Die Sicherheit von Ledger Hardware Wallets gerät in Zweifel, nachdem ein organisierter Angriff auf die Lieferkette des Herstellers bekannt wird. CoinPro erklärt, warum nur wenige Nutzer betroffen sind und welche Massnahmen jetzt ergriffen werden müssen.
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Ledger Wallets noch sicher? Darum verlieren Nutzer Millionen
Hardware Wallets des französischen Herstellers Ledger erwiesen sich über die letzten Tage als Sicherheitsrisiko für eine unbekannte Anzahl an Nutzern. Offenbar gab es organisierte Angriffe auf die Lieferkette des Herstellers – das gab Ledger selbst jüngst bekannt.
Im Zentrum der Vorwürfe steht der asiatische Händler CryptoBilis, der zum offiziellen Händlernetzwerk von Ledger gehört. CryptoBilis, ein Unternehmen mit Sitz in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, versendete demnach wiederholt Hardware Wallets, die durch den Einbau zusätzlicher Bauteile manipuliert wurden.
Wer genau hinter dem Vorfall steckt, ist bislang noch nicht bekannt. So könnte CryptoBilis seine Händlervereinbarungen mit Ledger ausnutzen, um arglosen Kunden bewusst manipulierte Geräte zukommen zu lassen. Denkbar ist jedoch auch, dass eine oder mehrere involvierte Personen ihren Zugriff ohne Wissen der Unternehmensführung missbrauchten.
Fakt ist, dass Ledger diesen Partner bereits dazu aufgefordert hat, den Verkauf seiner Geräte zu stoppen. CryptoBilis habe sich dieser Forderung gebeugt, erklärte Ledger auf X.
Die Manipulationen erfolgten durch den Einbau eines Mikrocontrollers sowie eines LTE- und einem E-Sim-Moduls. Über ein Antenne konnten die Hardware Wallets dann direkt Verbindungen zum Internet aufbauen. Der Strippenzieher erhielt die sensiblen Daten der arglosen Kunden dann direkt zugesendet.
So konnten die Kriminellen die privaten Schlüssel der Nutzer per Fernzugriff erhalten. Eigentlich sollen Hardware Wallets besonders hohe Sicherheit bieten. Durch den Verzicht auf eine direkte Internetverbindung verunmöglicht man die Entwendung der privaten Schlüssel durch unbefugte Zugriffe – eigentlich.
Blockchain-Analysten von YFarm zufolge, soll die Supply-Chain-Attacke bereits Schäden in Höhe von 93,4 Millionen US-Dollar verursacht haben.
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Über welchen Zeitraum die Angriffe erfolgten, ist unbekannt. Wahrscheinlich sammelten die Verantwortlichen bislang massenhaft private Schlüssel und räumten mit ihnen erst am Wochenende die angebundenen Blockchain-Adressen leer, nachdem ihre Manipulationen aufgeflogen waren.
Ledger selbst spricht von einer “sehr limitierten Anzahl von Betroffenen”. Genaue Zahlen kann der Hersteller bislang nicht nennen. Unabhängige Einschätzungen gestalten sich schwierig.
Ledger Nano X auch in Europa betroffen
Im Zentrum des Vorfalls stehen Geräte des Typs Ledger Nano X. Der Einbau von Überwachungsimplantaten scheint sich für die Kriminellen als besonders einfach erwiesen zu haben.
Obwohl Asien als Zentrum des Sicherheitsvorfalls gilt, meldeten sich auch Betroffene aus Europa, welche dieselben Manipulationen an ihren eigenen Geräten feststellten.
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Bislang ist ungewiss, welche europäischen Händler manipulierte Wallets verkauften. Betroffene gaben noch keine konkreten Firmennamen bekannt.
So verhindern Nutzer die Manipulation ihrer Hardware Wallet
In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte Supply-Chain-Attacke. Nutzer bekommen dabei manipulierte Geräte zugespielt, ohne dies zu bemerken. Ein direkter Kauf der Hardware Wallet beim Hersteller gilt als besonders sicher. Ledger bietet dies über seinen offiziellen Webshop an.
Wer bereits ein Gerät von einem autorisierten Händler oder von einer anderen Quelle erworben hat, kann eigenständig prüfen, ob dieses sicher ist. Dafür muss die Aussenhülle der Wallet abgenommen werden.
Mark Karpeles veröffentlichte kürzlich ein Video, in dem er Zusehern zeigt, wie sie ihren Nano X auseinandernehmen können. Im Inneren des Gehäuses lässt sich dann erkennen, ob das Gerät manipuliert oder authentisch ist. In einem zweiten Video zeigt Karpeles den Aufbau eines intakten Geräts und vergleicht diesen mit Implantaten.
Nutzer, die von der Attacke betroffen sind, sollten ohne den infizierten Ledger schnellstmöglich eine neue Wallet eröffnen und ihre Kryptowährungen an die neue Blockchain-Adresse übertragen. Andernfalls droht der Totalverlust.


