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Arten von Token – der Kryptosektor im steten Wandel

von Michael Cyriax

Token und Kryptowährungen werden gern durcheinander gebracht - gehören aber eng zusammen. CoinPro.ch zeigt die Arten von Token und deren Unterschiede.

Arten von Token – der Kryptosektor im steten Wandel

Seit der Einführung des Bitcoins hat sich im Bereich der sogenannten Krypto-Token viel getan. Die beliebten Initial Coin Offerings (ICO) umfassen längst nicht mehr nur reine Kryptowährungen wie den BTC, Ethereum oder Ripple. Etliche neue Spielarten sind mit der Zeit entstanden. Um genau diese unterschiedlichen Varianten geht es in unserer Analyse der diversen Arten von Token. So erhalten interessierte Leserinnen und Leser einen ebenso verlässlichen wie transparenten Eindruck von der Bandbreite, die der Token-Sektor aktuell mittlerweile abdeckt.

Investoren müssen wissen, worauf sie sich einlassen

Das Wissen um die verschiedenen Arten ist mehrerlei Hinsicht wichtig. Auf der einen Seite haben Investoren in spe natürlich unterschiedliche Vorlieben, wenn es um die Aspekte Risikobereitschaft und erhoffte Renditen geht. Nicht jeder Token-Fans möchte in hochriskante Produkte investieren. Hinzukommen rechtliche Rahmenbedingungen, die zu berücksichtigen sind. Auch wenn es bis dato nur wenige Länder mit klaren Regeln und Regulierungen für Initial Coin Offerings (ICO) aufwarten können. Rechtliche Punkte sollten Sie dennoch im Blick behalten. ICOs können auf verschiedenen Wege geplant werden – dies ist letztlich nicht nur für potenzielle Herausgeber eigener Token relevant. Auch für Investoren ist es fraglos wichtig zu wissen, welcher Token von welchen Chancen und technologischen Eigenschaften geprägt ist. Ganz zu schweigen von Risiken, die es ebenfalls zu beachten gilt.

Mögliche Anbieter müssen Rechtsrahmen berücksichtigen

Emittenten – also die Herausgeber eines Token – müssen sich insbesondere mit den rechtlichen Rahmenbedingungen der unterschiedlichen Ausführungen befassen. Kein Wunder, dass über die Jahre reichhaltige Fachliteratur zum Thema ICOs und Blockchain Technologie entstanden ist. Hier geht es um die „Typologie“, die hinter den diversen Token steckt. Experten kategorisieren ICOs bisher in einige wenige Typen, wobei sich nicht alle Insider bei der genauen Anzahl der Rubriken einig sind. Dies liegt auch daran, dass durch die Weiterentwicklungen der Technologien zwischen Bitcoin und Ripple stetig neue Produkte entstehen.

Modell 1: Digital- oder Kryptowährung von Ark bis Zcash

Anleger, die sich für mehr oder weniger schnelle Rendite-Chancen interessieren, greifen gerne auf diesen „Klassiker“ zurück. Bitcoin, Ethereums Ether oder Ripples Token XRP sind drei der bekanntesten Beispiele für eine virtuelle Währung bzw. Token. In einer digitalen Geldbörse (Wallet) werden die Einheiten der Token aufbewahrt. Diese Token zeichnen sich durch die Unabhängigkeit von traditionellen Banksystemen der Zentralbanken aus; letztere definieren bei Fiatgeld den Gegenwert der „realen“ Währungen. Digitales Geld wird letztlich innerhalb der jeweiligen Community der Systemteilnehmer bewertet. Beteiligt sind neben Entwicklern und Käufern/Verkäufern auch Handelsplätze und Börsen, die virtuelle Währungen feilbieten.

Richtige Kryptowährungen weisen als Zahlungsmittel keine Beziehung zu gesetzlichen Währungen auf.

Dennoch werden die Token oft gegen eben diese (z. B. den US-Dollar oder den Euro) gehandelt. Unterschiede bei Kryptowährungen als ein Token Bereich präsentieren sich unter anderem hinsichtlich der Akzeptanz. Der Bitcoin etwa kann immer häufiger auch in Online Shops für Zahlungen genutzt werden, andere Token sind weiterhin eher für den Zahlungsverkehr in Nischen gebräuchlich. Privacy Coins wie Monero stehen haben beispielsweise den Ruf, vor allem bei Usern des „DarkNet“ beliebt zu sein. Die Token eint die Tatsache, dass es am sogenannten „inneren Wert“ fehlt, da dieser durch einen Staat oder Währungshüter wie die FED oder EZB angesetzt würde. Entscheidend sind Angebot und Nachfrage am Markt.

Kryptowährungen zeichnen sich als Token insgesamt im Normalfall durch folgende Vorteile gegenüber etablierten Systemen aus:

  • schnellere Ausführung von Transaktionen (auch weltweit)
  • geringere Gebühren als bei vielen traditionellen Zahlungsmöglichkeiten
  • auch grössere Transaktionen binnen kürzester Zeit
  • keine Limits bei Transaktionen

Der Nachteil ist natürlich darin zu sehen, dass den allermeisten den allermeisten Token dieser Art bisher die grössere Akzeptanz in der „realen“ Welt fehlt. Eine staatliche Regulierung könnte die Lage positiv verändern. Allerdings wissen Nutzer gerade die (mehr oder minder tatsächliche) Anonymität zu schätzen, die durch die Systeme gegeben ist.

Modell 2: Sonderfall Stablecoins

Token dieser Art gibt es inzwischen auch im Bankensektor, unter anderem ist die US-Bank JP Morgan Stanley mit einem solchen Angebot am Markt vertreten. Stablecoins sind Modelle, die an einen oder mehrere „reale“ Werte gekoppelt emittiert werden. Der JPM Coin ist an den Kurs des US-Dollars gebunden. Facebooks Libra soll nach aktuellem Stand an einen Währungskorb gekoppelt eingeführt werden. Diese Bindung an Fiatgeld oder Gold soll für mehr Preisstabilität sorgen. Zunehmend kursieren in Fachportalen Gerüchte dazu, dass Staaten wie die USA, China oder auch die EU-Gemeinschaft an der Entwicklung eigener digitaler Währungen arbeiten. Der „Digital-Dollar“ wäre als Stablecoin eng an den tagesaktuellen Dollar-Kurs gekoppelt, Chinas Vorhaben wäre nach derzeitigem Wissensstand der Digital-Yuan mit entsprechender Bindung an den Kurs der traditionellen Staatswährung Yuan.

Modell 3: Security Token/Equity Token

Hier wird deutlich, dass es mitunter fliessende Übergänge zwischen verschiedenen Token-Varianten geben kann. Security Token sind im Grunde eine mögliche Variante eines digitalen Wertpapiers, weshalb der Namenszusatz „Security“ für „Wertpapier“ am Markt entstanden ist. Vor allem, aber nicht nur US-Behörden befassen sich derzeit mit der Frage nach der richtigen Einordnung dieser Token als Wertpapier der digitalen Welt. Solche Token entstehen zunehmend am globalen Kryptomarkt. Wie gesagt weisen die Angebote dieser Sparte teils deutliche Parallelen zu Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen auf. Auch Ähnlichkeiten zu Eigenkapital sind im Einzelfall erkennbar. Käufer und damit Inhaber derartiger Token erhalten im Gegenzug für Ihr Investment einen Anspruch auf bestimmte Leistungen. Beteiligungen an Gewinnen nach dem erfolgreichen ICO und Marktstart der Firmen ist eine Möglichkeit.

Ein Recht zur Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen der Token-ausgebenden Unternehmen ist ebenso denkbar, im Grunde kommen etliche Formen der Beteiligung bei Equity Token in Frage. Auch eine Art Kreditvergabe kann erfolgen durch die Ausgabe der Security Token. Behörden sehen für Angebote dieser Tokenklasse inzwischen hohe Einstiegshürden vor. So sehen viele Länder wie bei Aktien die sogenannte „Prospektpflicht“ vor. Anbieter sind gezwungen, insbesondere Risiken genau darzustellen. In vielen Ländern gelten bereits identische rechtliche Vorgaben in puncto Anleger- und Investorenschutz wie bei herkömmlichen Aktien. Die damit verbundene Bürokratie verlängert nicht nur die Phase vom ersten Plan bis zur Marktreife, auch die Kosten steigen – etwa im Vergleich zu Utility Token –  meist erheblich.

Wissenswert:

Die Börsenaufsicht der USA legt bei Anträgen den „Howey Test“ zugrunde. Mit seiner Hilfe soll ermittelt werden, um Finanz- und Arbeitserfolge des Herausgebers Einfluss auf den Investitionswert des Token haben. Diese Praxis ist allerdings nicht unumstritten.

Modell 4: Utility Token

Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es in diesem Bereich um einen bestimmten Zweck oder eine spezielle Funktionalität. Der englische Terminus „Utility“ deutet dies an. Bis dato sind diese Token besonders begehrt in der Welt der Blockchain und kommen am häufigsten zum Einsatz. Anbieter verfolgen also gezielt einen Plan und haben nicht allein die Ausgabe einer neuen digitalen Währung vor Augen. Die Ausgabe innerhalb einer eigenen Blockchain ist ebenso denkbar wie die Verwendung auf anders gearteten virtuellen Plattformen. Online-Händler und Anbieter von Produkten/Dienstleistungen sind ein möglicher Kreis von Anbietern. Inhaber der Utility Token könnten die „Münzen“ dann gegen ausgewiesene Leistungen eintauschen. Ein Beispiel sind seit einiger Zeit auch Fussballvereine, die durch Utility Token beispielsweise Fans besondere Angebote unterbreiten oder ihnen die Teilnahme an Abstimmungen ermöglichen. Es gibt somit einen eindeutigen Anreiz für die Kaufentscheidung.

Modell 5: sogenannte „Membership Token“

Access Token ist ein weiterer gebräuchlicher Name für diese Art. Die weiter oben angesprochen Vereins-Token können in Abhängigkeit der genauen technischen Ausrichtung und Öffnung für die Zielgruppen ein solches Produkt sein. Es geht darum, dass Inhaber der digitalen Münzen in den Genuss bestimmter Privilegien kommen. Der Token kommt nur zum Einsatz, wenn die damit verbundenen Vorzugsleistungen beansprucht werden. Vereine, Fitnessstudios, Unternehmen und viele andere Interessenten können derartige Token beispielsweise zur engeren Kundenbindung nutzen. Es gibt andere Varianten, bei denen Herausgeber ihren Investoren sozusagen preisliche Sonderkonditionen oder Vorkaufsrechte bei späteren Transaktionen und Investitionen einräumen.

Modell 6: Angebote der Rubrik „Asset-backed Token“

Bei diesen Token gibt es eine explizite Anbindung an ein bestimmtes Assets, also einen Vermögenswert. Dies kann ebenso ein Aktivposten wie ein anders gelagertes „Anlagegut“ sein. Denkbar ist die Verknüpfung mit einem rechtlichen Anspruch auf eine bestimmte Goldmenge, Immobilien (-Anteile) oder andere Rohstoffe. Unternehmen, die Windkraftanlagen bauen, oder Baugenossenschaften sind zwei mögliche Anbieter solcher Token. Hier kann es auch sein, dass Token-Inhaber im Kleinen für ihre Finanzspritze belohnt werden. Investoren sichern sich vielleicht einen Kleinstanteil an einem Windrad oder einem neu errichteten Gebäudekomplex.

Unser Fazit zu den verschiedenen Arten von Token

Die vorangegangenen Erklärung sind der beste Beweis dafür, dass Token je nach Definition eine Art „Hybrid“ sein können. Häufig entscheidet der individuelle Blickwinkel, welcher Kategorie Sie welches Angebot zuordnen würden.

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