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Taumelnder Bitcoin-Kurs: Ist der misslungener Bakkt Start ein Grund?

von Michael Cyriax

Bakkt Start: Die Erwartungen an den Start der Bitcoin Futures-Plattform waren gross. Der Bitcoin-Kurs sackte aber ab. Aber abschreiben kann man Bakkt nicht.

Taumelnder Bitcoin-Kurs: Ist der misslungener Bakkt Start ein Grund?

Wer mit einem derart grossen Medienecho ein neues Finanzprodukt an den Markt bringt, muss mit negativen Schlagzeilen rechnen, wenn der erhoffte frühe Erfolg beim Bakkt Start ausbleibt. Die Richtigkeit dieser Einschätzung im Augenblick das Unternehmen Bakkt aus den USA aus eigener Erfahrung bestätigen. Aufgrund der wiederholten Terminverschiebung im Zusammenhang mit Vorbehalten oder zu langsamer Prüfung durch die zuständige Finanzaufsicht hatte es in den vergangenen Monaten einige Mutmassungen gegeben, Bakkt könnte seine Pläne für Futures auf den Bitcoin sogar vollständig auf Eis legen. Nun ist es seit Ende September endlich so weit: Die Terminkontrakte auf die wichtigste Kryptowährung konnten endlich gehandelt werden. Das Dilemma für den Anbieter jedoch ist die bisher erkennbare Zurückhaltung. Viele Analysten hatten mit enormer Nachfrage nach den BTC-Futures gerechnet. Wie so oft kam es aber anders.

Bakkt Start: Falsche Erwartungen oder gescheiterter Handelsbeginn?

Genau diese Erwartung konnte das neue Produkt aus dem Hause Bakkt zumindest vorerst nicht bestätigen. Aktuelle Berichte sprechen von einem Verkaufsvolumen im Gegenwert von insgesamt lediglich 60 Bitcoin, was ohne Frage dramatisch unter dem prognostizierten Handelsvolumen liegt. Wie so oft neigen viele Marktbeobachter dazu, Bitcoin Futures bereits jetzt zu einem Misserfolg auf ganzer Linie zu erklären. Aber ist diese Einschätzung korrekt? Es gibt durchaus gegenteilige Meinungen von einigen Analysten. Vielmehr könnte der Fehler schon die eigentliche Erwartungshaltung gewesen. Dass der Kurs des Bitcoin nach der Einführung der Bakkt Futures einen kometenhaften Aufstieg erleben würde, war schliesslich nicht so realistisch, wies für manchen selbsternannten Spezialisten vielleicht lange schien. Gerade die Verzögerungen könnten ein Grund dafür sein, dass es einige Anlaufschwierigkeiten gab und auch weiterhin gibt.

Nicht der perfekte Zeitpunkt für den Marktstart

Wie sinnvoll war es bei genauer Betrachtung, von einem regelrechten „Run“ institutioneller Anleger auf das neue Produkt zu rechnen? Lässt man einmal die besonders euphorischen Vorhersagen ausser Betracht, ist bisher nichts wirklich Dramatisches geschehen. Die Zurückhaltung mit einem generellen Scheitern gleichzusetzen, stellt zumindest fürs Erste eine zu negative Analyse dar. So manches Produkt am Kryptomarkt brauchte eine Weile, bis das Interesse potenzieller Investoren endlich stieg. Hinzu kommt ein übergeordnetes schwieriges zeitliches Umfeld für den Start der Bitcoin Futures. Faktisch stellt das Format eine Innovation dar, auch wenn dies gerade für viele Laien nicht gleich zu erkennen sein mag. Die Besonderheit nämlich besteht darin, dass Transaktionen hier nicht wie bei vergleichbaren Angeboten in US-Dollar, sondern in BTC vollzogen werden. Eben die ist eine der Ursachen, die das Unternehmen Bakkt selbst als Auslöser der langen Vorlaufzeit anführt.

Auch bei Futures-Investitionen braucht es Zeit und Geduld

Ausdrücklich dieses Merkmal ist im Vergleich mit bisher verfügbaren Termingeschäften das Alleinstellungsmerkmal – neben besonders hohen Sicherheitsstandards im Kontext staatlicher Regulierungsauflagen am US-Markt. Darüber kann Bakkt im Wettbewerb mit einigen renommierten Partnern wie zum Beispiel Microsoft aufwarten. Den Kritikpunkt, das Handelsvolumen der Bakkt-Plattform falle momentan zu niedrig aus, könnte ein zeitnaher Anstieg des Interesses ausser Kraft setzen. Warum die anfänglichen Mühen nicht überbewertet werden sollten, wird im Übrigen mit Blick auf andere, positivere Analysen aus den vergangenen Wochen offensichtlich. Etliche Krypto-Experten sehen im Bakkt-Projekt eine Art „Öffner“, der endlich zu einem grösseren Vertrauen des Mainstreams in den globalen Kryptomarkt führen könnte.

Experten uneinig in akuten und langfristigen Prognosen

Ein solcher Vertrauenszugewinn, wie ihn zuletzt unter anderem Sicherheits-Profi und Krypto-Pioneer John McAfee vorhersagte, würde die Marktkapitalisierung insgesamt befeuern. Daraus wiederum ergeben sich dann ganz automatisch neue Chancen für Bakkt-Kunden, die über Futures kommende Trends für sich nutzen könnten. Und die Zahl der Analysten, die von einem baldigen Performance-Anstieg ausgehen, unterscheidet sich dieser Tage nicht gravierend von den Skeptikern, die die BTC-Futures gleich zu Beginn (oder schon früher) mit den Bakkt Start für gescheitert erklären wollten. Und wie heisst es auch am Kryptomarkt seit Jahren so treffend: Todgesagte leben länger. Möglicherweise entwickeln sich die Futures des US-Unternehmens also der schlechten Marktphase heraus nach und nach zu einem gefragten innovativen Kryptoprodukt.

Schrittweise Nachfrage-Anstieg Dank der Futures-Vorzüge realistisch?

Erwartet wird vielerorts ein sukzessiver Anstieg des BTC-Volumens. Dass es sich um ein institutionelles Investment handelt, wird in der Startphase wohl massive Ausbrüche des Bitcoin-Kurses nach oben unwahrscheinlich machen. Als mögliche Gründe für einen langfristigen Erfolg des Produkts sprechen Krypto-Kenner nicht nur die Sicherheit an. Auch dass der Bitcoin so eine bisher nicht gegebene Zentralisierung und Skalierbarkeit erlebt, wird von vielen Insidern positiv gewertet. Als neuer regulierter Markt für Institutionen mit Kryptointeresse könnte auf Dauer eben doch für Zuspruch auf Investoren-Seite sorgen. Nur eben mit Geduld und nicht akut. Und genau dies könnte am Ende der bessere Weg sein. Denn manches Finanzprodukt, dass anfangs wie die sprichwörtliche Bombe einschlug, erwies sich später als nicht langfristig tragbar. So könnte Bakkt am langen Ende goldrichtig liegen mit der Einschätzung der eigenen Chancen.

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