Die Zahl der physischen Krypto-Übergriffe steigt weiter drastisch. Allein im Januar und Februar 2026 kam es bereits zu 14 bekannten Attacken. Warum Frankreich für Anleger von Bitcoin und Co. ein besonders heisses Pflaster ist und weshalb das Risiko auch international immer weiter steigt.
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14 Krypto-Übergriffe in zwei Monaten: Frankreich weiterhin Epizentrum
Krypto-Übergriffe haben weiterhin Hochkonjunktur. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 gab es bereits mindestens 14 physische Angriffe auf Krypto-Nutzer. Frankreich war bereits im Vorjahr trauriger Spitzenreiter in dieser Kategorie. Nun setzt sich der Trend weiter fort. Auch im neuen Jahr bleibt Frankreich das Epizentrum der Krypto-Übergriffe.
Github-Nutzer Beausecurity, laut eigenen Angaben ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Gehemidienstes CIA, führt seit 2018 eine Liste, in der er alle physischen Angriffe dokumentiert, die mit Kryptowährungen im Zusammenhang stehen.
Die Liste dokumentiert nur öffentlich nachvollziehbare Vorfälle. Die Dunkelziffer ähnlicher Angriffe sei hoch, meint Beau. Das Kalenderjahr 2025 stellte mit 35 gelisteten Vorfällen einen neuen Rekord auf. Bis dahin gab es im Jahr 2021 mit 34 Fällen die meisten Angriffe.
Ziele der Angriffe sind öffentlich bekannte Krypto-Investoren oder Unternehmer der Branche. Oft handelt es sich um Personen, deren Krypto-Vermögen öffentlich bekannt ist oder die bereits über Jahre in der Szene involviert sind.
Anfang 2025 hatten Kriminelle etwa den Ledger-Mitgründer David Balland attackiert und entführt, um Lösegeld in Form von Krypto zu erpressen. Die Tatsache, dass Kryptowährungen nur schwer zu konfiszieren und teilweise schwer aufzuspüren sind, scheint unter Kriminellen neuen Mut auszulösen.
Das Kalenderjahr 2026 zeichent sich bislang durch eine besonders eng getaktete Anzahl an Vorfällen aus. Allein im Januar und Februar kam es bislang zu 14 Vorfällen — und das, obwohl der Februar noch nicht einmal abgeschlossen ist. Elf der Angriffe fanden in Frankreich statt.
Am 12. Februar fanden in unterschiedlichen Regionen Frankreichs gleich zwei der sogenannten Wrench Attacks statt. Zu den Opfern zählen eine unbekannte Frau, die scheinbar zufällig zum Ziel wurde sowie David Prinçay, Geschäftsführer von Binance France.

Warum Wrench Attacks in Frankreich so zahlreich sind
Die enorme Anzahl der Wrench Attacks, die in Frankreich stattfinden, lässt einen Zufall beinahe ausgeschlossen wirken. Laut einer Datenbank von Glok.me sind die USA im historischen Vergleich der Standort der meisten Krypto-Überfälle. 53 Angriffe sind hier verzeichnet. Frankreich rückt dem bisherigen Rekordhalter jedoch immer näher — aktuell kommen hier 35 Fälle zusammen.
Cyberangriffe könnten zuvor wertvolle Vorarbeit für die Kriminellen geleistet haben. Auch eine Infiltration des französischen Staates durch Kriminelle wurde einigen Krypto-Investoren offenbar zum Verhängnis. Der Missbrauch staatlicher Datenbanken ist ein beliebtes Werkzeug.
Bereits 2020 wurde mit Global-e ein Partner des französischen Herstellers Ledger zum Ziel eines Cyberangriffs. Daten von rund 270.000 internationalen Kunden des Produzenten wurden entblösst.
Anfang 2026 wurde bekannt, dass Ghalia C. — eine ehemalige Mitarbeitern der französischen Steuerbehörde — sensible Daten an kriminelle Netzwerke durchstach. Dazu zählen auch die Adressen und Namen von Krypto-Investoren.
Wenige Wochen später offenbarte der französische Steuerdienst Waltio einen kritischen Sicherheitsvorfall. Die Daten von 50.000 Nutzern gelangten dadurch in die Hände der Angreifer.
Krypto-Datenbanken wachsen, gefährden Anleger stärker
In Frankreich führt also vor allem der Missbrauch von Datenbanken zu den häufigen Übergriffen auf Krypto-Anleger. Auch international könnte dieses Risiko künftig drastisch wachsen — besonders in der EU.
Schon seit Jahren existiert unter Behörden ein Trend, immer mehr Nutzerinformationen zu sammeln. Vor 2017 erlaubten Krypto-Börsen üblicherweise den Kauf von Krypto mit Fiatwährungen ohne KYC. Inzwischen setzen die Handelsplattformen sogar für reinen Kryptohandel eine Identifizierung voraus.
Auch die Überwachung der Blockchains durch private Unternehmen führt zu wachsenden Datenbanken. Automatisierte Blockchain-Analysen wie von Chainalisys oder TRM Labs sind bereits bei vielen Dienstleistern fest implementiert.
Seit dem 1. Januar 2026 ist in der EU DAC8 in Kraft — eine neue Transparenzregel, welche den EU-weiten Austausch von Daten der Krypto-Anleger regelt. Durch eine jährliche Informierung der Steuerbehörden wächst der Datenverkehr enorm. Für Anleger könnten sich dadurch neue Risiken eröffnen.
Für Betroffene hat ein Wrench Attack nicht nur finanzielle Folgen. Auch seelische oder körperliche Schäden können entstehen. Laut Glok endeten bereits 23 Vorfälle tödlich.
Im deutschsprachigen Raum sind vier Wrench Attacks bekannt — davon einer auf bundesdeutschem sowie drei auf österreichischem Staatsgebiet. Innerhalb der Eidgenossenschaft liegt kein bekannter Angriff vor.


