Die Stimmung im Kryptomarkt wirkt derzeit frostig. Kurse schwanken, Anleger diskutieren über mögliche neue Tiefstände, und viele Marktteilnehmer scheinen nervös auf die nächsten Bewegungen von Bitcoin zu warten. Doch mitten in dieser angespannten Phase melden sich Analysten mit einer überraschend klaren Botschaft zu Wort: Verkaufen sei derzeit kaum zu rechtfertigen.
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Der Hintergrund ist bemerkenswert. Bitcoin hat in den vergangenen Monaten eine ungewöhnlich schwache Phase durchlaufen. Seit Anfang Jahr reihten sich negative Monatsabschlüsse aneinander. Tatsächlich verzeichnete die grösste Kryptowährung erstmals seit 2018 fünf Monate in Folge ein Minus. Auch in den letzten Wochen dominierten rote Zahlen die Charts. Ein Bild, das selbst erfahrene Investoren aufhorchen lässt.
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Trotzdem sehen Experten des Analysehauses K33 darin nicht unbedingt ein Warnsignal – sondern eher eine Chance. In einer aktuellen Marktanalyse erklärte Chefanalyst Vetle Lunde, dass sich Bitcoin derzeit in einer extrem überverkauften Phase befinde. «Bitcoin liegt aktuell tief im Bereich der Überverkäufe. Es gibt keinen Grund zu verkaufen», heisst es in der Analyse. Noch deutlicher wird Lunde mit einer provokanten Formulierung: «Wer der Masse folgen und sich irren will, kann jetzt verkaufen.» Hinter dieser Aussage steckt eine bekannte Beobachtung aus den Finanzmärkten.
Wenn die Stimmung besonders pessimistisch ist, sind die grössten Kursbewegungen nach oben oft nicht weit entfernt. Tatsächlich zeigen verschiedene Marktdaten, dass derzeit ungewöhnlich viel Skepsis im Kryptosektor herrscht. Vor allem im Derivatehandel haben viele Investoren defensive Positionen aufgebaut. Die offene Positionierung – ein wichtiger Indikator für Marktaktivität – ist laut Analyse auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren gefallen.
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Ein klares Zeichen dafür, dass zahlreiche Händler Risiko meiden. Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Die jüngsten Verkäufe stammen laut Bericht nicht nur von kurzfristigen Spekulanten. Auch grosse und langfristige Investoren haben in den vergangenen Monaten Gewinne realisiert. Besonders auffällig war die Entwicklung im letzten Quartal 2025. Damals verkauften Anleger, die ihre Bitcoins seit mindestens sechs Monaten gehalten hatten, in grösserem Umfang.
K33-Analyse: Entsteht eine neue BTC-Rallye?
Parallel dazu reduzierten institutionelle Investoren ihre Bestände über börsengehandelte Bitcoin-Produkte. Laut Analyse wurden über entsprechende Fonds fast 100.000 Bitcoin abgestossen. Ein erheblicher Betrag, der kurzfristig Druck auf den Markt ausübte. Doch genau diese Entwicklung interpretieren einige Marktbeobachter inzwischen als mögliches Signal für eine Trendwende. Historisch betrachtet entstehen grössere Aufwärtsbewegungen häufig dann, wenn die Marktstimmung besonders negativ ist. Sobald Verkaufsdruck nachlässt und neue Käufer auftreten, kann sich die Dynamik schnell drehen.
Hinzu kommt ein technischer Faktor, der unter Analysten als langfristiger Orientierungspunkt gilt: die 200-Wochen-Durchschnittslinie. Diese Marke fungierte in der Vergangenheit mehrfach als stabiler Boden für den Bitcoin-Preis. Laut K33-Analyse bewegt sich der Markt erneut in einem Bereich, der historisch oft mit langfristigen Einstiegsgelegenheiten verbunden war. Auch erste Signale aus der Blockchain-Analyse liefern vorsichtig optimistische Hinweise.
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Daten zeigen, dass Investoren mit langen Anlagehorizonten wieder beginnen, Bitcoin zu akkumulieren. Eine Entwicklung, die häufig am Beginn neuer Marktphasen zu beobachten ist. Die Analysten ziehen daher ein vorsichtiges Fazit: «Das Schlimmste könnte bereits hinter uns liegen. Der Markt befindet sich nun im Wartemodus.» Ob daraus tatsächlich eine neue Rally entsteht, bleibt offen. Sicher ist nur: In der Welt der Kryptowährungen entstehen die grössten Bewegungen oft genau dann, wenn die Mehrheit sie am wenigsten erwartet. Und derzeit scheint der Markt vor allem eines zu sein – skeptisch. (mck)


