USA: Leitzins wächst um 0,75 Prozent, Kryptomarkt erholt sich

Wachsende Zinsraten

In den USA wächst der Leitzins erneut um 0,75 Prozent, doch der Kryptomarkt erholt sich. Wegen der drohenden Zinserhöhung erwartete man weitere Verluste, die überraschenderweise nicht zu erkennen sind.

FED: Leitzins steigt um 75 Basispunkte

Im März dieses Jahres beendete die US-Zentralbank FED die Nullzinspolitik der letzten zwei Jahre, indem man eine Erhöhung des Leitzins um 0,25 Prozent bekannt gab. Im Mai erfolgte der nächste Anstieg – diesmal sogar um 0,50 Prozent.

Diese Meldung sorgte für enorme Geldabflüsse aus dem Kryptomarkt. Viele Investoren holten ihre Gelder aus dem risikoreichen Markt, in den sie zuvor auf Pump investiert hatten.

Der Bitcoin verlor in kürzester Zeit gut ein Viertel seines Wertes. Letztlich hatte der steigende Leitzins auch Anteil am kompletten Zusammenbruch des Terra-Ökosystems.

Nun gibt die FED bekannt, den Leitzins sogar um weitere 0,75 Prozent zu erhöhen. Damit erfolgt das stärkste Zinswachstum seit 1994. Jerome Powell, Präsident der US-Zentralbank, verkündete sogar, dass im Juli eine weitere Zunahme erfolgt.

Powell geht davon aus, dass man den Leitzins im Juli um weitere 0,50 bis 0,75 Prozent erhöht. Eine sichere Aussage kann er darüber jedoch nicht machen. Das zuständige Komitee, die FOMC, trifft ihre Entscheidung erst auf der jeweiligen Konferenz.

Experten gingen zuvor davon aus, dass es in diesem Jahr nur zu insgesamt drei Zinserhöhungen kommen wird.

Bitcoin und Co. wachsen trotz steigendem Leitzins

Die Bekanntgabe über einen steigenden Leitzins sorgte zuletzt für starke Verluste beim Bitcoin und dem gesamten Kryptomarkt. Dieser Trend wird nun gebrochen. BTC schafft den Sprung auf über 21.000 US-Dollar, während gestern das Jahrestief bei rund 20.000 US-Dollar aufgestellt wurde.

Gegen drei Uhr morgens gelang dem Bitcoin sogar ein Wertzuwachs auf 22.800 US-Dollar. Zwar ging es seitdem wieder etwas bergab, grüne Zahlen im 24-Stunden-Trend sind trotzdem zu erkennen.

Bitcoin
M-Cap | CHF 436.464.240.994
CHF 22.825,08
1,20%

Bei nahezu sämtlichen Kryptos der Top 100 setzen inzwischen erste Erholungen ein. Nur wenige rote Zahlen können sich seit gestern halten.

Durch den steigenden Leitzins will man offiziell die grassierende Inflation eindämmen. Dem Vorbild der US-Zentralbank schliesst sich inzwischen auch die EU-Zentralbank EZB an.

In der EU und in den USA erreicht die Inflation inzwischen Ausmasse von knapp acht und elf Prozent. Die US-Zentralbank strebt üblicherweise eine Inflation von zwei Prozent pro Jahr an. Man engagiere sich nun stark, um dieses Ziel wieder zu erreichen, so verlautbart die FED.

Leitzins wächst auch in der Schweiz

Überraschend gab auch die Schweizerische Nationalbank bekannt, den Leitzins zu erhöhen. Hierzulande liegt die Inflationsrate bei gerade einmal 2,8 Prozent. Zwar erfolgte somit eine stärkere Teuerung als erwartet, im internationalen Vergleich ist diese äusserst moderat.

Erstmals nach sieben Jahren erhöht die SNB den Leitzins nun um 0,50 Prozent. Damit liegt dieser insgesamt jedoch immer noch bei -0,25 Prozent.

Man müsse davon ausgehen, dass weitere Zinserhöhungen nötig sind, um der Inflation gerecht zu werden, so Direktoriumsmitglied Andrea Maechler.

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