Eine Entlassungswelle in der Kryptobranche setzt ein. Tech-Riesen streichen massenhaft Positionen, während der Kryptomarkt tiefrote Zahlen schreibt. Schuld ist in vielen Fällen ein überhastetes Wachstum, doch es gibt auch Lichtblicke.

Crypto.com entlässt fünf Prozent der Belegeschaft

Crypto.com ist vor allem für seine öffentlichkeitswirksame Arbeit bekannt. Spätestens mit dem Kauf der Domain, die schliesslich zum offiziellen Namen der Krypto-Börse wurde, setzte eine intensive Werbung ein.

Die Krypto-Börse, die früher als Monaco bekannt war, drängt mit ihren Massnahmen in die Popkultur ein und damit auch in den Alltag vieler Menschen, die vorher noch nichts mit Kryptowährungen zu tun hatten.

Dort will man neue Kundschaft abholen. Unter erfahrenen Krypto-Enthusiasten ist das Angebot der simplistischen Börse vermutlich nicht besonders beliebt. Das Unternehmen, welches finanziell augenscheinlich keine Grenzen kennt, geht nun aber ein paar Schritte zurück.

Kris Marszalek, Geschäftsführer von Crypto.com, verkündet auf Twitter, dass es während des Markteinbruchs wichtig sei, zu intervenieren. Deshalb entlässt das Unternehmen rund 260 Angestellte – etwa fünf Prozent der gesamten Belegschaft.

Gemini feuert ein Zehntel der Angestellten

Doch Crypto.com ist bei weitem nicht die einzige Krypto-Börse, die dieses Schicksal ereilt. Auch die US-amerikanische Krypto-Börse Gemini, die von den Winklevoss-Brüdern gegründet und geleitet wird, entlässt einen Teil der Belegschaft.

Gemini feuert sogar ganze zehn Prozent der Angestellten. Die Verkündung erfolgte bereits am 2. Juni, als der Bitcoin noch bei einem Kurs von 30.000 US-Dollar lag. Seitdem sank der BTC-Kurs um ganze 10.000 US-Dollar.

Gemini stellt bislang rund 1.000 Mitarbeiter an. Demnach sind knapp 100 Personen von einer Entlassung bedroht.

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Coinbase verringert Belegschaft um 18 Prozent

Am schwersten trifft der aktuelle Bärenmarkt ein echtes Urgestein der Kryptobranche. Coinbase wurde bereits im Sommer 2012 gegründet. Nicht mal ein Jahr zuvor beendeten die Winklevoss-Brüder einen Rechtsstreit mit Mark Zuckerberg um die Urheberschaft Facebooks.

Doch trotz der langen Etablierung am Markt scheint Coinbase über die eigenen Verhältnisse gewirtschaftet zu haben – vielleicht sogar deutlicher als jüngere Konkurrenten. Brian Armstrong, Mitgründer und Geschäftsführer der Krypto-Börse begründete auf Twitter detailliert, warum es zu Entlassungen kommt.

Demnach sei es nötig, die Belegschaft von Coinbase um ganze 18 Prozent zu verringern. Schuld sei die Verknappung von Finanzmitteln durch den enormen Wertverfall am Krypto-Markt.

Ausserdem sei Coinbase über die letzten zwei Jahre zu schnell gewachsen und dadurch eine operative Ineffizienz entstanden. Armstrong vermutet den Beginn einer längeren Rezession, auf die man sich einstellen müsse.

Coinbase erwartet entsprechend auf einen abnehmenden Betrieb und will bei erneutem Wachstum sicherstellen, dass die Belegschaft langsam, aber dafür organisch zunimmt.

BlockFi entlässt 20 Prozent der Mitarbeiter

BlockFi entstand als Anbieter von Krypto-Lending. Mittlerweile wuchs das Unternehmen zu einer Krypto-Börse heran, die den Handel mit Kryptos zulässt und sogar eine eigene Krypto-Kreditkarte anbietet.

Der aktuelle Krypto-Crash versetzte dem Betrieb einen schweren Schlag. BlockFi entlässt daher ganze 20 Prozent der Mitarbeiter. Über 600 Angestellte dürfen ihre Position weiterhin behalten.

Durch den Bärenmarkt habe das Wachstum des Unternehmens stark abgenommen. Die Aussicht auf die Zukunft lässt demnach keine so grosse Belegschaft mehr zu.

Zudem gibt BlockFi eine neue strategische Ausrichtung bekannt. Die Bezahlung des Führungspersonals geht zurück und Werbemassnahmen werden reduziert.

Stürzt die gesamte Kryptobranche ab?

Platzt aktuell die Krypto-Blase, vor der Kritiker schon lange warnen? Ausgerechnet die grösste Krypto-Börse der Welt zeigt, dass es nicht generell bergab geht.

Binance-Gründer CZ macht sich über die Konkurrenz lustig, während diese ihre Belegschaft verringert. Auf seinem Twitter-Konto nimmt er Bezug auf die Werbestrategien einiger Wettbewerber.

Statt Personal zu entlassen, sucht Binance nach qualifizierten Angestellten, die aktuell über 2.000 offene Stellen füllen können. Weitere Krypto-Unternehmen nutzen die Chance, um auf unbesetzte Stellen aufmerksam zu machen.

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