Die Bedrohung kommt leise, fast unsichtbar – und könnte das Fundament der gesamten Krypto-Welt erschüttern. In einem aktuellen Bericht schlägt Google Alarm: Quantencomputer könnten Sicherheitsmechanismen, auf denen Bitcoin und viele andere Kryptowährungen basieren, deutlich schneller überwinden als bisher angenommen.
Bitvavo, eine der führenden Börsen aus Europa (Niederlanden) mit einer grossen Auswahl an Kryptowährungen. PayPal Einzahlung möglich. Extra für kurze Zeit: 20 Euro Bonus bei Anmeldung über CoinPro.ch
Konkret geht es um ein Prinzip, das bislang als nahezu unknackbar galt. Die sogenannte elliptische Kurven-Kryptografie – ein Verfahren, das verhindert, dass aus einem öffentlichen Schlüssel der private Schlüssel berechnet werden kann. Genau hier setzen die neuen Erkenntnisse von Google Research an. Laut Bericht sei die dafür benötigte Rechenleistung drastisch gesunken.
Google warnt: Bitcoin könnte bald in Minuten geknackt werden
«Früher waren Millionen Qubits nötig», heisst es sinngemäss in der Analyse. Heute liege diese Schwelle «unter 500.000». Der entscheidende Satz wirkt wie ein Stich ins Herz jeder Blockchain: Ein Angriff könne «in Minuten abgeschlossen» sein.
Die Tragweite wird erst auf den zweiten Blick klar. Ein Bitcoin-Block benötigt im Schnitt rund zehn Minuten zur Bestätigung. Sollte ein Quantencomputer schneller sein, könnte ein Angreifer theoretisch Transaktionen manipulieren, bevor sie final in der Blockchain landen. Ein Szenario, das bislang als Science-Fiction galt, rückt plötzlich in greifbare Nähe.
Interessant: Wie BlackRock jetzt sein Krypto-Imperium ausbaut
Doch noch ist es nicht so weit. Selbst die fortschrittlichsten Quantencomputer erreichen derzeit nicht die nötige Stabilität und Grösse, um solche Angriffe praktisch durchzuführen. Die Warnung ist also weniger ein unmittelbarer Notfall als vielmehr ein Weckruf – und der fällt deutlich aus.
Google fordert die Branche zum Handeln auf. Bis spätestens 2029 sollten Krypto-Systeme auf quantensichere Verschlüsselung umstellen. «Alle sollten rechtzeitig auf widerstandsfähige Systeme wechseln», lautet die klare Empfehlung aus dem Bericht. Hinter dieser nüchternen Formulierung steckt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Welche Krypto-Wallets besonders im Fokus stehen
Besonders im Fokus stehen sogenannte «alte» Wallets. Gemeint sind Adressen, bei denen der öffentliche Schlüssel bereits sichtbar geworden ist – etwa durch frühere Transaktionen. Diese könnten im Ernstfall leichter Ziel eines Angriffs werden. Neuere oder bislang ungenutzte Wallets gelten dagegen als besser geschützt, da ihr öffentlicher Schlüssel nicht offengelegt ist.
Die Ironie: Während sich viele Anleger über Kursbewegungen sorgen, liegt die grössere Gefahr womöglich tiefer im System selbst. Nicht der Markt, sondern die Technologie könnte zur Herausforderung werden. Gleichzeitig zeigt sich ein bekanntes Muster der Tech-Geschichte. Was heute als sicher gilt, kann morgen bereits überholt sein. Kryptografie war nie statisch, sondern immer ein Wettrennen zwischen Schutz und Angriff. Quantencomputer beschleunigen dieses Rennen nun drastisch.
Schon mitbekommen? Arthur Hayes geht gegen den Krypto-Markt auf Konfrontationskurs
Für die Krypto-Branche bedeutet das vor allem eines: Vorbereitung. Entwickler, Börsen und Wallet-Anbieter stehen vor der Aufgabe, ihre Systeme anzupassen, bevor die Theorie zur Praxis wird. Für Nutzer heisst das: aufmerksam bleiben, ohne in Panik zu verfallen. Denn trotz aller Dramatik gilt auch: Noch ist kein einziger Bitcoin durch einen Quantencomputer gestohlen worden. Doch die Warnung aus dem Hause Google macht klar, dass die Frage nicht mehr lautet, ob – sondern wann. (mck)


