

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Noch ist offen, wie Vorstand und Verwaltungsrat reagieren. Ein kompletter Ausstieg aus Bitcoin wäre ein spektakuläres Signal – weit über das Unternehmen hinaus. Für den Kryptomarkt wäre es ein weiterer Hinweis darauf, wie eng Hoffnung und Risiko beieinanderliegen. Fest steht: Die Debatte um Empery Digital zeigt, dass digitale Schatzkammern keine Einbahnstrasse sind. Wer alles auf Bitcoin setzt, braucht starke Nerven – oder geduldige Aktionäre. (mck)

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