Am 27. April lancierte die führende Kryptowährungsbörse Binance ihren eigenen Krypto-Mining-Pool. Der «Binance Pool» sorgte jedoch für gemischte Reaktionen in der Krypto-Community, denn viele zeigen sich besorgt im Hinblick auf die Zentralisierung der Hash-Leistung.

Bis zum 31. Mai fallen bei dem Krypto-Pool keine Gebühren an, doch danach sind 2,5 Prozent fällig. Laut der Ankündigung könnte für grosse Miner auch eine Verlängerung der Gebührenfreiheit ausgehandelt werden – dazu sollen sie sich an die Kryptobörse wenden.

Integration in die übrige Plattform

Mindestens 15 der über 1.000 Mitarbeiter von Binance sind aktuell vollzeitig am Krypto-Pool beschäftigt. Der Pool unterstützt gleichzeitig Proof-of-Stake (PoS) und Proof-of-Work (PoW) Mining-Mechanismen und ist in die übrige Binance-Plattform integriert. Dadurch können Miner zwischen den verschiedenen Plattformen des Unternehmens und dem Binance Pool ganz einfach Geldtransfers vornehmen – egal ob es sich dabei um Staking, Handel oder Kreditvergaben handelt.

Die Leiterin des Binance Pool Lisa He erklärte, dass diese umfassende Plattform geschaffen wurde, um der Mining-Industrie und den Minern mehr Möglichkeiten zu bieten. Dabei wird das traditionelle Mining mit Finanzdienstleistungen verknüpft.

Zum Binance Pool äusserte sich auch Changpeng Zhao, der Gründer von Binance. Die Unterstützung von Minern, die den integralen Bestandteil des globalen Kryptomarktes ausmachen, soll ein beträchtliches Wachstum der Branche ermöglichen, erklärt Zhao. Wie er auf Twitter berichtete, hatte der Binance Pool seinen ersten Block noch am 24. April gemint.

Gemischte Reaktionen aus der Krypto-Community

Die Krypto-Community reagierte allerdings kritisch gegenüber der Zentralisierung. Einige Twitter-Nutzer äusserten Bedenken, dass der Binance Pool zu einer weiteren Zentralisierung der Hash-Leistung führen würde. Dadurch würde sich die Bitcoin-Hashrate an einer kleinen Anzahl von Pools konzentrieren und „das Hash-Verteilungsdiagramm würde bald nur noch eine Farbe haben“, kommentierte der Twitter-Nutzer ‹HsakaTrades›.

„Im Idealfall endet das gut für Bitcoin und es entstehen mehreren konkurrierende Mining-Pools, wodurch eine Massendezentralisierung gewährleistet wird – das andere Szenario können Sie sich selbst ausmalen“, schrieb ein anderes Mitglied der Community.

Leiterin des Binance Mining-Pool: Dezentralisierende Kraft

Die Leiterin des Binance Pool argumentierte in Reaktion auf die Kritik, die Lancierung von Binance Pool sei jedoch eine dezentralisierende Kraft für den Mining-Sektor. Der Mining-Pool eines Mining-Geräteherstellers besass im Jahr 2018 immerhin 51 Prozent der gesamten Hash-Leistung des BTC-Netzwerks, was Zweifel an der Sicherheit des Netzwerks schürte, erklärte sie.

So soll die Mining-Industrie stärker als noch vor zwei Jahren dezentralisiert werden, wenn grosse Branchenakteure wie Binance neue Rechenleistung in den Mining-Sektor und die Branche einbringen. Heute verfügen selbst die grössten Pools über weniger als 20 Prozent der gesamten Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks und dadurch sind die Vermögenswerte im Netzwerk auch sicherer, fügte sie hinzu.

Zhao äusserte sich letzten Monat auch zu einer weiteren kontroversen Fragen in der Krypto-Branche: Ist Bitcoin ein sicherer Hafen in Krisenzeiten? Er ist überzeugt, dass die Bevölkerung den Wert von Bitcoin während der Corona-Krise noch erkennen wird, da Kryptos die Probleme des veralteten Bankensystems beheben.

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