Während die europäischen Behörden sich seit längerem damit herumschlagen, den unregulierten Sektor in den Griff zu bekommen, geht nun Spanien mit erfolgreichem Beispiel voran und verhängt Beschränkungen für die Werbung von Influencern für Kryptowährungen. Dies ist eine Premiere in der EU. Die spanische Wertpapieraufsichtsbehörde hat als erstes Land die Befugnis erhalten, die Werbung für Kryptowährungen zu regulieren.

In einem Monat ist es schliesslich so weit. Dann treten nämlich die Massnahmen, die am Montag im Amtsblatt des Landes veröffentlicht wurden, in Kraft. Die Influencer und ihre Sponsoren verpflichten sich bereits vorab Meldung bezüglich der Höhe der Beiträge zu leisten. Auch müssen sie über die Risiken von Kryptowährungen warnen, sonst drohen ihnen Geldstrafen.

Spaniens Fussballer Iniesta löste Debatte aus

Wir sind sehr gespannt darauf, wie dies eine gewisse Ordnung in die Werbung für Kryptowährungen bringen wird. Nicht nur durch traditionelle Medien, sondern auch durch Influencer, sagte Rodrigo Buenaventura, der Leiter der Aufsichtsbehörde, in einem Interview mit der Financial Times.

Die neuen Befugnisse für die spanische Aufsichtsbehörde kommen nach ihrem Zusammenstoss mit der spanischen Fussballlegende Andrés Iniesta im November auf Twitter. Der spanische Welt- und Europameister hatte mit seiner bezahlten Werbung für Binance, die weltweit grösste Kryptowährungsbörse, für viel Aufsehen gesorgt. Damals hatte die Kommission dem früheren Fussballer des FC Barcelona mitgeteilt, dass es seine Aufgabe sei, seine Anhänger über die Risiken von Kryptowährungen in Kenntnis zu setzen.

Wenn Influencer nicht erfasst würden, gäbe es eine Hintertür, um die Regulierung zu umgehen. Dies ist Neuland, für uns und für sie. Es wird Momente der Reibung geben. Aber das passiert immer, wenn man Regeln für etwas einführt, das vorher nicht reguliert war, so Buenaventura weiter.

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Frankreich untersucht Online-Kryptowerbung

Da eine EU-weite Regelung bisher ohne jeglichen Erfolg blieb, versuchen Madrid und aber auch andere europäische Hauptstädte, die Werbung für Kryptoprodukte zumindest zu regulieren. Beispielsweise beauftragte Frankreich im letzten Jahr eine dem Finanzministerium unterstellte Einheit mit der Untersuchung von Online-Kryptowerbung.

Grund hierfür war ein französischer Reality-TV-Star, der auf Snapchat Werbung für eine Bitcoin-Handelsplattform betrieben hatte. «Irreführender Geschäftspraktiken» wurden ihm zum Verhängnis und daraus resultierend eine 20.000 Euro-Geldstrafe.

So wie Spanien haben auch andere Länder beschlossen, nicht einfach ein paar Jahre zu warten, bis die EU-Verordnung alles entschieden hat. Sondern sich mit Bereichen wie der Werbung zu befassen, fügte Buenaventura hinzu.

Spanien: Strafen bis zu 300.000 Euro möglich

Influencer mit mehr als 100.000 Followern in Spanien müssen die Aufsichtsbehörde mit einer Frist von mindestens zehn Tagen über den Inhalt ihrer Krypto-Werbung informieren. Falls man sich nicht an die neue Gesetzesregelung einhalten sollte, könnten Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro drohen. Die neuen spanischen Werberegeln gelten für Kryptogruppen selbst und für von ihnen beauftragte PR-Unternehmen sowie für Influencer.

Ein Beamter der Europäischen Kommission erklärte zuletzt auf Anfrage der Pressevertreter, Brüssel habe «keine prinzipiellen Einwände» gegen eine Regulierung durch die Mitgliedsstaaten vor dem Inkrafttreten des EU-Kryptoregelung, die auf den Namen «Mica» hört. Voraussetzung: Nationale und EU-Vorschriften müssen miteinander vereinbar seien. Nach dem Inkrafttreten von Mica werden aber entsprechend den Umständen Anpassungen nötig sein. (mck)

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