Der Krypto-Lending-Anbieter Celsius hat die Insolvenz eingereicht. Nachdem Auszahlungen für die Nutzer der Plattform bereits seit einem Monat nicht mehr möglich sind, hatten die Vorkehrungen des Unternehmens zunächst den Eindruck hinterlassen, der Super-Gau wäre abgewendet.

Insolvenzantrag bedeutet nicht das Aus von Celsius

Auch wenn die Insolvenz von Celsius in jedem Fall darauf hindeutet, dass das Geschäftsmodell nicht sehr nachhaltig aufgebaut war, scheint dies noch nicht das Aus von Celsius zu bedeuten.

In einer Pressemitteilung heisst es, dass Celsius Insolvenz angemeldet hätte, «um dem Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sein Geschäft zu stabilisieren und eine umfassende Restrukturierung durchzuführen, die den Wert für alle Beteiligten maximiert.»

Die Mitglieder des Sonderausschusses des Verwaltungsrats sagten: «Der heutige Antrag folgt auf die schwierige, aber notwendige Entscheidung von Celsius im letzten Monat, die Abhebungen, Swaps und Transfers auf der Plattform zu pausieren, um das Geschäft zu stabilisieren und die Kunden zu schützen. Ohne die Pause hätte die Beschleunigung der Abhebungen dazu geführt, dass bestimmte Kunden – die als erste gehandelt haben – vollständig ausgezahlt worden wären, während andere darauf warten mussten, dass Celsius den Wert von illiquiden oder längerfristig angelegten Vermögenswerten abschöpft, bevor sie eine Rückzahlung erhalten.»
„Dies ist die richtige Entscheidung für unsere Gemeinschaft und unser Unternehmen“, sagte Alex Mashinsky, Mitbegründer und CEO von Celsius. „Wir haben ein starkes und erfahrenes Team, das Celsius durch diesen Prozess führen wird. Ich bin zuversichtlich, dass wir, wenn wir auf die Geschichte von Celsius zurückblicken, dies als einen entscheidenden Moment betrachten werden, in dem wir mit Entschlossenheit und Zuversicht gehandelt haben, um der Gemeinschaft zu dienen und die Zukunft des Unternehmens zu stärken.“
Celsius verfügt über Barmittel in Höhe von 167 Millionen US-Dollar, die eine ausreichende Liquidität zur Unterstützung bestimmter Geschäftsabläufe während des Umstrukturierungsprozesses bieten.

Auch Kunden von deutscher Krypto-Bank betroffen

Das Aus für Celsius würde auch Kunden der deutschen Krypto-Bank Nuri betreffen. Nutzer der Plattform konnten mit dem Nuri Ertragskonto Renditen von 3 Prozent auf ihre Bitcoins erhalten.

Nuri selbst agierte in dem Fall allerdings nur als Vermittler, weswegen die Kunden der Krypto-Bank darauf angewiesen sind, dass Celsius Auszahlungen wieder ermöglicht. Hier müssen sich Kunden der Nuri Bank also weiterhin gedulden. Ob die Nutzer trotz der Celsius-Insolvenz jemals an ihre Einlagen kommen, kann aktuell dennoch bezweifelt werden.

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